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Radio Bremen geht mit erneuertem TV-Komplex On Air

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Radio Bremen geht mit erneuertem TV-Komplex On Air

Radio Bremen hat seinen TV-Komplex erneuert. Jetzt ist die neue Anlage On-Air gegangen. Anforderung war eine durchgängige Produktion in HD, die Optimierung der Workflows, die Erhöhung der Betriebssicherheit und Einsparungen bei den Betriebskosten. MCI zeichnet für die Projektumsetzung verantwortlich.

Neben dem umfangreichen 3G-HD-Umbau der Infrastruktur, wurde im Rahmen des Projektes erstmalig für Radio Bremen eine Mosart Regie-Automation eingesetzt. Auch das neue, zur Sendeablaufplanung notwendige Redaktionssystem OpenMedia, war Teil dieses Projektes. OpenMedia verfügt im System von Radio Bremen über eine Vielzahl von Schnittstellen etwa zur Verarbeitung von Fremdrechteinformationen, Honoraranforderungen und zur Archivierung. Weiterhin ist das Content Management System VMPS an OpenMedia angebunden.

Das neue TV-Studio hat einen realen und einen virtuellen Bereich. Um Schalten,
lebensgroße Personen und Augmented Reality-Elemente ins Studio zu holen, entschied sich Radio Bremen nach einem Shootout für das virtuelle Studio Xpression von Ross Video, inklusive der MOS Anbindung an das Redaktionssystem. Zur weiteren Verbesserung des Produktionsablaufes wurde das Studio mit drei Furio Schienen Robotiken, ebenfalls von Ross ausgestattet, die auch die Trackingdaten für das virtuelle Set liefern.

Das reale Set im Studio und das virtuelle Set werden in bestimmten Formaten durch das stilistische Mittel eines Ganges der Moderatoren miteinander „verbunden“. Der Übergang ist also fließend.
Die Optimierung der Abläufe in Studio und Regie wird unter anderem durch Einführung der Regie-Automation und der Kamerarobotiken erzielt. Dadurch konnte eine deutliche Fokussierung des Personalaufwandes im Studio und in der Regie gegenüber dem vorherigen Stand erreicht werden.

Die gesamte Erneuerung der Produktionstechnik erfolgte im laufenden Betrieb. Hierzu wurde ein detailliertes Migrationskonzept gemeinsam mit dem Radio Bremen entwickelt, welches auf einen Parallelbetrieb von alter und neuer Technik setzte. Während dieser Phase wurde in der Event-Regie und aus einem zweiten Studio produziert.

Auch der Umschwenk von der alten SD-Kreuzschiene zur neuen zentralen, IP-fähigen Imagine Platinum IP3 Kreuzschiene erfolgte über verschiedene Phasen und behinderte den Sendebetrieb zu keiner Zeit. Die externen Bereiche wie SAW oder HSR wurden, teilweise über LWL, ebenfalls im laufenden Betrieb angebunden.

Des Weiteren entschied sich Radio Bremen unter anderem für LDX Kameras von Grass Valley samt Fujinon Optiken, Displays von TV-Logic und Panasonic, Lynx Infrastruktur, einer Stagetc Nexus Audio Kreuzschiene, einem Sony MVS Bildmischer und vielen weiteren Komponenten wie Aja, Vidigo, Autoscript, Sennheiser, Wohler, Riedel, Clear-Com, Eyeheight, plura, Apple und Harmonic.

Im Studio wurde ein neues hybrides Set Design mit neuen Beleuchtungselementen
eingeführt. Das Studiodesign und der Studiobau sind durch Radio Bremen beigestellt worden. Hierzu lieferte MCI neue LED Stufenlinsenscheinwerfer und Lichtwannen von Arri und ein Steuerungssystem von MA Lighting.

MCI war bei diesem Projekt für die Erstellung eines Gesamtpflichtenheftes (bestehend aus den Teilen Steuerungssystem, Automation, Redaktionssystem mit Anbindungen an VPMS, Robotik und VR-System) und der dazugehörigen Compliance Matrix, für die Integration und Anbindung des Redaktionssystems und der Studioautomation, die Ausführungsplanung, Installation, Konfiguration, Inbetriebnahme und Schulung des neuen TV-Komplexes als Generalunternehmer verantwortlich.

Torsten Andresen, Head of Systems bei MCI und Projektleiter für dieses Projekt, lobt die enge Zusammenarbeit aller Projektbeteiligten: „Der reibungslose Ablauf des Projektes ist der hervorragenden Zusammenarbeit der gesamten Projektgruppe (bestehend aus Radio Bremen, Bremedia Produktion, den Ingenieurbüros Gehlen und Muuß sowie MCI) zu verdanken und war entscheidend für den Erfolg des Projektes.“

André Busjaeger, Leitung Koordination Technik bei Radio Bremen und Gesamtprojektleiter freut sich über das gelungene Projekt. “Trotz der sehr schwierigen Rahmenbedingungen sind wir im vorgesehenen Zeitplan geblieben, das gilt auch für das avisierte finanzielle Budget. Auch die immer bei so einem Projekt auftretenden unvorhersehbaren und teilweise sehr komplexen Fragestellungen wurden gemeinsam zielorientiert und seriös abgearbeitet“.

Der finale Umschwenk auf die neue Technik geschah in der Nacht zum 9. Februar 2019, so das Radio Bremen erstmalig am Samstag mit dem neuen Produktionskomplex senden konnte. (02/19)

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