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Fraunhofer zeigt Kuppelprojektion
News: Technik

Fraunhofer zeigt Kuppelprojektion

Auf der IBC 2009 in Amsterdam präsentieren zwei Fraunhofer-Institute zum ersten Mal die „Immersive Dome“-Technik (Halle 8, Stand C81), eine Kuppelprojektion mit dreidimensionalem Klangerlebnis. Hierbei wurde die digitale Kuppelprojektion des Fraunhofer-Instituts für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik FIRST mit dem „Spatial Pan“-Raumklangsystem des Fraunhofer-Instituts für Digitale Medientechnologie IDMT kombiniert. Das neue „Kuppelkino“ soll Besuchern neuartige visuelle und akustische Eindrücke vermitteln. Der Zuschauer kann unter anderem Inhalte aktiv mit gestalten. Das Bild eines Zuschauergesichts wird hierfür von einer Kamera gefilmt und live auf eine Kuppelleinwand projiziert. Mit einer 3-D-Maus können die Zuschauer die Projektion auf der Leinwand verschieben und damit das Bild und den zugehörigen Ton interaktiv verändern.

Von Ralph Heinsohn vom Animationsstudio „Tilt“ und dem Sounddesigner Sven Lütgen wurde im Auftrag der beiden Fraunhofer-Institute das Full-Dome-Video „Liquidia“ produziert. Der Film zeigt, wie sich eine hoch aufgelöste digitale und interaktive Kuppelprojektion mit dreidimensionalem Klang kombinieren lässt. Beim „Immersive Dome“ erzeugen sechs Projektoren fünf Teilbilder auf den Innenseiten und eines im Zenit der Halbkugel. Die Software „Screen Player“ vom FIRST steuert das Projektorcluster und erzeugt ein farblich einheitliches Gesamtbild. Mit der Software lassen sich Cluster-Projektionen in Echtzeit mit einer Auflösung von 4.000 × 4.000 Bildpunkten anzeigen. Dafür wird zunächst die Form der Leinwand virtuell nachgebildet. Das Bild der Projektoren wird daran ausgerichtet und passend verzerrt. Gleichzeitig erfassen drei Digitalkameras die projizierten Bilder und legen sie mithilfe von Bilderkennungs- und Farbkorrekturalgorithmen pixelgenau und farblich homogen aneinander.
Der Screen-Player besitzt eine Vorschaufunktion, die den Inhalt bereits in der Geometrie der Leinwand zeigt. Das Umrechnen des Originals auf Leinwandgeometrie erfolgt direkt beim Abspielen in Echtzeit.
Der Screen-Player verfügt über Standardschnittstellen zu weiteren Multimediasystemen, so dass sich zusätzliche Geräte einfach integrieren lassen – unter anderem das Spatial Pan-Soundsystem des IDMT. Im Gegensatz zu anderen dreidimensionalen Audiowiedergabesystemen, die mit Hilfe vieler Lautsprecher einen natürlichen und räumlichen Klangeindruck erzeugen, arbeitet das Spatial Pan-Raumklangsystem mit einer reduzierten Anzahl von Lautsprechern. Beim „Immersive Dome“ auf der IBC kommen acht Standard-Lautsprecher zum Einsatz, um für die Besucher ein realistisches und räumliches Klangerlebnis zu schaffen. Eine dritte Klangdimension entsteht, indem die Kuppel selbst zum Klangkörper wird – ganz ohne weitere Lautsprecher. Dazu werden auf der Kuppel spezielle elektroakustische Wandler angebracht, die Impulse abgeben, Schwingungen auslösen und so den Innenraum beschallen. Für den Planetariumsbereich besteht eine enge Kooperation zwischen dem FIRST und Carl Zeiss. Außer in Planetarien und Kinos lässt sich der „Immersive Dome“ in Themenparks, Simulatoren, Multimedia-Installationen und im High-End-Bereich für Home-Cinema nutzen. (MB 09/09)

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