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# EVS macht XT-S zur Multi-Application-Plattform
- URL: https://mebucom.de/technik/evs-macht-xt-s-zur-multi-application-plattform/
- Published: 2026-09-17T14:30:30.000Z
- Updated: 2026-09-17T14:37:23.000Z
- Description: EVS bringt den XT-S als softwaredefinierten Multi-Application-Server in sein LiveCeption-Portfolio. Zum Start laufen Replay und UHD-Zoom auf der Plattform, weitere Anwendungen sollen folgen.
- Author: Niklas Eckstein
- Tags: Medientechnologie, IBC 2026, EVS, #wp, #wp-post, #video, #Import 2026-09-30 15:23, Video Reports

EVS stellt auf der IBC 2026 den XT-S als neuen softwaredefinierten Server für Live-Produktionen vor. Anders als der FPGA-basierte XT-VIA soll der XT-S nicht auf eine einzelne Aufgabe festgelegt sein: Auf derselben Plattform können unterschiedliche Anwendungen eingesetzt werden. Den Anfang machen LiveCeption Replay und UHD-Zoom.

Für EVS ist der XT-S damit mehr als ein weiterer Replay-Server. „Was wir auf dieser IBC vorstellen, ist die XT-S als Produkt, aber auch ein Startschuss für ein neues Multi-Application-Ökosystem“, sagt Jan Mokallai, VP Live Production Solutions bei EVS. Der Server sei „komplett softwarebasiert“. Als Hardware dient eine von EVS bereitgestellte Standard-PC-Plattform; die Verarbeitung stützt sich nach Unternehmensangaben auf aktuelle CPU- und GPU-Technik.

Das unterscheidet den Ansatz vom XT-VIA, bei dem EVS FPGA-Hardware mit einem Software-Layer kombiniert. Beim XT-S lassen sich Funktionen dagegen als Software auf einer gemeinsamen Serverplattform bereitstellen. EVS will darauf künftig weitere Anwendungen entwickeln, die etwa Video-I/O, Grafikverarbeitung oder KI-Funktionen benötigen.

## Replay und UHD-Zoom laufen bereits auf XT-S

Ganz neu ist die zugrunde liegende Technik allerdings nicht. Nach Mokallais Angaben kennen Kunden in den USA und Europa den Server bereits aus Replay-Anwendungen; in den USA wurde er zudem unter der Bezeichnung UHD Zoom eingesetzt. EVS nennt Game Creek Video als einen der frühen Anwender der Zoom-Funktion. Der US-Produktionsdienstleister nutzt sie bei unterschiedlichen Sportproduktionen, um aus vorhandenen Quellen zusätzliche Bildausschnitte zu erzeugen.

„Unsere Teams können zusätzliche Perspektiven aus den Quellen erzeugen, die wir bereits haben, und so eine umfangreichere Berichterstattung liefern, ohne den Produktionsumfang zu vergrößern“, sagt Ray Laird, EVS Manager bei Game Creek Video.

## EVS hält Hardware und Konfiguration zunächst in der Hand

Dass EVS trotz Standard-PC-Basis zunächst selbst die Hardware liefert, ist Absicht. Gerade in der Startphase wolle das Unternehmen „die Produktion, die Kontrolle und auch die ganze Konfiguration des Systems überwachen“, erklärt Mokallai. Damit bleibt der XT-S zunächst ein definiertes EVS-System und wird nicht einfach zu einer Software, die Kunden auf beliebiger Hardware installieren.

Auch die Bedienung bleibt in der bekannten EVS-Umgebung. „Es ist alles kontrolliert mit LSM4 und es ist ein echter EVS-Server“, sagt Mokallai. Für den aktuellen Stand nennt er mindestens zwölf Kanäle und verweist zugleich auf UHD-Anwendungen. EVS hebt außerdem moderne APIs und die Anbindung an vernetzte Produktionsumgebungen hervor; Sicherheitsfunktionen sind laut Hersteller Bestandteil der Architektur.

Mit der gemeinsamen Hardwarebasis will EVS künftig zusätzliche Anwendungen nachreichen, statt für jede Funktion einen eigenen spezialisierten Server vorzusehen. CEO Serge Van Herck beschreibt den Ansatz so: „Mit XT-S verbinden wir die Flexibilität einer softwaredefinierten Architektur mit der Performance und Zuverlässigkeit, für die EVS bekannt ist. Damit erhalten Kunden mehr Freiheit, ihre Produktionsumgebungen weiterzuentwickeln, ohne bei der Betriebssicherheit Abstriche zu machen.“

![Serge Van Herck](https://mebucom.de/content/images/wordpress/2025/12/Serge-POP.jpg)

Serge Van Herck ©EVS

Die ersten XT-S-Systeme sollen Anfang 2027 ausgeliefert werden. Welche Anwendungen nach Replay und UHD-Zoom als Nächstes auf die Plattform kommen, hat EVS noch nicht konkretisiert. Mokallai machte auf der IBC allerdings wenig Hehl daraus, dass EVS mit dem XT-S noch einiges vorhat: „Dieses System wird auch der Startschuss sein für andere Applikationen von EVS.“