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OBS mit innovativer Technik bei den Olympischen Spielen 2020
OBS CEO Yiannis Exarchos

OBS mit innovativer Technik bei den Olympischen Spielen 2020

Mit einem Jahr Verspätung werden die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio vom 23. Juli bis 8. August 2021 über die Bühne gehen, fest im Griff der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen. Olympic Host Broadcaster (OBS) verspricht dennoch eine mediale Super-Show mit innovativer Remote-, Cloud-, IP- und KI- und UHD HDR- Bild-Technik.

Bei der Produktion und Verbreitung der internationalen TV- und Radiosignale des weltgrößten Sport-Events spielt der 2001 vom IOC gegründete Olympic Host Broadcaster (OBS) mit Sitz Madrid. Er stellt auch den nationalen RHBs für ihre unilaterale olympische Berichterstattung im International Broadcast Center (IBC) Räumlichkeiten und Technik zur Verfügung und unterstützt sie mit diversen Services. OBS hat normalerweise nur 166 fest angestellte Mitarbeiter aus 30 Ländern. Zur Live-Übertragung der Spiele und zur Unterstützung der RHBs wächst die internationale Belegschaft dann auf rund 8.100. Dazu zählen die besten Broadcast-Profis weltweit, die als Freelancer von OBS angeheuert werden, aber auch lokale Studenten, die im Rahmen des Broadcast Training Programme (BTP) als Nachwuchskräfte ausgebildet werden. Personal und Technik für 14 Tage Produktion von Olympischen Spielen an den Start zu bringen bedeutet eine logistische Herausforderung für OBS, als dessen CEO seit 2012 Yiannis Exarchos verantwortlich zeiichnet.

„Die Covid-19- Maßnahmen haben sich natürlich auf die Planung des Sendebetriebs und die Sendeabläufe der nationalen Rechtehalter ausgewirkt, wobei sich einige Sender entschieden sich für eine komplette oder teilweise Remote-Produktion aus ihrem Heimatland und schickten weniger Personal vor Ort. Dieser Übergang verlief jedoch relativ reibungslos, da das OBS bereit war, solche Fernproduktionen aufzunehmen“, erklärte Exarchos. „Wir haben uns gefreut, dass nach der Verschiebung der Spiele entschieden wurde, dass es keine Notwendigkeit gab, unseren ursprünglichen Produktionsplan zu reduzieren. Wir werden den Sendeanstalten das gleiche außergewöhnlich hohe Niveau der Berichterstattung liefern, wie ursprünglich geplant“, versprach er zugleich. Ziel von OBS sei es, für das weltweite Publikum das Olympische Erlebnis permanent zu verbessern.

Für Tokio 2020 will OBS nach eigenem Bekunden erneut die Grenzen der olympischen Übertragung verschieben, indem es 30 Prozent mehr Inhalte als in Rio und in mehr Formaten produziert, um die Broadcaster der Welt dabei zu unterstützen, die Spiele auf mehr Geräten und Plattformen und über mehr Kanäle als je zuvor zu übertragen.

Diese Spiele sollten auch demonstrieren, wie Fortschritte in der Technologie einen Mehrwert für das Geschichtenerzählen bringen und gleichzeitig das ultimative Fernseherlebnis bieten können. Dazu wurde von OBS erstmals der technologische Übergang von High Definition (HD) zu Ultra High Definition (UHD) High Dynamic Range (HDR) gewagt und der Einsatz der nächsten Generation von immersivem Audio. Aufgrund ihres Umfangs und ihrer Komplexität stellte diese neue Übertragungsumgebung einen Maßstab für die Sportübertragungsbranche dar und gilt als wegweisend für die zukünftigen Spiele.

Yiannis Exarchos: „Es werden die ersten Olympischen Spiele sein, die vollständig nativ in UHD HDR produziert werden. Die native Olympia-Standardberichterstattung wird in 4K erfolgen und dies wird wahrscheinlich die meisten die Ausrüstung, um diese Aufgabe vollständig zu erfüllen, aber wir hatten das Gefühl, dass wir die Unterstützung der Broadcaster für diesen Übergang bei Tokio 2020 haben. Wir werden mehrere Innovationen einführen, sowohl im sichtbaren Bereich, wie z. B. Virtual Reality-Inhalte, als auch hinter den Kulissen, wie z. B. Internet Protocol (IP)-fähige Lösungen. Neu für Tokio werden auch Multi-Kamera-Wiederholungen sein; wir werden stark in die in die Einführung von Analytik, insbesondere bei digitalen Innovationen. Hinter den Kulissen wird es mehrere Innovationen geben, die die Welt des Rundfunks effizienter machen werden.“

Content für digitale Plattformen in der Cloud

Da sich die Sehgewohnheiten in den letzten Jahren verändert haben und vielfältiger geworden sind, hat OBS dafür gesorgt, dass der Fokus nicht mehr nur auf der Bereitstellung von Inhalten für das lineare Fernsehen, sondern auch für digitale Plattformen liegt. Die Zuschauer haben nun mehr Möglichkeiten, wie und wo sie die Olympischen Spiele sehen können.

Um die sogenannten Right Holding Broadcasters (RHBs) bei ihren Multi-Plattform-Strategien zu unterstützen und auf ihre digitalen Bedürfnisse und die wachsende Nachfrage nach Inhalten zu reagieren, hat OBS seine Medienserver für Tokio 2020 in die Cloud verlagert, so dass die nationalen Rechtehalter von überall auf der Welt auf alle olympischen Inhalte zugreifen sowie alle Kurzformate in verschiedenen Formaten und Profilen bearbeiten und herunterladen können.

OBS hat sich dazu mit der Alibaba Group zusammengetan, um die OBS Cloud zu entwickeln, eine Suite von maßgeschneiderten Cloud-basierten Lösungen, die speziell an die extrem anspruchsvollen, datenintensiven Broadcast-Workflows angepasst sind. Die OBS Cloud bietet die für die Übertragung der Spiele erforderlichen leistungsstarken Konnektivitäts-, Verarbeitungs- und Speicherkapazitäten. Die RHBs können nicht nur aus der Ferne auf alle OBS-Inhalte zugreifen, sondern sind nun auch in der Lage, ihre eigenen Systeme zur Erstellung, Verwaltung und Verteilung von Inhalten innerhalb der Plattform einzurichten.

Die globale Corona-Pandemie hat laut Exarchos die Einführung von Remote-Produktions-Workflows beschleunigt. Sie würden den Sendern ermöglichen, mehr Inhalte auf mehr Bildschirmen und über mehr Geräte als je zuvor bereitzustellen. Dieser Wandel, der sich hinter den Kulissen abgespielt habe, sei eine große Veränderung in der Art und Weise, wie die Olympischen Spiele in diesem Sommer übertragen würden.

Yiannis Exarchos: „Das macht den Betrieb viel effizienter, produktiver, kostengünstiger und bedeutet, dass weniger Personal vor Ort benötigt wird. Das ist eine große Innovation. Ich stelle fest, dass die Krise zu einem beeindruckenden Katalysator für die digitale Transformation auf der ganzen Welt geworden ist, was wiederum die Einführung der Cloud-Technologie beschleunigt hat, was schließlich zu ihrer vollständigen Nutzung in der Produktion führt.

Die Einführung von Cloud-Technologien in die Arbeitsweise der Medien ist von enormer Bedeutung. Wir haben das Glück, mit Alibaba einen Top-Partner des IOC zu haben, der einer der Hauptakteure an dieser Front ist. Datenintensive Produktionsabläufe im Rundfunk sind wahrscheinlich der heilige Gral der Cloud-Technologie, und die Olympischen Spiele sind aufgrund ihrer schieren Größe und Komplexität eine einzigartige Gelegenheit, sie in unseren Betrieb einzuführen.“

Künstliche Intelligenz für mehr Information

Andere Innovationen werden für das Publikum viel sichtbarer sein wenn die Olympischen Spiele auf Sendung gehen, wie zum Beispiel die auf künstlicher Intelligenz (KI) basierende 3D Athlete Tracking Technologie, die in Zusammenarbeit mit den Worldwide TOP Sponsoren Intel und Alibaba entwickelt wurde. Diese Technologie soll den Zuschauern eine neue Möglichkeit bieten, die Action der 100m-Läufe der Leichtathleten zu erleben, indem sie die Geschwindigkeitsanalyse auf ein neues Niveau hebt und eine von vielen neuen Innovationen darstellt, die von OBS für diese Spiele eingeführt wurden.

„In Tokio 2020 werden wir ca. 9.500 Stunden an Inhalten produzieren. Das ist weit mehr als die Menge, die ein traditioneller internationaler Sender in einem Jahr produziert. Wir werden das in etwas mehr als zwei Wochen schaffen. Können Sie sich vorstellen, was es braucht, um all diese Inhalte zu archivieren, zu verwalten und zu streamen? Sie brauchen tonnenweise Hardware für nur ein paar Wochen. Hier scheint die Skalierbarkeit der Cloud-Technologie die Antwort für uns zu sein. In Bezug auf den Rundfunk ist der vollständige Wechsel zur Cloud-Technologie noch relativ früh, und Tokio 2020 wird einen ersten Schritt markieren. Die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking könnten dann ein Wegbereiter für die breitere Nutzung werden", erklärte Exarchos. „Wir sind der Meinung, dass OBS bei der Entwicklung hin zu mehr virtualisierten Workflows eine Vorreiterrolle einnimmt und damit ein nachhaltigere und innovativere Situation schafft.“

Neben dem neuen UHD HDR-Produktionsstandard, Cloud-Technologien, 5G-Mobilfunkkommunikation, KI-Anwendungen will OBS das immersive Audio mit der 5.1.4-Konfiguration für ein vollständig dreidimensionales Klangerlebnis in Tokio einführen. An den 42 Wettbewerbsstätten wird OBS insgesamt 31 Ü-Wagen und 22 Fly-Away-Systeme einsetzen, die speziell für die neuen Produktions- und Distributionsanforderungen konzipiert und ausgestattet wurden. 

In der August-Ausgabe von mebulive findet sich ein ausführlicher Bericht über die innovativen Produktionsmethoden von OBS bei den Olympischen Sommerspielen 2020.

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