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AG DOK fordert Umbau der Filmförderung

AG DOK fordert Umbau der Filmförderung

AG Dokumentarfilm/AG DOK fordert einen radikalen Umbau des deutschen Filmfördersystems. Die anhalte Krise der Filmförderungsanstalt FFA, aber auch der wachsende Einfluss der Fernsehsender auf die Filmförderung der Länder machen es nach Ansicht des Verbandes nötig, über Alternativmodelle nachzudenken.

Aus einigen Regionalförderungen holen die Sender über ihre Tochterfirmen oder durch Finanzierungszusagen für reine Fernsehauftragsproduktionen schon heute mehr Geld heraus, als sie einzahlen. In einer Podiumsdiskussion zum 30-jährigen Bestehen des Verbandes, der mit mehr als 875 Mitgliedern zu den größten Interessenvertretungen der deutschen Filmbranche zählt, stellte die AG DOK jetzt in Leipzig erste Ergebnisse einer Studie vor, die den Fernseh-Einfluss auf die Filmförderung anhand der Förderentscheidungen der letzten drei Jahre kritisch unter die Lupe nimmt. Der Dokumentarfilmverband beklagt auch das schwindende Interesse der Sender am deutschen Kinofilm. Zwischen 2007 und 2009 hat sich der Finanzierungsanteil des Fernsehens an den beim DFFF eingereichten Kinofilm-Projekten von 14 auf 7 Prozent halbiert.
Für die AG Dokumentarfilm forderte der Berliner Produzent Martin Hagemann eine klare Trennung zwischen TV- und Filmförderung. Dass eine solche Abgrenzung möglich ist und zu guten Resultaten führt, erläuterte Autor, Regisseur und Produzent Fosco Dubini am Beispiel seines Heimatlandes Schweiz.

Diskussionsteilnehmer wie Manfred Schmidt, Geschäftsführer der mitteldeutschen Medienförderung, und Dietrich Reupke, Koordinator der filmpolitischen Arbeitsgruppe auf Länderebene, zeigten Verständnis für den Unmut der Produzenten. Schließlich habe die Filmförderung ja gerade das Ziel, die Position unabhängiger Produzenten gegenüber den übermächtigen Fernsehveranstaltern zu stärken. Das werde offenbar nicht überall umgesetzt. (11/10)

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