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Noch flexibler und komfortabler

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Noch flexibler und komfortabler

Die NAB 2015 zeigte Audio-, Netzwerk- und Intercom-Technik schwerpunktmäßig in der Central Hall. Hier gab es wieder viele interessante technische Innovationen zu entdecken. Neuigkeiten präsentierten unter anderem Riedel, Clear-Com und Lawo. In der South Hall sorgte Avids neues Live-Mixing-Konsole für Aufmerksamkeit.

Riedel erweitert das Echtzeit-Netzwerk MediorNet um MicroN. MediorNet-Anwender sollen damit noch flexibler und komfortabler arbeiten können. Zugleich besitzt Riedels MicroN als Standalone-Lösung die komplette Funktionalität für Broadcast- und Production-Anwendungen. MicroN arbeitet nahtlos mit dem MediorNet MetroN Core Router zusammen und verfügt als High-Density Signal Interface über eine breite Auswahl an Audio-, Video- sowie Daten-Anschlussoptionen wie 24 SD/HD/3G-SDI I/Os, zwei MADI optische, digitale Audio-Ports, einem Gigabit Ethernet-Port, zwei Sync-Referenz I/Os, und acht 10G SFP+ High-Speed-Ports. Riedel liefert MicroN sowohl als vollständig vernetzbares MediorNet-Gerät, als auch als Punkt-zu-Punkt-Lösung. „Mit nur einer Höheneinheit ist MicroN ein äußerst kompaktes und vielseitiges Signal-Interface, das im Produktionsumfeld flexibel eingesetzt werden kann – unabhängig von Größe und Komplexität“, erklärte Lars Höhmann, Product Manager Skype & MediorNet bei Riedel Communications. „In größeren Echtzeit-Mediennetzwerken auf Basis unserer MediorNet-Signalübertragungslösungen kann MicroN als Breakout-Box für einen MetroN-Router verwendet werden – dafür bietet das System nach Bedarf, neben Fiber I/Os, erweiterte Anschlussoptionen wie Video und Audio-Ein- und Ausgänge. Wie alle Mitglieder der MediorNet-Familie verfügt MicroN zudem über integrierte leistungsstarke Funktionen zur Signalbearbeitung. Damit entfällt die aufwändige und kostenintensive Anbindung von weiteren externen Geräten in der Anwendung.“ MicroN wird als kompaktes 19”/1HE-Gerät geliefert und unterstützt 10G High-Speed Video, 3G-SDI Video, MADI Audio, und Gigabit Ethernet. Das System umfasst einen integrierten Video-, Audio- und Datenrouter sowie Synchronisationsschnittstellen, inklusive Black Burst, Tri Level und Word Clock. Das umfangreiche Leistungspaket beinhaltet zudem Video- und Audiobearbeitungs-Features, einschließlich automatischer Formaterkennung, Frame Synchronizer und Frame Store an allen Videoausgängen, 16-Kanal Audio Embedder/De-Embedder, Test Pattern Generator, On-Screen und System VITC Displays, integriertem Sample Rate Converter und Audio-/Video Delaylines. MicroN besitzt eine redundante Stromversorgung sowie ein temperaturgesteuertes Lüftermodul.

Die Einsatzbereiche von MicroN sind so vielfältig wie die Anforderungen im Produktionsumfeld. Verbindet man MicroN-Nodes in einem vermaschten Netz, entsteht eine sehr skalierbare, dezentrale Video-Routing-Anwendung, die im Produktionsumfeld und in AV-Anwendungen kleine bis mittelgroße Kreuzschienen ersetzt. Dieses Konzept steht für ein sehr flexibles Systemdesign. Es ermöglicht Anwendern, bei Bedarf die Router-Kapazität einfach durch weitere MicroN-Nodes im Netzwerk zu erweitern – in Bezug auf Signalkapazität und räumliche Ausdehnung. Als alleinstehende Lösung dient MicroN als 12x12 Kreuzscheine und Audio Embedder/De-Embedder mit MADI SRC und Delay und bietet zudem Video Frame Sync sowie Delay. Werden zwei MicroN-Einheiten in der Punkt-zu-Punkt-Variante genutzt, bietet diese Konfiguration zusätzlich Unterstützung für bis zu zwölf bidirektionale SDI I/Os, zwei MADI I/Os, und einen Gigabit Ethernet-Link. Mehrere MicroN-Geräte übernehmen die Funktion einer zentralen Video-Kreuzschiene zur redundanten Verarbeitung von bis zu 192x192 HD-SDI-Signalen. Vorteil ist laut Riedel, dass die jeweiligen Einheiten als dezentrale Video-Kreuzschiene mit verteilter Systemintelligenz eingesetzt werden können.

Riedel-Chef Thomas Riedel verkündete auf der NAB-Pressekonferenz des Unternehmens auch, die Auslieferung der 4.000sten Artist-Interkom-Matrix. Sie wird an den Kunden NBC Universal geliefert.

LAWO präsentiert auf der NAB 2015 mit seinen Produkten schon heute realisierbare Lösungen für Broadcaster, die nahtlos Baseband- und IP-Infrastrukturen nutzen möchten. In einer Premiere stellte Lawo mit einem Demo-Setup den A__mic8 vor, das erste Mitglied der neuen Lawo A__line Familie von hochwertigen Audio-to-IP Interfaces. Die A__line wurde entwickelt, um einfache und zuverlässige Lösungen für den intuitiven Transport von analogen und digitalen Audiosignalen über IP-Netzwerkumgebungen zu bieten. Da alle A__line Systeme auf der RAVENNA Technologie basieren, sind sie auch kompatibel mit dem AES67-Audio-over-IP-Interoperabilität-Standard. Sie alle verfügen über Lawos neuen VisCon__Navigator, eine intuitiv bedienbare Softwareanwendung für den einfachen Setup von Audio- und Video-Streams in IP-Netzwerken, mit dem keine besonderen IT-Kenntnisse nötig sind. Das erste Produkt der neuen A__line Serie ist der A__mic8. In Lawo Qualität bietet er acht Mic/Line Eingänge, vier Line-Ausgänge, acht GPIOs und zwei RAVENNA/AES67 Ethernet-Ports in einem kompakten 19‘‘ 1HE Gehäuse. Das Gerät ist laut Lawo für eine Vielzahl von Anwendungen und Umgebungen geeignet und hat Lawo Mikrofon-Preamps, die den höchsten Ansprüchen an Audioqualität entsprechen. Neben minimaler Distortion und Noise in Verbindung mit überragender Audio-Performance kann der A__mic8 über eine IP-Netzwerk-Verbindung gesteuert werden.

In einer Weltpremiere zeigte Lawo auf der NAB sein neues Broadcastmischpult mc²56XT. Das in Las Vegas erstmals präsentierte Mischpult bietet die hochklassige Audio-Performance und die Features des mc²56, geht aber mit der doppelten Anzahl an Fadern auf derselben Oberfläche noch einen Schritt weiter. Damit reagiert Lawo nach eiugenen Angaben auf den Bedarf nach einem Pult mit mehr physischen Fadern auf kleinem Raum – und das in einem übersichtlichen, intuitiven Design und kombiniert mit erweiterter, moderner Funktionalität in bekannter Lawo Qualität. Das XT Modell bietet Konfigurationen mit 48 – 144 Fadern in einem High-Density Doppel-Fader Layout, wobei die Frames durch Standalone-Extender mit jeweils 16 oder 32 Fadern noch erweitert werden können.

Das mc²56XT kann nach Kundenwunsch konfiguriert werden, so dass es einer großen Bandbreite an Workflow-Anforderungen entspricht. Die Meterbridge zeigt alle Fader-Levels auf den HD-Touchscreens der Konsole, und mit dem Multi-Row-Metering werden alle Fader-Levels dargestellt, inklusive die der zweiten Faderreihe im XT, wie auch die Signale anderer Layers oder Banks. Das Pult kann noch weiter angepasst werden, da die Overbridge weitere Module wie ein Userpanel oder beispielsweise ein RTW-Goniometer aufnehmen kann. Da sich AoIP in den nächsten Jahren zur dominierenden Transporttechnologie im Broadcast entwickeln wird, hat Lawo die RAVENNA / AES67 Technologie bereits in alle mc²56 Mischpulte integriert – mit nur zwei Einschubkarten, mit denen sich ein betriebssicheres Audionetzwerk aufbauen lässt.

Clear-Com stellte auf der NAB 2015 Neuheiten wie die Mobile-App Agent-IC und Clear-Com Gateway vor. Auch Weiterentwicklungen von FreeSpeak II, der Bediensoftware EHX und der 2-/4-Draht IP-Coder LQ Serie waren erstmals zu sehen. Über die iOS-App „Agent-IC“ lässt sich ein vollwertiges Intercom-Panel mit bis zu 15 Kanälen auf einem Apple iPad oder iPhone bedienen. Über einfache Touch-Bedienung lassen sich Anrufe absetzen und annehmen und die jeweiligen Audiopegel individuell einstellen. Die Anbindung erfolgt über die Matrix-IP-Karte in Verbindung mit WLAN oder die mobilen Datennetze 3G/4G/LTE. Da es sich um ein „Floating-License-Modell“ handelt, lassen sich unbegrenzt viele Clients installieren. Eine Version für mobile Geräte mit Android-OS ist ebenfalls in Planung. Die Kommunikation findet unter Verschlüsselung statt, zudem ist der Zugriff passwortgeschützt.

Das integrierte, roamingfähige Drahtlos-Intercom-System FreeSpeak II wurde um ein Frequenzband erweitert. So lassen sich Installationen mit einer noch höheren Anzahl an Nutzern ermöglichen. Neben der DECT-Variante gibt es nun die Version im lizenzfreien 2,4-GHz ISM-Band, die ebenfalls eine robuste Vollduplexkommunikation in hoher Sprachqualität bietet. Die hohe Reichweite und einfache Bedienung sind weiterhin gleich geblieben. Mit den E-Que-HX-Matrixkarten lässt sich eine vollintegrierte Intercom-Lösung für insgesamt bis zu 90 drahtlose Beltpacks in einem System realisieren.

Des Weiteren wurde die neueste Version der Konfigurations- und Kontrollsoftware für Intercom-Matrizen EHX v. 8.5 auf der Messe vorgestellt. Änderungen im laufenden Betrieb sind bereits in vorherigen Versionen im „Production Maestro“ möglich, inzwischen wurde die Zuweisung von IFBs hinzugefügt. Insgesamt lassen sich bis zu 64 Matrizen und 200 IFBs mit der Software überwachen. Die grafische Oberfläche wurde modernisiert und lässt sich nun auch auf Touch-Monitoren bedienen, wie zum Beispiel auf Tablets. Eine weitere Produktneuheit stellt das Clear-Com Gateway dar. Es findet dort Anwendung, wo unterschiedliche Handfunksysteme, SIP-Telefone und Vierdrähte an die Intercom angebunden werden sollen. In einer HE können bis zu 16 Ports untergebracht werden, um die Endgeräte in das Gesamtsystem zu integrieren.Die LQ Series-Geräte dienen dazu, wahlweise Zweidraht oder Vierdrahtsysteme über IP zu verbinden, entweder mit oder ohne angebundener Matrix. Bis zu sechs Geräte können in einer Punkt-zu-Punkt- oder einer Punkt-zu-Multipunktverbindung über ein Webinterface auf PCs, Macs oder Tablets gesteuert werden. Des Weiteren lassen sich bis zu fünf Beltpacks durch eine LQ-Series-Station speisen.

Große Aufmerksamkeit fand in Las Vegas das neue Audio-Live-Mixing-Pult VENUE | S6L von AVID. Ausgestattet mit moderner, intuitiv bedienbarer Touchscreen-Oberfläche, soll es Audio-Profis ermöglichen, auch die umfangreichsten, komplexesten Tourneen und Events problemlos abzuwickeln. Die direkte Integration von Pro Tools macht laut Avid VENUE | S6L außerdem zum perfekten Front-End für die MediaCentral-Plattform, Avids vernetzten Umgebung für Medienproduktion und -Distribution. „In den zehn Jahren seit Einführung des ersten VENUE-Systems hat sich Avid als Vorreiter im Bereich innovativer Live-Sound-Produkte etabliert. Mit VENUE | S6L liegt die Messlatte nun noch einmal höher“, erklärte Chris Gahagan, Senior Vice President of Products and Technology bei Avid. Die Auslieferung des neuen Live-Mischpults soll im 3. Quartal 2015 erfolgen. Die Konsole gibt es in drei verschiedenen Konfigurationen: S6L-32D (32 + 2 Fader, 96 konfigurierbare Drehgeber, 1 integrierter Master-Touchscreen, 3 integrierte Channel-Touch-Module),  S6L-24D (24 + 2 Fader, 64 konfigurierbare Drehgeber, 1 integrierter Master-Touchscreen, 2 integrierte Channel-Touch-Module) und S6L-24 (24 + 2 Fader, 64 konfigurierbare Drehgeber, 1 integrierter Master-Touchscreen). Das VENUE | S6L-System wird über die gleiche VENUE-Software gesteuert wie alle Avid-Live-Systeme.

Eckhard Eckstein

MB 3/2015

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