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Neue Möglichkeiten

Neue Möglichkeiten

Live-Übertragungen und Mitschnitte von Konzerten oder großen Events sind äußerst beliebt – beim Zuschauer zuhause. Den Zuschauer vor Ort nerven eher die Kameras auf der Bühne, die sich in seine Sichtachse schieben und das Erlebnis dadurch beeinträchtigen. Insbesondere Steadicam-Aufnahmen, mit denen man für den Zuschauer zuhause ganz nah am Geschehen sein will, blocken oft genug den Blick für den Zuschauer vor Ort. Und auch Musiker sind zusehends genervt von Kameraleuten und Kabelträgern, die direkt vor ihnen herum springen. Blackcam will hier Abhilfe schaffen.

„Für ein Konzert hatte ich nach einem kleinen System gesucht“, erzählt Thomas Janze, Regisseur und Produzent von Musikclips und Konzertaufzeichnungen und GF von Blackcam. „Quasi etwas, das unsichtbar ist!“ Und da er es nicht gefunden hat, hat er es selbst gebaut. So entstand das Schienen- und Remotesteuerungssystem von Blackcam, das unterhalb des Blickfelds der Zuschauer an der Bühnenkante aufgebaut werden kann, aber auch seitlich, über, auf oder auf der Rückseite der Bühne. Das System kann auch im Bühnenboden versenkt werden, so dass nur noch das Objektiv und der Remotehead heraus schaut. Bei der Aufzeichnung des mit 45.000 Menschen ausverkauften Coldplay-Konzerts im RheinEnergie Stadion in Köln im vergangenen Jahr wurde sogar eine 180 Grad-Schiene für eine kleine Kamera um das Schlagzeug von Will Champion herum gebaut, ohne dass sich jemand davon gestört fühlte.

Kern der Blackcam-Entwicklung ist das Schienensystem, auf dem auf einem kleinen Wagen ein Remotehead befestigt ist, der fast alle kleinen Kameras verschiedenster Hersteller tragen kann. Das Schienensystem ist so gebaut, dass sich der Wagen erschütterungsfrei bewegen, beschleunigen und auch abrupt anhalten lässt. Der Standard-Remotekopf trägt bis zu fünf Kilo. Es lassen sich aber auch Remoteheads montieren, die deutlich mehr Gewicht tragen können. Dadurch lassen sich Kameratypen wie die Alexa M, Epic, Scarlet, F3 (Sony), 5D oder RED einsetzen. Das System trägt auch 3D-Rigs. Das System selbst ist sehr leicht und kann daher praktisch überall aufgebaut werden.

Bei einem Bundesligaspiel wurden Testaufnahmen mit einer 40 Meter langen Schiene gemacht, die auf der Werbebande montiert war. So waren Parallelfahrten möglich, die ganz neue Perspektiven auf Spielerinteraktionen und Ballbewegungen erlaubten. Die Kamerawagen können sich mit einer Geschwindigkeit von vier Metern/Sekunde bewegen, was etwa 15 Kilometer/Stunde entspricht. Zudem können die Wagen eine Steigung von zehn Prozent bewältigen und eine Kreisbewegung von einem Radius von einem Meter. „Insbesondere Kurvenfahrten werden nachgefragt“, hat Thomas Janze fest gestellt. „Bei 'Deutschland sucht den Superstar' etwa hatten wir eine 270-Grad-Kurve, bei Coldplay eine von 180 Grad.“ Die Schienen werden nach den individuellen Bedürfnissen der Produktion gefertigt und werden innerhalb kürzester Zeit verlegt. Aktuell ist in den MMC Studios Köln ein 360 Grad Vollkreis für die Pro7/Sat.1 Sendung „Got to Dance“ aufgebaut.

Die Wagen werden mit Batterie oder Kabel betrieben. Mit Hilfe eines Barcodebandes, das unter dem Wagen angebracht werden kann, lassen sich Kamerapositionen vorab programmieren und per Knopfdruck durchführen. Das System wird ansonsten analog wie ein Auto mit Hand und Füßen ferngesteuert. Das garantiert, dass nur eine Person sowohl den Wagen fahren, als auch die Kamera schwenken und zoomen kann. „Das System ist für Clubs und ähnliche Orte gedacht, wo sich keine der üblichen, großen Schienensysteme verlegen lassen und wo Personen zwischen Geschehen und Zuschauer nicht erwünscht sind“, erläutert Thomas Janze die Haupteigenschaft des Blackcam-Systems. „Blackcam ist daher auch kein Ersatz für bestehende Systeme, sondern eine Ergänzung.“ Blackcam bietet das TÜV-abgenommene System als Dienstleistung aus einer Hand an. Dies bedeutet, dass Thomas Janze und sein Team planen, aufbauen und auch durchführen, nicht nur als Techniker, sondern auch als Regisseur. Das System kann auch gekauft werden. Blackcam bietet eine Ausbildung an dem System. Wer es ausprobieren möchte, ist mit Voranmeldung gerne in der Firmenzentrale in Berlin Prenzlauer Berg willkommen. „Gerade im Sportbereich eröffnet Blackcam viele neue Möglichkeiten, weil man mit dem System nah ran kommt ohne den Blick des Zuschauers zu verstellen“, erklärt Tom Werner, COO bei Blackcam. Für die Zukunft vorstellbar sind etwa Einsätze beim Boxen, da das System auch kopfüber angebracht werden kann. Die Kamera würde sich dann klein und unauffällig in einem Kreis über den Köpfen der Boxer bewegen. Aber auch Beachvolleyball oder Eishockey sind denkbare Einsatzmöglichkeiten. Ihren ersten Einsatz hatte das Blackcam-System bei einer Modenschau, bei der sie unsichtbar am Rand vor den Models her gefahren ist wie bei der BOSS Black Fashion Show 3D in Bejing 2012.

Zu den bisherigen Referenzen von Blackcam gehören fast alle deutschen Castingshows wie „Superstar“ „The Voice“, „Let's Dance“, Shows wie der Poetry Slam von ZDFkultur, der ECHO 2013 und zahlreiche Konzertaufzeichnungen wie etwa die Welttournee der Gruppe Incubus 2012.
Thomas Steiger
(MB 06/13)

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