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# Creative Technology beim ESC: 500 qm LED-Bühne komplett über IP
- URL: https://mebucom.de/produktion/creative-technology-esc-2026-led-buehne-ip/
- Published: 2026-05-18T08:02:05.000Z
- Updated: 2026-05-18T08:02:12.000Z
- Description: Der schwedische Dienstleister fährt die LED-Bühne in Wien als native ST2110-Architektur – ohne ein einziges SDI- oder HDMI-Kabel zwischen Media Server und LED-Controller.
- Author: Niklas Eckstein
- Tags: Produktion & Live-Workflows, Creative Technology, ESC, NEP, #wp, #wp-post, #Import 2026-06-22 21:27

Beim Eurovision Song Contest 2026 betreibt Creative Technology, Teil der NEP-Group, eine rund 500 Quadratmeter große LED-Bühne als reine IP-Infrastruktur. Die gesamte Signalverteilung läuft nativ in ST2110, direkt aus den Media Servern bis in die LED-Controller. Für den Dienstleister ist es das dritte Jahr in Folge, in dem er die Eurovision-Bildebene nach diesem Architekturprinzip aufsetzt.

## 500 Quadratmeter in drei Zonen

Die Bühne in der Wiener Stadthalle besteht aus drei zusammenhängenden LED-Bereichen: dem Upstage-Screen im Hintergrund, dem LED-Floor und der LED-Curve, ergänzt um den separat aufgesetzten Bildschirm im Green Room. Verantwortlich für die Hardware vor Ort ist ein 16-köpfiges Team unter Leitung von Karl Wigenius, Head of Video bei Creative Technology Schweden, beim ESC Product Manager für Video-Delivery. Der Aufbau dauerte rund zehn Tage – nach Wigenius' Angaben kürzer als in den Vorjahren. Flächenmäßig ist die Wiener Bühne kleiner als die in Basel 2025 und etwa halb so groß wie das Setup in Malmö 2024.

![Karl Wigenius, Head of Video bei Creative Technology.](https://mebucom.de/content/images/wordpress/2026/05/IMG_4169-1.jpg)

Karl Wigenius, Head of Video bei Creative Technology.

## Native ST2110 von Disguise bis Megapixel

Die Architektur folgt einem klaren Prinzip: kein Baseband zwischen Serverseite und LED-Wand. Disguise-Media-Server speisen die Inhalte direkt als ST2110-Stream ins Netzwerk, von dort gehen sie ohne Konvertierung in die Megapixel-LED-Controller. Wigenius: „Die gesamte Signalverteilung machen wir nativ in ST2110, direkt aus unseren Media Servern raus über das Netzwerk in die Controller. Keine Konvertierung, keine Baseband-Kabel wie SDI oder HDMI dazwischen. Das ist in unserem Setup in dieser Größenordnung eher selten."

Die Redundanz ist 1:1 ausgelegt. Wigenius: „Wir haben ein Main- und ein Backup-System gebaut, eine rote und eine blaue Seite. Jedes System hat damit ein direktes Backup im Verhältnis 1:1\. Bei einem Ausfall können wir den Teil sofort aus der blauen Seite ersetzen." Sichtbar wird das im Master Control Room als zwei parallel laufende Fault-Viewer-Wände: rot für die aktive Strecke, blau für den Hot Spare.

## Eigenentwickeltes Dashboard, 4,2 Terabit live

Das Netzwerk umfasst rund 26 Switches und etwa 480 Geräte – Screen-Controller, Media-Server, Encoder. Im Live-Betrieb verteilt Creative Technology darüber rund 4,2 Terabit pro Sekunde. Zur Überwachung hat das Team eine eigene Dashboard-Anwendung entwickelt. Sie liest aus jedem im Netzwerk angeschlossenen Gerät die Telemetriedaten aus und visualisiert sie im Master Control Room: Netzwerklast, Signalintegrität, Verarbeitungs-Pipelines – und die Stromaufnahme aller Screens in Echtzeit. Im Normalbetrieb läuft die LED-Bühne bei rund 100 Kilowatt. „Wenn alle Screens auf Weiß gingen, würde der Verbrauch leicht auf das Doppelte steigen – rund 200 Kilowatt statt 100", so Wigenius.

![](https://mebucom.de/content/images/wordpress/2026/05/IMG_4164.jpg)

Alle Netzwerkkomponenten im Blick – inklusive dem Stromverbrauch.

## MIDI-Trigger aus Audio, PSM-Tracking für den Stage Lift

Die LED-Bühne ist nicht nur Signalempfänger, sondern in mehrere Departments hineinverdrahtet. Vom Ü-Wagen erhält Creative Technology den Timecode, dazu Programm-Feed, einzelne Kameras und Grafik-Feeds, die in die Bühnen-LED eingeblendet werden können. Die Audio-Abteilung liefert MIDI-Trigger, die zu bestimmten Zeitpunkten innerhalb eines Songs Effekte auf den Wänden auslösen. Und vom Stage Lift kommen PSM-Tracking-Daten. Wigenius: „Es gibt einen Stage Lift, der einen Teil der Bühne inklusive LED-Boden bis zu acht Meter über den Bühnenboden anhebt. Wir tracken das mit PSM-Daten – wenn der hochfährt, blenden wir die Wand dahinter aus, damit sie das Licht und die Projektion nicht stört."

![Kommandozentrale von CT hinter der Bühne des ESC.](https://mebucom.de/content/images/wordpress/2026/05/IMG_4159.jpg)

Kommandozentrale von CT hinter der Bühne des ESC.

## Wachsende Routine in der IP-Architektur

Die native ST2110-Architektur ist keine Wien-spezifische Lösung, sondern das Ergebnis einer dreijährigen Entwicklungsarbeit für den Eurovision. Systemtechnisch entspricht das Wiener Setup nach Wigenius' Angaben dem Aufbau aus Basel und Malmö – die schnellere Inbetriebnahme ist Ausdruck einer wachsenden Routine. Wie eng das CT-Team den Live-Betrieb überwacht, formuliert Wigenius nüchtern: „In der Regel wissen wir hier drinnen schon, wenn etwas schief läuft, bevor es draußen auf der Bühne sichtbar wird."