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Günstige Alternative

Günstige Alternative

Die britische Firma Disk Archive Cooperation (DAC) präsentierte auf der IBC 2011 das Disk basierte Serversystem Alto 150. Das für bis 150 TB ausgelegte Langzeit-Speichersystem wird als Alternative zu Bandarchivlösungen angeboten. Über die Vorzüge des Systems sprach MEDIEN BULLETIN mit Regional Manager Manfred Zander.

Auf großes Interesse stieß auf der IBC 2011 in Amsterdam das Disk-basierte-Speichersystem ALTO-150 der britischen Firma Disk Archive Cooperation (DAC). „Es ist eine echte Alternative zu den klassischen Bandarchivlösungen“, erklärte Regional Manager Manfred Zander. Das neue System sei speziell mit Blick auf den stark wachsenden Bedarf an großen, leistungsstarken, sicheren und kosteneffektiven Offline-Langzeit-Speichersystemen für Medieninhalte entwickelt worden. Das 5RU-Chassis der ALTO-150 Archive- und Content Library lässt sich mit Festplatten bis zu 3TB bestücken und ist so bis zu 150TB aufrüstbar. In einem Standard-42RU-Rack können skalierbar über 1,2 Petabytes Daten zur Verfügung stehen.

Die Platten sind während des Betriebs austauschbar (hot swappable). „Wir haben hier keine RAID- sondern eine MAID-Infrastruktur (Massive Array of of Independent Disks). Die Files sind also nicht segmentiert. Wir legen komplette Files ab und replizieren diese zwei- oder dreimal, um die nötige Redundanz zu gewährleisten“, erklärt Zander. Integrierte Spin-down-Mechanismen würden dafür sorgen, dass die Platten sich immer im Stand-by-Modus befinden, es sei denn, dass auf die Files zugegriffen werde. „Das spart richtig viel Energiekosten“, betont Zander. „Die Spin-up-Latenzzeit bei der eingesetzten Plattentechnik ist unheimlich schnell. Auch das macht das System sehr interessant. Die Gesamtbetriebskosten sind wesentlich günstiger als bei Bandarchiven“, meint er. Der Lebenszyklus der Festplatten wird durch die Spin-down-Technology dramatisch verlängert und ist hiermit den klassischen Tape Libraries gegenüber erheblich im Vorteil.

Datenbänder müssten spätestens nach 30 bis 40 Jahren auf neue überspielt werden. Zander: „Bei dem ALTO-System entfällt auch weitestgehend die Administration. Wir haben ein virtuelles Filesystem für die Administration der ganzen Daten eingebaut ebenso wie die nötigen Schnittstellen zum Media Asset Management (MAM). Dahinter verbirgt sich ein Linux CentOS-Betriebssystem.“

Erste TV-Sender und Postproduktionshäuser weltweit arbeiten nach Angaben des DAC-Managers bereits mit ALTO-Systemen. „Für die regionale Nachrichtenproduktion hat der russische Sender VGTRK zukünftig ein großes System mit 10 ALTO-150-Systemen im Einsatz. Hier wird ein komplett vernetztes System inklusive dem MAM-System Media Explorer von Media Alliance über alle Zeitzonen in ganz Russland hinweg implementiert. Der Workflow erlaubt, dass man in Moskau genau sehen kann, was in Sibirien gerade produziert wird. Moskau hat Zugriff auf den Content und kann entscheiden, was in das Playout gehen und lokal ausgespielt werden soll. Zukünftig sollen alle lokalen VGTRK-Sender mit ALTO-150 ausgestattet werden.“ Weitere Kunden-Referenzen hat DAC unter anderem mit StarHub in Singapore, Intigral in Dubai und PCCW in Hong Kong. Insgesamt sind weltweit bereits 60 Systeme im Einsatz. Im deutschsprachigen Raum gibt es noch keine Kunden. „Wir fangen hier gerade erst an.

Aber es gibt bereits einige Interessenten im Postproduktionsbereich“, verrät Zander. „Potentielle Kunden für ALTO-Systeme sind aber nicht nur Medienhäuser sondern auch alle Unternehmen, die mit Videoüberwachung oder mit der Aufzeichnung großer Bild- und Daten-Mengen zu tun haben. Wir sprechen beispielsweise auch mit Behörden, die Satelliten-Downlinks für Kontrollzwecke aufzeichnen“, erklärt er.

Für Sender, die ihre analogen Bandarchive zur Langzeitarchivierung eindigitalisieren müssen, mache allerdings das ALTO-System allein aus Gründen der Kosten und des Betriebsaufwandes besonders viel Sinn. „Speicherplatten in der Serverumgebung sind haltbarer. Ihre mechanische Belastung ist deutlich geringer und ihre Lebensdauer deshalb deutlich höher als die von Datenbändern. Dass Bänder viel anfälliger gegen Störungen sind ist auch physikalisch belegt“, erklärt er. Als weiteren Vorteil sieht er, dass beim Plattenspeicher beliebig viele Nutzer auf das Material gleichzeitig zugreifen können. Bei bandbasierten Systemen sei das nicht möglich. Zander: „Ganz aktuell ist, dass ALTO jetzt auch mit den Avid-Systemen sprechen kann. Das eröffnet uns große Möglichkeiten auf dem Postproduktionsmarkt sowie in den Bereichen IPTV, Internet-TV und Mobile-TV.“
Eckhard Eckstein
(MB 12/11_01/2012)

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