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# Grass Valley Avora: On-Premise-Alternative zu AMPP
- URL: https://mebucom.de/technik/grass-valley-avora-on-premise-alternative-zu-ampp/
- Published: 2026-09-15T15:53:28.000Z
- Updated: 2026-09-17T07:36:58.000Z
- Description: Mit Avora bringt Grass Valley die AMPP-Technologie in eine eigenständige On-Premise-Box – offline betreibbar, für Broadcaster mit einfacheren Anforderungen, aber mit vollem Workflow von Ingest bis Playout.
- Author: Niklas Eckstein
- Tags: Medientechnologie, IBC 2026, grass valley, #wp, #wp-post, #video, #Import 2026-09-15 19:06, Video Reports

Auf der IBC 2025 hat Grass Valley mit Avora eine neue Produktionsplattform gezeigt. „Avora basiert auf der Technologie, die wir in den letzten zehn Jahren für AMPP entwickelt haben", sagt Jonathan Lyth, Product Director Live Applications bei Grass Valley. Der Unterschied: Avora nutzt dieselben Processing-Engines, ist aber nicht die AMPP-Plattform selbst, sondern eine Anwendungsschicht, die komplett in einem einzigen Appliance sitzt – on-premise, perspektivisch auch als Cloud-Instanz, aber ohne die volle Komplexität von AMPP.

Dennoch: Ein- und Ausgänge, Asset-Management, Image-Stores – all das ist an Bord. Für die Produktionssteuerung gibt es zwei Varianten: shot-basiert oder als klassischer linearer Switcher. Dazu kommen Audio-Tools, Playout und ein tag-basiertes Replay, mit dem sich über mehrere Kamerawinkel hinweg in der Zeit zurückspringen lässt.

![](https://mebucom.de/content/images/wordpress/2026/09/AVORA_screen.jpg)

Vom Vorlagen-Tab bis zum Output: Die Avora-Konfiguration läuft in klar getrennten Schritten ab. ©Grass Valley

Zielgruppe sind laut Lyth nicht in erster Linie klassische Broadcaster mit voll ausgebauten Regien. Lyth sieht den Bedarf eher bei Sendern, die Tier-2-Produktionen abwickeln, ohne dafür gleich eine vollständige AMPP- oder Tier-1-Hardware-Installation aufzusetzen – und bei Teams, die nie an einer klassischen Regie ausgebildet wurden.

## Von Vorlagen bis zum Playout

Die Einrichtung läuft über eine Reihe von Tabs, die ein Set nach dem anderen abarbeiten. Der erste Tab verwaltet Show-Vorlagen: Nutzer starten entweder mit einer der vordefinierten Vorlagen von Grass Valley oder legen eigene an – und speichern Varianten davon. Eine Redaktion kann so etwa dieselbe Grundshow für Dienstag und Mittwoch anlegen, nur mit unterschiedlichem RTMP-Ziel: einmal YouTube, einmal Twitch, samt der jeweiligen Keys. Danach folgen die Tabs für Inputs, Asset-Management, Produktionstyp, Replay und Playout bis zu den Outputs sowie ein Auto-Scripting-Tool für technische Cues. Hinter jedem angehakten Kästchen steckt dieselbe Orchestrierungsschicht wie bei AMPP: Braucht eine Produktion einen weiteren Recorder, rollt die Appliance intern einfach eine zusätzliche Recorder-Engine aus.

## Avora im Abo

Beim Bezahlmodell geht Grass Valley einen anderen Weg als bei AMPP, das als token-basierte SaaS-Plattform läuft: Avora wird im Abo lizenziert, mit einer Mindestlaufzeit von zwölf Monaten – wahlweise jährlich im Voraus oder monatlich abgerechnet. Ein Mehrjahresmodell zur Vorauszahlung ist laut Lyth in Arbeit, aber noch nicht final definiert.

Zur Basislizenz mit den Kernfunktionen lassen sich Zusatzlizenzen dazubuchen: Advanced bringt UHD, HDR, den erweiterten Switcher, Multibus-Audiomischung und Auto-Follow-Scripting; eine Replay-Lizenz deckt bis zu acht Aufnahmekanäle ab, dazu kommen bis zu zwei Playout-Lizenzen und eine Remote-Contributor-Lizenz, die über Einmal-Links bis zu acht externe Beiträger einbindet.

Den Abschluss der Konfiguration bildet die Wahl der Hardwaregröße: Small mit 12 SDI-Anschlüssen, Medium mit 24, Large ebenfalls mit 24 SDI, aber zwei GPUs. Verkauft wird Avora ausschließlich über Partner oder den Direktvertrieb, ein Self-Service-Kauf über die Website ist nicht vorgesehen.

## Skalieren über Clients, nicht über Appliances

An Kapazitätsgrenzen stößt das System, sobald mehrere Appliances zusammengeschaltet werden müssten – das unterstützt Avora bislang nicht. Skaliert wird stattdessen innerhalb einer Box: Weil die komplette Oberfläche browserbasiert läuft, genügt es, für jeden zusätzlichen Bedienplatz einen weiteren Client-Rechner mit der passenden Webseite anzubinden – Lyth nennt als Beispiel fünf Arbeitsplätze mit fünf Clients, die Zahl selbst ist aber nicht gedeckelt. Wo die Kapazität der Appliance nicht mehr reicht, verweist er auf AMPP als größere, software-definierte Alternative.