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# Sennheiser kehrt mit Spectera zum ESC zurück
- URL: https://mebucom.de/produktion/sennheiser-spectera-esc-2026/
- Published: 2026-05-15T10:41:24.000Z
- Updated: 2026-06-23T07:53:30.000Z
- Description: Rund 170 Funkstrecken über vier TV-Kanäle, bidirektionale Bodypacks mit Echtzeit-Telemetrie und die Premiere der Spectera-Handhelds im Live-Betrieb – Volker Schmitt über das Setup in der Wiener Stadthalle.
- Author: Niklas Eckstein
- Tags: Produktion & Live-Workflows, ESC, Sennheiser, Spectera, #wp, #wp-post, #Import 2026-06-22 21:27

Sennheiser liefert für den Eurovision Song Contest 2026 in Wien das bislang größte Deployment seines WMAS-basierten Funksystems Spectera. 46 Handheld-Sender und rund 130 bidirektionale Bodypacks laufen über nur vier UHF-TV-Kanäle – insgesamt etwa 170 Funkstrecken. Für Sennheiser ist es zugleich die Rückkehr auf die ESC-Bühne, angestoßen über ein Pilotprojekt bei der ORF-Produktion „Dancing Stars".

## 170 Strecken, vier TV-Kanäle, sechs Basisstationen

Die Zahlen verdeutlichen den Effizienzgewinn des Breitbandverfahrens gegenüber klassischen Schmalbandsystemen: Vier TV-Kanäle genügen für den kompletten Funkbetrieb einer Produktion, die in konventioneller Technik ein Vielfaches an koordiniertem UHF-Spektrum erfordert hätte. Volker Schmitt, Manager Technical Application Engineering bei Sennheiser, hat in der Wiener Stadthalle sechs Basisstationen im Rack: vier für die aktive Kommunikation, eine fünfte, die ausschließlich das Spektrum in der Halle scannt, und eine sechste als Reserve. „Wir wären garantiert mit weniger durchgekommen", sagt Schmitt – aber bei einer Produktion dieser Sichtbarkeit wiege Ausfallsicherheit schwerer als Materialeffizienz.

![Sechs Spectera-Basisstationen im Rack beim ESC](https://mebucom.de/content/images/wordpress/2026/05/IMG_4142.jpg)

Sechs Spectera-Basisstationen im Rack – vier für die aktive Kommunikation, eine für das Spektrum-Scanning, eine als Reserve.

Dasselbe Prinzip gilt für die Antennenplanung. Zwei Antennen pro Basisstation hätten nach den vorangegangenen Tests für die Hallenabdeckung ausgereicht. Sennheiser setzte trotzdem vier Antennen je Station ein, jeweils gebündelt auf einem TV-Kanal. Zusätzliche Antennen im Backstage-Bereich decken den Dressing-Bereich hinter einer dicken Betonwand ab, damit die Verbindung zu den Sendern auch beim Einkleiden der Künstler nicht abreißt.

## Bidirektionaler Rückkanal als operativer Hebel

Die Bodypacks sind teilweise bidirektional im Einsatz und übernehmen dann gleichzeitig Mikrofonübertragung und In-Ear-Empfang. Für Schmitt liegt der entscheidende Vorteil der bidirektionalen Strecken in den Daten, die über den permanenten Rückkanal zurückfließen: HF-Qualität, Batteriestatus, Audiopegel – alles in Echtzeit sichtbar auf der browserbasierten Spectera WebUI. Das Team erkennt daraus sofort, ob etwa beim Ankleiden eines Packs etwas die HF-Performance beeinträchtigt – Informationen, die bei unidirektionalen Systemen schlicht nicht existieren.

Über die Steuerungssoftware können Mitarbeiter im Dressing- und Final-Check-Bereich zudem einzelne In-Ear-Strecken abhören, die Verbindung prüfen und direkt mit den Künstlern kommunizieren, bevor diese die Bühne betreten.

![](https://mebucom.de/content/images/wordpress/2026/05/IMG_9913-1.jpg)

Viel Zeit bleibt nicht, um die bis zu sechs Künstler auf diesen Positionen mit Mikrofonen und In-Ear-Monitoren auszustatten.

## Wenig Rückmeldung als bestes Signal

Nach den bisherigen Proben fällt Schmitts Bilanz vor dem Finale am Samstag bemerkenswert positiv aus – gerade durch das, was nicht passiert: Aus den Ü-Wagen seien kaum Rückmeldungen zu HF-Problemen gekommen. „Ich hatte selten so wenig Rückmeldungen", sagt Schmitt. Bei einer Produktion mit 170 gleichzeitigen Funkstrecken in einer voll besetzten Veranstaltungshalle ist das ein Indikator, den RF-Ingenieure einzuordnen wissen.