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IP-Lösungen für den Technikumbau

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IP-Lösungen für den Technikumbau

Die IBC 2018 war wieder stark geprägt von der anhaltenden Transformation der Medien- und Broadcast-Welt. Technologien zur Effizienzsteigerung von Content-Produktion und -Distribution standen im Vordergrund. Top-Themen waren unter anderem IP- und Cloud-basierte Workflows, Remote-Produktion, Virtualisierung, Automation und Künstliche Intelligenz (KI). Dabei verfolgen Lösungsanbieter und Hersteller oft ähnliche Strategien und suchen eine engere Kundenbindung.

IP-basierte Infrastrukturen werden künftig eine zentrale Rolle in den Technikeinrichtungen von Medienhäusern, Rundfunksendern, Produktions- und Distributionsunternehmen spielen. Sie sollen die nötige Effizienz und Wirtschaftlichkeit im anhaltenden Medientransformationsprozess gewährleisten. Darüber sind sich Hersteller und Lösungsanbieter im Broadcast-Business weitgehend einig. Das Ziel ist klar, der Weg dorthin und das richtige Timing dabei aber nicht. Das konnte man in den Messehallen der IBC 2018 an vielen Ständen erfahren.

Tom Cotney, CEO von Imagine Communications, brachte es auf den Punkt. „Das Endziel ist eine komplette IP-Umgebung. Aber jeder unserer Kunden hat auf dem Weg dahin ganz unterschiedliche Anforderungen zu bewältigen. Außerdem gibt es verschiedene Ansichten darüber, wann die neue Technologie reif genug ist, um darin zu investieren.“ Ziel von Imagine sei deshalb, seine Kunden unabhängig von allen Business-Variablen zu bedienen und ihnen zu helfen, auch kurzfristige Ziele zu erreichen. Eine echte partnerschaftliche Beziehung sei nötig, um gemeinsam auf Basis einer ganzheitlichen Betrachtung des Kunden-Geschäfts eine individuelle Migrationsstrategie zu entwickeln. Cotney ist der Ansicht, dass der Wandel in der Industrie, einschließlich der Entwicklung hin zu IP-basierten Workflows, nicht so schnell und einfach von Statten gehen wird wie von manchen prognostiziert. Statt zu weit in die Zukunft zu schauen sei es besser, erst einmal die Probleme zu lösen mit denen die Kunden heute zu kämpfen hätten.

Bei Grass Valley sieht man das ähnlich. Präsident Timothy Shoulders meinte: „Unsere Broadcast- und Produktions-Kunden suchen Möglichkeiten, ihre Effizienz durch Einsatz neuer Technologien wie IP, Virtualisierung, KI und Automation zu steigern. Durch Grass Valleys SAM-Akquisition und die damit verbundene Zusammenlegung zweier Produktportfolios sei man nun besser in der Lage, ihnen zu helfen, mit der Leistungskraft von Cloud- und IP-basierten Lösungen neu entstehende Marktchancen zu nutzen. Wie Imagine sieht sich Grass Valley dabei vor allem als vertrauensvoller Partner seiner Kunden. In der Zukunft erwartet Shoulders mehr Remote- und Virtual Production Optionen, die dabei helfen, Kosten zu senken und Effizienz zu steigern. Vieles, was heute im eigenen Betrieb geschehe, würde sich in die Cloud verlagern. Dadurch würde die wirtschaftliche Flexibilität der Kunden verbessert. Nur so sei man wettbewerbsfähig. Und: Broadcaster und Content Creator könnten sich besser auf ihr Geschäft konzentrieren, wenn sie mit einem einzigen Lösungsanbieter zusammen arbeiten würden. Grass Valley will langfristiger Business Transformationspartner sein und Kunden bei ihren Entscheidungen, in IP oder in andere neue Technologien zu investieren, begleiten. Dabei sehe man auch die Notwendigkeit, neben AIMS kompatiblen IP- auch SDI-basierte Technologien weiter zu unterstützen. Man setze auf modulare Produkte, die beides können. Als Beispiel dafür nannte er das GV Korona K-Frame V-Serie 2 M/E Videoproduktionszentrum. Der platz- und kosteneffiziente Switcher mit integriertem Touchscreen-Menüsystem wurde für eine Vielzahl von Anforderungen und Nutzervorlieben konzipiert.

„Es bietet Unterstützung für die Multiformat-Produktion mit SDI, 12G-SDI und IP, HD und 4K UHD sowie SDR und HDR und gibt dem Anwender die Flexibilität, eine Show in jedem Videoformat mit allen heute verfügbaren Konnektivitäten zu produzieren“, sagte Shoulders. Auf der IBC 2018 wurde viel darüber diskutiert, ob 12G SDI-Infrastrukturen in vielen Fällen den Einsatz von Full-IP-Infrastrukturen nicht überflüssig machen würden. Dies sei am Ende auch günstiger und betriebssicherer. Auch bei Ross Video sieht man das so. Einerseits will man dort die gegenwärtigen SDI-Anforderungen weiter bedienen, andererseits aber auch die IP-Entwicklung fördern. Ross CEO David Ross wies auf der IBC-Pressekonferenz des Unternehmens darauf hin, dass viele der auf der IBC 2018 vorgestellten neuen Produkte 12G SDI-tauglich seien. Er sieht darin auch das frühe Engagement seines Unternehmens in diesem Bereich bestätigt. „12G SDI bietet all denen einen einfachen, praktischen und kostengünstigen Upgrade-Weg hin zu 4K/UHD-Workflows, die noch nicht dazu bereit sind, auf den IP-Zug aufzuspringen“, erklärte er. Bei aller IP-Euphorie dürfe man nicht übersehen, dass sich 12G-SDI zu einer heimlichen Erfolgsgeschichte entwickelt habe. 

 

IP Showcase

Wichtige Anlaufstelle für alle, die sich für die Umstellung auf IP-Infrastrukturen interessieren, war auch zur IBC 2018 wieder der IP Showcase. Daran beteiligt waren wichtige Industrie-Organisationen wie die Alliance for IP Media Solutions (AIMS), Audio Engineering Society (AES), Advanced Media Workflow Association (AMWA), Europäische Rundfunk Union (EBU), Gesellschaft für Film und Fernsehen Engineers (SMPTE) und das Video Services Forum (VSF). Laut AIMS war der diesjährige IP Showcase in Amsterdam mit den Systemen von rund 50 Herstellern der bisher größte und mit fast 2.000 Gästen am besten besuchte. Hier habe man die umfangreichste Zusammenstellung interoperabler IP-Produkte aller Zeiten erleben können. Der IP Showcase zur IBC 2018 habe das steigende Interesse an der Einführung von standardbasiertem IP für professionelle Echtzeitmedienanwendungen deutlich unterstrichen, heißt es in einer Mitteilung. Mit den SMPTE ST 2110-Standards, die jetzt fest etabliert und erfolgreich eingesetzt würden, befinde sich die Branche in einer neuen Ära der IP-basierten Interkonnektivität, sogar für Live-Produktionen. Im IP Showcase Theatre gab es viele Vorträge renommierter Referenten von Sendern und Herstellern zur erfolgreichen Implementierung von IP-Systemen. Während frühere IP Showcases sich auf die Demonstration von Interoperabilität konzentrierten, wurden beim IBC 2018 IP Showcase erstmals auch greifbare Vorteile des Übergangs zu IP-basierten Mediennetzwerken vorgestellt. Mit interaktiven Demos zeigte man den Besuchern, welche Möglichkeiten SMPTE ST 2110-basierte IP-Netzwerke bieten. Folgende Bereiche wurden dabei erklärt: Erstellen einer Infrastruktur, die mit jedem Format umgehen kann; Vereinfachen der Geräteerkennung, Registrierung und Verbindungsverwaltung; Auswahl einer breiten Palette von IP-Audiogeräten mit Kompatibilität zwischen AES67 und SMPTE ST 2110-30; Auswahl aus einer Vielzahl von interoperablen Geräten, die die Systemstabilität gewährleisten und vor Datenverlust schützen können; Gestaltung deterministischer IP-Systeme mit kommerziellen IP-Switches; Erstellen einer Infrastruktur, die die Verkabelung vereinfacht und reduziert. „Auf der IBC 2018 konnten wir den Besuchern ein echtes Gefühl vermitteln, warum sie IP jetzt in Erwägung ziehen sollten. Mit anderen Worten, die Besucher von IP Showcase konnten deutlich sehen, was für sie drin ist“, sagte Michael Cronk, AIMS-Vorstandsvorsitzender. 

Die Racks mit den Geräten unterschiedlicher Hersteller für den IP Showcase zur IBC 2018 wurden übrigens vom 20. bis 24. August bei Riedel in Wuppertal aufgebaut und getestet. Bei dem Prestaging-Event JT-NM (Joint Taskforce of Networked Media) waren 100 Technikprofis von 70 Unternehmen aus der ganzen Welt versammelt. 

„Der Übergang zu IP ist voll im Gange und die Ergebnisse, die wir bereits in der Standardisierung von IP-Infrastrukturen und Prozessen erzielt haben, waren nur möglich durch die enge Zusammenarbeit aller Organisationen“, betonte Cronk. „Der IP Showcase ist die physische Manifestation dieses Erfolges und wir freuen uns zu sehen, dass so viele Unternehmen die IP-Technologie mit offenen Armen aufgenommen haben und den IBC-Besuchern ihre Erkenntnisse vorstellen möchten.”

Allein in der AIMS-Gruppe haben sich mittlerweile 100 Unternehmen zusammengeschlossen.

„Die Broadcast-Industrie hat einen Wendepunkt erreicht, als sie vor die Wahl gestellt wurde, einen auf Standards basierenden Ansatz für IP zu verfolgen oder mehrere Alternativen und Richtungen zu verfolgen", sagte Brad Gilmer, Executive Director des IP Showcase. „Fast einstimmig entschied sich die Branche für den standardbasierten Ansatz, der sich hinter SMPTE ST 2110 / ST 2059, AES 67 und AMWA IS-04 / IS-05 verbirgt.“ Um von ersten Anwendungen zu lernen und den Stand der IP-Transformation insgesamt zu betrachten seien IP-Showcases wichtige Events.

 

IP-basierte Lösungen in den Messehallen

Auch an den Ständen in den Messehallen wurde das Thema IP deutlich in den Vordergrund gerückt. Hier sind einige Beispiele: Sony warb zur IBC mit erweiterten Lösungen für IP Live-Produktionssysteme für HD und 4K auf Basis des SMPTE ST 2110 Standards und betonte seine Kooperationsbereitschaft zur Gewährleistung der IP-Interoperabilität auf Grundlage offener Standards. „Die IP-Transformation wird nicht nur durch die unternehmensübergreifende Zusammenarbeit vorangetrieben“, erklärte Norbert Paquet, Head of Product Management bei Sony Professional Solutions Europe. Sony habe auf dem Weg zu IP vielmehr von Beginn an den Kurs vorgegeben und werde weiterhin in die Gestaltung der IP-Landschaft investieren, damit die eigenen Kunden das volle IP-Potenzial besser ausschöpfen könnten. Als Beispiel nannte er den im Oktober eingeführten neuen Mischer XVS-9000. Er unterstützt IP und 12G-SDI – genau wie die Modelle XVS-8000, XVS-7000 und XVS-6000. Für IP Live schaffen eine Reihe neuer 100G-IP-Schnittstellenkarten die Basis zur Unterstützung von SMPTE ST 2110. Die Kamerabasisstation HDCU-4300 unterstützt ebenfalls SMPTE ST 2110 mittels der Optionskarte HKCU-4001. Alle Produkte sollen ab Januar 2019 in HD zur Verfügung stehen und ab Mai 2019 durch ein einfaches Software-Update 4k fähig gemacht werden können.

Sony investiert laut Paquet auch weiterhin in Networked Media Interface (NMI), der IP-basierten Übertragungstechnik von Sony, deren Sendespezifikation von ARIB (Association of Radio Industries and Business) – eine Organisation, die Standards für Rundfunk und Telekommunikation in Japan erstellt) als ARIB STD-B73 1.0 standardisiert wurde. „Außerdem unterstützt Sony gemeinsam mit AMWA weiterhin NMOS IS-04 und NMOS IS-05 sowie die 12G-SDI-Schnittstelle. „Sony Live-Produktionssysteme beinhalten sowohl IP- als auch 12G-SDI-Schnittstellen“, betonte Paquet.

Broadcast-Infrastrukturspezialist Axon präsentierte mit Neuron zur IBC 2018 den nach eigenem Bekunden weltweit ersten Network Attached Processor (NAP). Die Signalverarbeitungsplattform der nächsten Generation wurde speziell für die Anforderungen komplexer IP- und Hybrid-Umgebungen entwickelt. In einer einzigen 1-HE-Rack-Unit mit einer Kapazität von 200 Gb/s können 64 1080p-Kanäle oder 16 UHD-Kanäle verarbeitet werden. „Der Wechsel zu IP verursacht vielen in der Broadcast-Branche schlaflose Nächte, insbesondere die Herausforderung, immer komplexere Technologie-Layer zu integrieren und zu kontrollieren und gleichzeitig eine garantierte Bandbreite für neue Formate wie UHD bereitzustellen", sagte Axons CTO Peter Schut. „Um diese Probleme zu lösen, ist ein NAP erforderlich. Und mit unserem neuen Neuron setzen wir hier neue Maßstäbe.“ Für alle Unternehmen, die den Wechsel hin zu einer nativen IP-Infrastruktur planen, sei Neuron ein äußerst effizientes modularres Bindeglied in einer zentralisierten und virtuellen Umgebung, das in der Lage sei, alle in einer Live- und Baseband-Videoumgebung benötigten Aufgaben zu verarbeiten. Da sich laut Axon die Medienproduktion zunehmend von einem hardwarezentrierten zu einem anwendungsbasierten Ansatz bewegt und gemischte CAPEX/OPEX-Geschäftsmodelle übernommen werden, ermöglicht die Skalierbarkeit und Leistung von Neuron die flexible Bereitstellung verschiedener Produktionsarten, eröffnet damit weitere Möglichkeiten für Rundfunkanstalten und bietet erhebliche Einsparungen in Bezug auf Platz und Budget. „Für diejenigen, die einen hybriden Pfad zu IP verwenden, ist es klar, dass COTS-Switches und CPU-basierte Hardware, die in SDI-Routern vorhandene Funktionalität wie Embedding/De-Embedding, Up-, Down-, Cross-Frame-Synchronisation und Multiviewer nicht bereitstellen können. Neuron überbrückt diese Lücke nahtlos durch seine FGPA basierte Processing Power und effizienten Verbindungsoptionen zu SDI-I/O-Schnittstellen. Durch die Bündelung der SDI-Technologie in einer IP-Plattform werden alle Audio- und Videoverarbeitungsaufgaben mit extrem hoher Bandbreite bewältigt. Bis zu 80 SDI-Anschlüsse können in derselben 1RU hinzugefügt werden, was es zu einem der platzsparendsten, kostengünstigsten und energieeffizientesten Processing Systeme macht, die heute verfügbar sind“, betonte Schut.

Lawo, Mitbegründer der AIMS-Organisation, präsentierte zur IBC die neue WAN-Edition seiner bewährten Audio-over-IP-Schnittstellen der A__line-Familie. Diese kompakten 1HE-Einheiten übertragen auf Layer 3 in Echtzeit unkomprimierte Audiodaten in Broadcast-Qualität, und zwar sowohl in WAN- als auch in LAN-Netzwerken. Unter Verwendung der offenen Standard-Protokolle SMPTE 2110-30/31, AES67 und RAVENNA wandeln A__line-Geräte Audiosignale – Mikrofon- und Line-Pegel, AES3 und sogar digital codiertes Baseband-MADI – zuverlässig in Audio-over-IP-Streams. Das IP-Audio-Streaming wird entweder über die Open-Source Ember+ Steuer-API oder über standardbasiertes RAVENNA-Advertising und -Discovery verwaltet. Die Audio-Knoten der A__line-Familie lassen sich nahtlos in das VSM IP Broadcast Control System von Lawo und die mc²-Audio-Produktionspulte von Lawo integrieren.

Avid präsentierte sich zur IBC 2018 als Marktführer, wenn es darum geht, die Akzeptanz von IP-basierten Workflows für Broadcast, Post und Audio mit Unterstützung neuester Standards und Open Source Protokolle in der Branche voranzutreiben. In Amsterdam zeigt Avid mehrere IP-basierte Anwendungen: NewTek NDI (Network Device Interface) Output des Media Composer; Avid Artist | DNxIP für Media Workflow Konnektivität mit Unterstützung für SMPTE 2022-6; Avid FastServe Videoserver mit IP I/O, Der neue Maestro l Engine mit Unterstützung für SMPTE 2022-6, Audio-over-IP für Live-Sound mit Avid VENUE | S6L, nutzt AVB und Dante AoIP-Protokolle mit MADI-Konnektivität, Audio-Produktionsanlagen mit Dante und AES67-Protokollen des Pro Tools | MTRX Interface, um Austausch zwischen Studios zu ermöglichen, MXF IP-basierte Live-Aufnahmen mit Media Composer (Demo in der IBC Future Zone). 

Auch beim IP Showcase war Avid vertreten und zeigt IP-Konnektivität mit FastServe und Maestro Graphics. Am Stand von Cisco zeigte Avid IP-Output für Media Composer verbunden mit Cisco IP Fabric for Media. Und Avid und Microsoft zeigten im Rahmen ihrer Partnerschaft Avid Illuminate On Demand und Shared Library On Demand sowie Azure Integrationen für AI. „Die Produkte, die Avid auf der IBC zeigt und viele der Innovationen, die wir in den Bereichen IP-Konnektivität, 4K und Cloud vorantreiben, sind von unseren Kunden initiiert und priorisiert worden. Unsere Kunden verlassen sich darauf, dass die Community ihnen hilft, den technologischen Umbruch, der viele Bereiche berührt, zu meistern“, kommentierte Jeff Rosica, CEO und Präsident bei Avid. „Wir haben die Bereitstellung unserer offenen Plattformen, Tools, Apps, Services und Lösungen beschleunigt, so dass unsere Kunden effizienter und mit kleineren Budgets arbeiten können, ohne durch uneinheitliche Systeme in ihrem Tun eingeschränkt zu werden“, sagte er.

Stage Tec stellte auf der NAB die neueste Einschubkarte für das NEXUS-Netzwerk – NEXUS Fiber and IP-Interface (XFIP) vor. Bezogen auf die IP-Anschlüsse ist die XFIP das Pendant zur RIF67 (Router Interface AES67). Die Karte wird in den NEXUS-Basisgeräten genutzt und ist ein weiteres Ergebnis der Zusammenarbeit von DirectOut und Stage Tec. Das AES67.IO-Modul von DirectOut, das über eine vollwertige AES67-Implementierung verfügt, wurde auch für die XFIP verwendet. Es unterstützt den Ansatz einer herstellerunabhängigen Audio-Vernetzung über eine Audio-over-IP-Anbindung. 

„Das NEXUS Fiber- und IP-Interface wollen wir unseren Kunden anbieten, wenn sie kleine, kostengünstige Audionetze ohne einen NEXUS STAR-Router brauchen. Auch wenn Kunden einen STAR-Router haben, in dem aber kein Platz für weitere Einschubkarten ist, können sie auf die XFIP ausweichen. Auch die XFIP folgt den Empfehlungen der standardbasierten AIMS Roadmap mit dem Ziel SMPTE ST 2110“, erklärte Alexander Nemes, Head of Sales bei Stage Tec. 

Stage Tec präsentierte auf der IBC 2018 auch seine IP-Konsole AVATUS. Nach der Konzeptvorstellung im letzten Jahr konnten die Berliner Entwickler nun mit einer deutlich weiter entwickelten Vorserienversion aufwarten, die auch schon im Einsatz ist. 

Erster Nutzer von AVATUS ist tpc switzerland. AVATUS wird in Baugrößen zwischen einer Kassette mit zwölf Fadern bis zu acht Kassetten mit 96 Fadern erhältlich sein.

Das Mainzer Systemhaus BFE, Teilnehmer am IP Showcase der IBC 2018 und der dortigen „NMOS Interoperability Demonstration”, stellte an seinem Messestand die KSC SILKNET Implementierung von IS-04 und IS-05 und deren Interaktion mit Geräten verschiedener Hersteller vor. Hartmut Opfermann, Leiter der Abteilung Broadcast-IT bei BFE und Experte in Broadcast-IP-Technologie, demonstrierte SMPTE ST 2022-7 über ein einzelnes Netzwerk im IP Showcase Theatre.

Nevion präsentierte eine Reihe neuer Funktionen auf seiner Flaggschiff-Software-definierten Medienknotenplattform Nevion Virtuoso. Es enthält jetzt erweiterte SMPTE 2110-Unterstützung (10/20/21/30/31/40) mit einer neuen Mehrkanal-Audio-Digitalschnittstelle (MADI) zu und von SMPTE 2110 30/31. Nevion Virtuoso bietet außerdem SMPTE ST 2022-7/SIPS-Schutz für Audio, Audio-Gain und Delay-Handling, vorkomprimierte Audio-IP und automatische Dolby E-Neuausrichtung. Eine weitere Ergänzung der Funktionalität der Plattform ist die neue Break-Before-Make- (BBM-) Clean-Switching-Funktion, die ein schnelles Umschalten zwischen den Quellen ermöglicht. Nevion Virtuoso verfügt außerdem über neue IP-Medien-Edge-Funktionen, die für IP-LAN und IP-WAN entwickelt wurden. Dazu gehören eine Firewall zur Netzwerkisolation, Netzwerkadressübersetzungen, SMPTE ST 2022-7 / SIPS-Hitless-Schutz, Unicast-zu-Multicast-Konvertierung, RTP/IP-Überwachung, UDP/IP zu RTP/IP-Konvertierung und Bitratenüberwachung. Nevion Virtuoso war auch Teil der SMPTE ST 2110 Präsentation beim IP Showcase der IBC 2018.

RTS feierte mit seinem neuen Flaggschiff ODIN, einer IP-basierten Intercom-Matrix, Europa-Premiere in Amsterdam. Mit dabei war RTS-Mitbegründer Doug Leighton. Seit seiner Markteinführung zur NAB 2018 wird ODIN als das bahnbrechendste Produkt in der RTS-Geschichte bezeichnet. Es bietet Intercom-Skalierbarkeit, Konnektivität und Leistung mit bis zu 128 Kanälen der Dante- und AES 67-kompatiblen IP-Technologie in einem kompakten Einzelrahmen. MIT ODIN will RTS die Vorteile der IP-basierten Kommunikation einer Vielzahl neuer Märkte und Benutzer verfügbar machen.

AJA kündigte zur IBC 2018 neue Tools und Updates an, die die Erstellung und Bereitstellung von Multi-Format-Inhalten optimieren und es Profis ermöglichen sollen, die neueste 12G-SDI- und HDMI 2.0-Technologie sowie neue IP- und HDR-Standards und -Formate zu nutzen. Von KONA 5 mit 12G-SDI I/O und den IPR-10G2-HDMI und IPR-10G2-SDI SMPTE ST 2110 Receivern bis hin zum HDR Image Analyzer adressieren die neuesten Entwicklungen von AJA, erklärte Bryce Button von AJA-Direktor Produkt Marketing, die dynamischen Anforderungen von Produktion, Post, Broadcast, Streaming und AV-Business. Das Unternehmen kündigte außerdem Updates für seine KONA-, Io- und T-TAP I/O-Produkte, FS-HDR-Konverter, Ki Pro Ultra Plus Digitalrecorder und -player und HELO für H.264-Streaming und -Aufzeichnung an.

Gezeigt wurden zwei neue IP Mini-Konverter:  IPR-10G2-HDMI und IPR-10G2-SDI SMPTE ST 2110 Video- und Audioempfänger verfügen über zwei 10-GigE-SFP + Cages, die für Redundanzschutz in kritischen Verteilungs- und Überwachungsanwendungen störungsfreies Umschalten ermöglichen. Die Mini-Converter bieten außerdem Unterstützung für die Überbrückung von UltraHD- und HD-Signalen über IP zu HDMI- und HD-Signalen zu 3G-SDI sowie zur Erkennung, Registrierung und Steuerung sowie zu mehreren anderen Funktionen. „12G-SDI reicht aus, um den wachsenden Bandbreiten-Anforderungen gerecht zu werden“, meinte Button.

Ross Video präsentierte am IBC 2018 Stand die erstmals zur NAB 2018 vorgestellte Ultrix IP Blade. Damit lässt sich die Routing- und AV-Processing-Plattform Ultrix durch IP I/Os erweitern. Die Ultrix IP Blade bietet 4x25Gb Ethernet-Ports, 8+8 UHD und 16+16 3G HD pro Blade, SMPTE ST2110-Unterstützung. Als Lieferdatum wurde die NAB 2019 genannt. Sein Debut auf der IBC 2018 feierte der IGGY IP AES 67 zu MADI Audio-Konverter von Ross Video. IGGY unterstützt eine Reihe von Interoperabilität mit NMOS-, EmBER + -, Dante/SAP- und Livewire+ – sowie die DashBoard-Umgebungen. Als ideale Lösung für die Plug-and-Play-AES67-Vernetzung wird IGGY seit Oktober 2018 angeboten. Vorgestellt wurde ferner das neue BACH Liberty AES67/ST2110 Audio OEM Module. Entwickelt wurde es von der Ross Video IP-Technologiegruppe, die sich schwerpunktmäßig mit IP-Core-Netzwerktechnologie befasst. BACH Liberty ist ein Drop-In-Ersatz- und Pin-kompatibles Modul von Dante Brooklyn II, das laut Ross Video eine vollständig kompatible AES67- und ST2110-Implementierung bietet und „garantiert interoperabel“ ist. 

Die IBC 2018 verzeichnete mit 55.884 Gästen drei Prozent weniger Besucher als im Vorjahr. Der Veranstalter registrierte allerdings 14 Prozent mehr Konferenzteilnehmer als 2017 und bei der gebuchten Ausstellungsfläche einen Zuwachs von 667 qm bei 1.700 Ausstellern. Insgesamt reflektiere die Messe, erklärte Roger Thornton, Vorsitzender der IBC-Ausstellungskommission auf der IBC-Pressekonferenz, die allgemeine Entwicklung der Gesamtbranche. „Hardware basierten Einzelsystemen mit dezidierten Funktionen werden kaum mehr gezeigt. Dafür werden immer mehr softwarebasierte Lösungen angeboten, die die gesamte Wertschöpfungskette im Broadcast Business abdecken. Dadurch hat sich die Art und Weise, wie sich Anbieter präsentieren und mit Besuchern auf der IBC interagieren, komplett geändert“, betonte er. „Heute dreht sich alles um Zusammenarbeit, um Lösungen zu liefern, die Broadcast- und Medienunternehmen Agilität und Flexibilität bieten, um in der sich schnell verändernden Medienlandschaft Schritt halten zu können.“ Das führe dazu, dass die Besprechungsbereiche an den einzelnen Ständen mit vielen Informationsdisplays stark ausgebaut würden. Für viele Aussteller würde es immer wichtiger, Gespräche zu führen, um langfristige Kooperationen mit potentiellen Kunden anstoßen. 

Eckhard Eckstein

MB 4/2018

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