Cookie Consent by TermsFeed
      produktion-news
      mebucom
                
Leistungsgrenze nicht zu knacken

Leistungsgrenze nicht zu knacken

Seit der IBC 2008 ist MCI Studio Hamburg Vertriebspartner von Isilon Systems. Um die Clustered Storagelösungen des Unternehmens in Verbindung mit sehr hohen Datentransfers zu testen, mögliche Grenzen des Systems aufzuzeigen und das Zusammenspiel mit den ebenfalls im Vertrieb befindlichen Apple-Produkten zu prüfen, organisierte MCI im März 2009 einen umfangreichen Test. „Wir halten es für unverzichtbar, alle unserer Produkte gut zu kennen und genau einschätzen zu können, bevor wir sie unseren Kunden anbieten. Bei so innovativen und bislang wenig bekannten Lösungen wie die von Isilon ist es uns besonders wichtig, technische Datenblätter und Marketinginformationen mit unseren persönlichen Eindrücken zu untermauern und eigenes Know-how aufzubauen“, erklärte Test-Projektleiterin und MCI-Produktmanagerin Kathrin Kasemir.

Bei dem 14-tägigen Isilon-Testaufbau wurde Studio Hamburg MCI gemeinsam von Isilon, ComLine, Florian Strucken / audioone, WIGE Media, STORDIS und der MCI E-Werkstatt unterstützt. „Der Test wurde von vielen in der Branche mit großem Interesse verfolgt“, sagte Kesemir.
Eingesetzt wurde ein Isilon Serversystem (8 x IQ9000x, 2 x Accelerator), dass via 1 Gb-Ethernet mit 14 Apple Final Cut Clients und einem Avid Media Composer verbunden war und via 10 Gb-Ethernet mit zwei weiteren Final Cut Clients und einem Iridas
FrameCycler. Außerdem wurden bis zu fünf externe HD-SDI-Signale (je 1,485 Gbit/s) über AJA HD I/O-Boxen (4:2:2 HD, 10 Bit), Kona LHe und Telestream Pipeline HD (2-Kanal) auf dem Isilon Datenserver als Quick­time Files unkomprimiert 10 Bit und im ProRes 422 Format abgelegt. Zusätzlich hatte MCI auch ein Sonnet Fusion von Comline im Test lokal per SAS mit einem MacPro verbunden, dessen Inhalte so auch über das Netzwerk verfügbar waren.
Die 10 Gb-Infrastruktur wurde mithilfe eines Fujitsu XG2000C 10 Gb-Ethernet Switch sowie Myricom Myri-10G-Adaptern realisiert. Für die Anbindung der 1 Gb-Clients wurden Standardkomponenten von Cisco und Nortel verwendet.
„Die Clients im Testaufbau konnten praxisnah mit sehr hohem Datenaufkommen arbeiten“, berichtete Kasemir. Test-Ziel im 10 Gb-Netz sei gewesen, pro Accelerator-X und Pro Apple Workstation simultan zwei HD-Streams (10:10:10 uncompressed) sowie einen zusätzlichen SD-Stream laufen zu lassen, ohne „Dropped Frames“ zu bekommen. In Summe seien dies in etwa 350 MB/sec (= 2,8Gbit/s) gewesen

Für weiteres Datenaufkommen wurden über das 1 Gbit-Ethernet-Netz parallel diverse HD ProRes 422-Streams pro Client gelesen und geschrieben. „Diese Clients mit ProRes 422 Lese- und Schreibzugriff konnten das Isilon Storage System nicht ausreizen. Selbst der parallele Lesezugriff auf mindestens vier verschiedene ProRes 422 Files pro Client konnten weder Ingest noch Playout stören“, berichtete Kasemir. Hinzu kam, dass der Iridas Framecycler ununterbrochen mit 160 MB/sec von einem Accelerator gelesen hat.
Das angestrebte Ziel, die Performance-Grenzen des Isilon Systems mit den Multi-HD-Streams der 14 Clients zu knacken, konnte nicht erreicht werden. „Einem Einsatz von Isilon Clustered Storage steht nun auch mit vielen Final Cut Pro Clients, selbst parallel zu PCs, nichts mehr im Wege“, meinte die MCI-Produktmanagerin.

Erwartungen übertroffen
Sie betonte: „Die hohen Bandbreiten haben unsere Erwartungen übertroffen, vor allem, da wir dabei mit all den unterschiedlichen Systemen im Test gleichzeitig unterbrechungsfreie Multistreams der gleichen Datei wie auch unterschiedlicher Dateien nutzen konnten. Nachdem alle Komponenten des Storages fast beliebig skalierbar sind, sehen wir für Medienanwendungen mit Isilon storageseitig kaum noch Beschränkungen in Kapazität und Performance: Vom klassischen Onlinespeicher über Archivanwendungen bis hin zur Bandarchiv-Schnittstelle bietet Isilon für jeden Speicherbedarf eine wachstumsorientierte Lösung.“
Die Flexibilität der Clustered Storage-Systeme von Isilon basiere unter anderem darauf, dass sie keine zusätzliche Client-Software und kein extra Metadatenserver benötigten. Kasemir: „Isilon ist ‚plug & play’ eingerichtet, so dass für jeden User das Storagesystem nur als externe Festplatte gemountet werden muss. Somit ist ein unkomplizierter, paralleler Lese- und Schreibzugriff möglich.“

Besonders überzeugend beim Test sei neben dem unkomplizierten Aufbau und der einfachen Konfiguration von Storage und Clients gewesen, dass alle Komponenten von Anfang an ohne lange Anpassungen jederzeit auf alle Daten zugreifen konnten. Beschränkende Zugriffsrechte wie auch andere Standardtools für die Storage-Verwaltung seien selbstverständlich verfügbar und ebenso einfach zu konfigurieren gewesen.
Testteilnehmer und -beobachter lobten das MCI-Engagement. „Es ist schon beeindruckend, wenn ein Partner dem Thema Shared Storage über Netzwerk so gründlich zu Leibe rückt. Die Isilon-Lösung zeigte, was im High-End-Bereich machbar ist. Für uns war aber auch sehr interessant, was mit Standard-Lösungen wie unserem Sonnet RAID über ein Netzwerk unter realen Bedingungen möglich ist. Auch wir haben hier Know-how aufbauen können“, erklärte ComLine-Produktmanager Video Klaus Preuschhof.
Eingesetzt werden Isilon-Systeme bereits in unterschiedlichsten Anwendungen und Branchen. In der Postproduktion ist Isilon mittlerweile auch mit da Vinci kombinierbar. Auf der NAB 2009 wurde eine entsprechende 2K Echtzeit Digital Intermediate (DI) Farbkorrektur-Lösung vorgestellt. Zudem bietet Isilon jetzt auch ein Interface zum Anschluss einer Tape-Library.
Zu den Isilon-Anwendern hierzulande gehören unter anderem TV1.EU (TV1 GmbH), MotorVision Film- und Fernsehproduktion GmbH, Max-Planck-Institut für molekulare Physiologie und Kodak EasyShare Gallery.

Der Hardwareeinsatz einer Isilon-Installation bewegt sich laut Kasemir von den Kosten her auf dem Niveau vergleichbarer Storage-Lösungen anderer Hersteller. „Einsparungen sind hier vor allem im Bereich Administration und Personaleinsatz zu erwarten. Das senkt die Betriebskosten deutlich. Darin liegt der echte Mehrwert“, betonte sie.
Eckhard Eckstein (MB 06/09)

Zurück