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Sportverbände setzen auf Eigenproduktion

Sportverbände setzen auf Eigenproduktion

Mit den zunehmenden digitalen Verbreitungswegen und einer stetig wachsenden Online- und Mobilenutzung verändern sich auch die Möglichkeiten für Vereine und Verbände, ihre Sportarten auch jenseits der klassischen TV-Partnerschaften mit selbstprouzierten Bewegtbildangeboten über eigene und dritte Streaming- und VoD-Angebote verfügbar zu machen.

Einen Überblick über aktuelle Entwicklungen hierzu gab am 27. Mai in Köln im Rahmen des SPONSORSs Sports Media Summit die Veranstaltung „Neue Wege in die Medien“, in der unter anderem aktuelle Beispiele der Champions Hockey League und der Deutschen Volleyball Liga (DVL) für innovative eigene Medienangebote präsentiert wurden.

Rainer Geier, Geschäftsführer von LAOLA1.tv, fasste die Vorteile der neuen Medien für die Sportanbieter zusammen: Sie können sich von den gerade für kleine Sportarten sehr knappen TV-Sendezeiten unabhängig machen, sich über eigene Plattformen crossmediale Verwertungsmöglichkeiten erschließen, die erreichbare Zielgruppe grenzüberschreitend erweitern, Liveinhalte mit Abrufangeboten verbinden und mit mobilen Angeboten insbesondere auch eine jüngere Zielgruppe adressieren. Die Umsetzung könne von einem sehr geringen Aufwand mit einerfestinstallierten Kamera bis hin zu aufwendigen Produktionen wie bei Borussia Dortmund reichen. Würden solche Bilder zur Verfügung stehen, können sie auch über mehrere Plattformen wie etwa bei der Deutschen Eishockey Liga (DEL) über Servus TV und online über LAOLA1.tv verbreitet werden.

Wie solche Umsetzungen auch international aussehen können, stellte Szymon Szemberg, Communications Director IIHF/COO der neuen Champions Hockey League, am Beispiel dieser neuen Spielklasse vor. Die höchste Eishockeyclubmeisterschaft wird im August 2014 starten und bis Februar 2015 den neuen europäischen Club-Champion ausspielen. Der amtierende Landesmeister und der Vorrunden-Gewinner aus jeder der sechs Gründungsligen spielen hier zusammen mit den 26 Gründungsvereinen - den geschichtsträchtigsten und erfolgreichsten Teams der jeweiligen Länder. Die Champions Hockey League ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen den europäischen Profi-Clubs, ihren nationalen Ligen und dem Internationalen Eishockeyverband. Medial setzt die Champions Hockey League auf mehrere Säulen: Zum einen sollen in den Kernmärkten durch den Vermarkter Infront Sports & Media TV-Verträge abgeschlossen werden. Bisher ist dies in sechs Ländern gelungen, in Deutschland aber noch nicht.
 
Zum anderen soll mit der Website http://www.championshockeyleague.net/ eine zentrale Anlaufstelle für die Eishockey-Fans in Europa geschaffen werden, auf der auch abseits der Spiele der Champions Hockey League über das Geschehen in den nationalen Ligen berichtet wird.
Ebenfalls neue Wege geht die Deutsche Volleyball Liga (DVV). Ihr Geschäftsführer Klaus-Peter Jung stellt die Konferenz im Netz vor – mit ihr bietet die DVL auf ihrem TV-Webportal www.dvl-live.tv , realisiert mit der Gesellschaft für Internetportale mbH (GIP), seit Ende letzten Jahres Live-Konferenzen der wichtigsten Begegnungen der 1. Frauen- und Männer-Bundesliga. Über die regelmäßige TV-Berichterstattung von ARD, ZDF, den Dritten Programmen oder Sky hinaus bietet die DVL auf www.dvl-live.tv umfassende Live- und On Demand–Bilder, Highlights, TV-Beiträge und Club generated Content. In der aktuellen Saison werden dafür 33 Spiele im 4-Kamera-Modus mit Slow-Motion-Einsatz und in HD-Qualität produziert, das Angebot umfasst 7 Konferenzen und die Liveübertragung von 120-Baisspielen. Das Angebot werde fortgesetzt professionalisiert und ausgebaut, so Jung. Um dies zu gewährleisten, sei das Vorhalten eines stabilen Breitbandinternetzugangs in der Liga mittlerweile Lizenzvoraussetzung. So wolle man perspektivisch weitere Topspiele in die Konferenz integrieren, alle Vereine anbinden und die Einbindung in Partnerplattformen wie splink.tv von der DOSB New Media vorantreiben.

In der abschließenden Talkrunde mit Thomas Krohne, Präsident des Deutschen Volleyball-Verband (DVV) und CEO der the sportsman media holding, BBL Beko Basketball Bundesliga Geschäftsführer Jan Pommer und Werner Rabe, Programmbereichsleiter Sport und Freizeit des Bayerischen Rundfunks, zogen die Teilnehmer gemeinsam mit Veranstaltungsmoderator Hagen Boßdorf Bilanz. Es bestand Einigkeit, dass die neuen Streaming- und Onlineangebote die Möglichkeiten von Vereinen und Verbänden für die deutlich verbesserten. Für den Bayerischen Rundfunk bedeuten die so verfügbaren Bilder häufig sogar einen deutlich geringeren eigenen Produktionsaufwand. Thomas Krohne stellte klar, dass die Möglichkeiten zur Monetarisierung von online- und mobilen Sport-Live-Bewegtbilder dabei nicht von den erzielten Reichweiten abhingen. (5/14)

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