> ## Content Index
> Fetch the complete content index at: https://mebucom.de/llms.txt
> Use this file to discover other available public pages before exploring further.

# DEL2: Live-Produktion in eigener Hand
- URL: https://mebucom.de/produktion/del2-live-produktion-in-eigener-hand/
- Published: 2026-11-06T15:44:18.000Z
- Updated: 2026-11-06T15:44:18.000Z
- Description: Die Clubs produzieren, die Liga setzt Standards und verhandelt die Medienrechte. Wie die zweite deutsche Eishockeyliga aus Fanprojekten einen gemeinsamen Streamingbetrieb entwickelt hat – und weshalb die Absicherung der Signale dabei immer wichtiger wurde.
- Author: Niklas Eckstein
- Tags: Produktion & Live-Workflows, LiveU, Eishockey, Live Sports Summit, #top-story

Wer die Spiele der 2\. Deutschen Eishockey Liga live sehen möchte, bekommt Bilder, für deren Produktion die Clubs selbst verantwortlich sind. An den 14 Standorten entstehen die Übertragungen mit eigenen Teams und unterschiedlich ausgestatteten Regien. Die Liga gibt gemeinsame Standards vor, schult die Beteiligten und bündelt die Verhandlung mit dem Medienpartner.

„Wir haben uns eine Art Inhouse-TV geschaffen, wo wir selber die Produktionshoheit haben“, sagt DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch. Gemeinsam mit Robert Grafe, dem Leiter Bewegtbild, Daten und Medien der Liga, stellte er dieses Modell beim LIVE SPORTS SUMMIT 2026 in der Münchner Motorworld vor. Die beiden beschrieben den Weg von einer einzelnen Trainerkamera bis zu Mehrkameraproduktionen in 1080p50 – und die Vorkehrungen, mit denen die Clubs ihre Übertragungen heute gegen Ausfälle absichern.

## Ein Auswärtsspiel für 3,50 Euro

Die Fans sollten ihre Mannschaft auch dann verfolgen können, wenn sie nicht zum Auswärtsspiel reisten. Bei zwei Begegnungen pro Wochenende war das regelmäßig der Fall. Eine Kamera gab es ohnehin, denn die Spiele mussten für die Trainer aufgezeichnet werden. Aus dieser Pflichtaufzeichnung entstand die Idee, die Bilder auch ins Netz zu bringen.

Bereits 2007, noch vor der Gründung der DEL2, begannen erste Zweitligastandorte, unterstützt von technisch versierten Fans, mit solchen Übertragungen. Rudorisch erinnert sich an ein verpixeltes Bild, das sich kaum im Vollbild ansehen ließ; die Internetanschlüsse begrenzten die Qualität bei Sender und Empfänger. Trotzdem vermittelte der Stream etwas, das der Liveticker nicht bot: Man hörte die Arena und konnte das Geschehen auf dem Eis mitverfolgen. In der Anfangszeit erreichte die unkommentierte Übertragung für schlanke 3,50 Euro rund 80 Zuschauer.

![Robert Grafe, Leiter Bewegtbild, Daten und Medien der DEL2](https://mebucom.de/content/images/2026/11/DSC03698.jpg)

Robert Grafe, Leiter Bewegtbild, Daten und Medien der DEL2, betreut die technische Weiterentwicklung der Spielübertragungen.

Aber die Fanprojekte entwickelten sich stets weiter. Zusätzliche Perspektiven kamen hinzu, später die Kommentierung. Bremerhaven gehörte nach Rudorischs Erinnerung zu den Vorreitern und produzierte schon früh mit acht oder neun Kameras. Aus dem Umfeld der ehrenamtlichen Projekte entstand mit der Sports Trade GmbH und ihrer Plattform [SpradeTV](https://www.sprade.tv/de/?ref=mebucom.de) auch der langjährige Streamingpartner der Liga.

Mit SpradeTV wuchs die Zahl der Clubs, die ihre Spiele übertrugen. Ein ligaweites Angebot setzte allerdings voraus, auch jene Standorte zu gewinnen, die dem Streaming noch zurückhaltend gegenüberstanden. Dort gab es unter anderem die Sorge, dass Fans künftig zu Hause bleiben könnten, statt in die Halle zu gehen. Das Gegenteil war der Fall – die weitere Entwicklung zeigte, dass sich beides miteinander vereinbaren ließ: Das Streaming schuf zusätzliche Aufmerksamkeit für den Sport, während auch der Besuch in den Arenen zunahm. Rudorisch berichtete beim Summit von einem Zuschauerrekord mit mehr als 3.700 Besuchern pro Spiel in der zurückliegenden Saison. Damit ist die DEL2 die zuschauerstärkste 2\. Eishockeyliga in ganz Europa – noch vor Finnland und Schweden.

## Die Einnahmen bleiben an den Standorten

2017 waren schließlich alle Clubs im gemeinsamen Streamingprojekt vereint. Die Liga übernahm die Organisation und verhandelte mit dem Streamingpartner einen ligaweiten Vertrag. Dabei regelte sie auch die Erlösverteilung: Die Einnahmen aufseiten des Sports fließen an die Clubs zurück und unterstützen dort auch die Weiterentwicklung von Kameraarbeit, Regie und Kommentierung. „Sämtliche Erlöse, die wir aufseiten des Sports erzielen, gehen an die jeweiligen Standorte“, sagt Rudorisch.

Die lokale, von den Clubs verantwortete Produktion blieb erhalten, während die Liga das gemeinsame Angebot am Markt ausschrieb. Zur Saison 2024/25 wechselten die exklusiven Medienrechte von SpradeTV zu Sportdeutschland.TV, heute [Sporteurope.TV](https://sporteurope.tv/?ref=mebucom.de). Der neue Partner verbreitet sämtliche Hauptrunden- und Endrundenspiele live und auf Abruf. Der Umfang ist beeindruckend – allein die Hauptrunde umfasst 364 Begegnungen, hinzu kommen die Spiele der Endrunde.

## Gemeinsame Vorgaben für unterschiedliche Infrastrukturen

An den Standorten sind über die Jahre unterschiedliche Regieumgebungen gewachsen. Einige Teams arbeiten mit ATEM-Bildmischern von Blackmagic Design, andere produzieren mit vMix. Die Liga setzt gemeinsame Vorgaben für Kamerabesetzung, Programmablauf und Signalanlieferung.

Rudorisch nennt dafür das Schema „4+4+1“. Die DEL2-Richtlinien für 2025/26 konkretisieren es als vier bemannte und vier unbemannte Kameras sowie eine Chip-Kamera für die Moderatoren. Manche Standorte gehen darüber hinaus und produzieren nach seiner Darstellung mit bis zu 13 Kameras. Alle Übertragungen werden kommentiert, überwiegend von zwei Personen. Dazu kommen Vorberichte, Interviews und Analysen in den Drittelpausen.

![Live Sport Summit 2026 in München](https://mebucom.de/content/images/2026/11/DSC03706.jpg)

Geteilte Stadionnetze und schwankende Bandbreiten erschwerten die Signalanlieferung. Die DEL2 bündelt mit LiveU mehrere Netzverbindungen und hält alternative Ingest-Ziele bereit.

## Übertragungssicherheit für unterschiedliche Standorte

Schwierigkeiten bereitete der DEL2 lange die Anbindung der Arenen. Gerade bei neu aufgestiegenen Clubs fehlte mitunter eine leistungsfähige Festnetzanbindung, teilweise war auch der Mobilfunkempfang eingeschränkt. Vorhandene Stadionnetze teilten sich die Produktionsteams zudem mit Presse, VIPs und anderen Nutzern. Beanspruchten diese gleichzeitig den Anschluss, konnte die Bandbreite für den Stream knapp werden. 

Die Liga setzt deshalb auf LiveU-Einheiten, die mehrere verfügbare Netzverbindungen bündeln. Zur Saison 2021/22 begann sie mit der Solo und zusätzlichen Mobilfunkmodems. Als der neue Medienpartner später höhere Datenraten und mehrere Audiosignale verlangte, reichten die bisherigen Geräte mit ihrer Begrenzung auf 8 Mbit/s und zwei Audiokanäle nicht mehr aus. Die DEL2 wechselte zur Solo Pro und erhielt in Zusammenarbeit mit LiveU ein Update für die benötigte Vierkanal-Audioübertragung.

An den Standorten werden dafür kabelgebundene Netzzugänge, WLAN und verfügbare Mobilfunkverbindungen angeschlossen. Verbindlich vorgeschrieben ist auch das LiveU Reliable Transport Protokoll, das die Verbindungen bündelt und Übertragungsfehler abfangen soll. Nach Grafes Erfahrung ließen sich die Ausfälle damit auf nahezu null reduzieren. Inzwischen sind außerdem alle Arenen über Glasfaser angebunden und liefern ihre Streams in 1080p50.

Die Infrastruktur lässt sich auch bei einer Havarie in der Regie nutzen: Über die Kreuzschiene kann das Rohsignal der Hauptkamera zur LiveU-Einheit durchgeschaltet werden, bei Bedarf lässt sich die Kamera direkt anschließen. „Ich habe immer noch ein Bild und kann dann im Zweifelsfall den Zuschauer trotzdem versorgen“, sagt Grafe. Für Ausfälle auf der Empfangsseite sind alternative Ingest-Ziele hinterlegt, auf die das Team wechseln und die Übertragung neu starten kann.

![DEL2 Sendestandard für Sporteurope.tv](https://mebucom.de/content/images/2026/11/DSC03694.jpg)

Mit Sporteurope.TV stiegen die Anforderungen an Datenrate und Audioübertragung. Die DEL2 setzt inzwischen auf Glasfaseranbindungen, Streams in 1080p50 und LiveU Solo Pro mit Vierkanal-Audio.

## Die Bilder arbeiten nach dem Spiel weiter

Aus der eigenen Produktion gewinnt die DEL2 zugleich Material für ihre übrige Kommunikation. Über die Zusammenarbeit des Medienpartners mit WSC stehen zum Spielende Highlights für die Liga und die Plattform bereit. Die Medienverantwortlichen der Clubs können bereits während einer Begegnung aktuelle Szenen für ihre Social-Media-Kanäle nutzen.

Parallel baut die Liga ein Archiv ihrer Spielaufzeichnungen auf. Daraus lassen sich Inhalte auch unter der Woche und in der Sommerpause verwenden. Was mit Übertragungen für daheimgebliebene Fans begann, liefert heute auch Material für die Kommunikation zwischen den Spieltagen. Produziert werden sie weiterhin dort, wo dieser Weg begonnen hat: bei den Clubs.