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# Bitfocus: Vom Companion-Helfer zur Enterprise-Steuerung
- URL: https://mebucom.de/produktion/bitfocus-vom-companion-helfer-zur-enterprise-steuerung/
- Published: 2026-09-25T09:58:32.000Z
- Updated: 2026-09-30T13:41:00.000Z
- Description: Auf der IBC sprach mebucom mit Bitfocus-CEO Ole-Andreas Løvland über die Anfänge von Companion und darüber, warum daraus mit Buttons eine zentrale Steuerungsplattform entstanden ist.
- Author: Niklas Eckstein
- Tags: Produktion & Live-Workflows, IBC 2026, #wp, #wp-post, #Import 2026-09-30 15:23

Bitfocus kennen viele Anwender vor allem über Companion. Auf der IBC hat mebucom mit CEO Ole-Andreas Løvland darüber gesprochen, wie aus einem Werkzeug für kleinere Produktionen zunächst ein weit verbreitetes Open-Source-Projekt wurde – und warum das Unternehmen mit Buttons inzwischen eine deutlich größere Aufgabe angeht.

Die Idee zu Bitfocus entstand 2018 aus einem ganz praktischen Problem. Løvland betrieb damals selbst eine Produktionsfirma und arbeitete mit den späteren Mitgründern von Bitfocus zusammen. Gerade bei kleineren Jobs war zusätzliches Personal oft nicht drin, trotzdem mussten mehrere Systeme parallel bedient werden. „Wir brauchten gefühlt acht Arme, weil wir mehrere Dinge gleichzeitig bedienen mussten“, erinnert sich Løvland.

Als Elgato das Stream Deck auf den Markt brachte, lag die Idee nahe, die physischen Tasten nicht nur mit einzelnen Funktionen zu belegen, sondern über APIs mehrere Systeme und Aktionen miteinander zu verknüpfen. Der Operator konnte damit Abläufe auslösen, ohne ständig zwischen unterschiedlichen Bedienoberflächen wechseln zu müssen.

Aus dieser Arbeit entstand Companion, das Bitfocus von Beginn an als Open-Source-Projekt veröffentlichte. Über die Jahre wuchs darum eine Community, die selbst Connections und Erweiterungen beisteuerte. Løvland spricht heute stolz von rund 300.000 registrierten Nutzern und schätzt, dass weltweit zwischen 800.000 und einer Million Companion-Installationen existieren.

## Größere Produktionen verlangten nach einer anderen Struktur

Spätestens während der Pandemie zeigte sich allerdings, dass der Ansatz bei umfangreicheren Umgebungen an Grenzen stößt. Das Team baute Streaming-Center und arbeitete an Produktionen, in denen teilweise 20 Companion-Installationen parallel liefen. Jede einzelne davon ließ sich zwar bedienen wie vorgesehen, gemeinsam wurden sie aber zunehmend aufwendig zu warten und zu überwachen.

Aus dieser Erfahrung heraus begann Bitfocus, an einer zentralen Software zu arbeiten. Buttons wird seit rund drei Jahren entwickelt und ist heute die Plattform, mit der das Unternehmen Steuerung, Routing und Automatisierung größerer Produktionsumgebungen zusammenführt.

![Bitfocus auf der IBC2026](https://mebucom.de/content/images/wordpress/2026/09/DSC02383-1.jpg)

Bitfocus präsentierte auf der IBC die neue Version von Buttons und zeigte am Stand, wie sich damit komplexere Produktionsumgebungen zentral steuern lassen.

Die aktuelle Version bietet unter anderem frei aufgebaute Bedienoberflächen, Cue Lists, einen grafischen Workflow-Editor sowie Multi-Routing und Salvos. Hinzu kommt natives NMOS-Routing für ST 2110 und IPMX. Für größere Installationen unterstützt Buttons außerdem Role-Based Access Control und redundanten Serverbetrieb; auch vollständig vom Internet getrennte Systeme lassen sich per Offline-Lizenz betreiben.

Anfang 2025 brachte Bitfocus zunächst die Light- und Individual-Versionen auf den Markt, im April 2026 folgte die Enterprise-Version. Für Løvland gehören gerade Funktionen wie SSO, Redundanz, Zertifizierungen und die Anforderungen großer Organisationen inzwischen selbstverständlich dazu. „Das ist der langweilige Kram“, sagt er, „aber wenn man in große Produktionen geht, braucht man genau das.“

Der Anspruch hinter Buttons ist dabei nicht, dem Operator noch mehr Technik vorzusetzen. Im Gegenteil: Die Oberfläche soll möglichst einfach bleiben, während im Hintergrund auch komplexere Infrastrukturen angebunden werden können. „Wir wollen Menschen hinter die Buttons setzen können, die sich stärker auf den Inhalt als auf die Technik konzentrieren“, sagt Løvland. Dafür müsse das System so gebaut sein, dass es im Alltag funktioniert und sich bei Problemen nicht nur von Spezialisten bedienen lässt.

## Mehr Interfaces, mehr Standorte

Als nächste Schritte nennt Løvland unter anderem Bedienoberflächen für iPads und Android-Geräte sowie die Einbindung von Live-Video. Damit könnte etwa ein Reporter an einem remoten Standort Steuerung und Return Feed auf demselben Gerät erhalten.

Mit Cloud Connect arbeitet Bitfocus außerdem daran, mehrere Standorte einfacher miteinander zu verbinden. Løvland beschreibt das am Beispiel eines Operators in Oslo, der ein System in London steuern soll, ohne dass dafür zunächst eine individuelle Netzwerklösung gebaut werden muss. Parallel dazu erweitert Bitfocus die Integrationen mit anderen Herstellern und entwickelt zusätzliche Presets und Connections.

Companion soll daneben Open Source bleiben. Das Projekt werde inzwischen von vielen Entwicklern außerhalb von Bitfocus mitgetragen, sagt Løvland; zugleich stellt das Unternehmen eigene Connections wieder der Community zur Verfügung und nutzt seinerseits deren Entwicklungen. „Es ist ein Geben und Nehmen“, beschreibt er das Verhältnis. Daran will Bitfocus festhalten: „Es hilft jeden Tag sehr vielen Menschen. Ich werde daran niemals etwas ändern.“