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News: Technik

Treibende Kraft

SES Astra hat kürzlich die neuen Zahlen der jährlich durchgeführten Studie „Satelliten Monitor“ vorgestellt. Demnach ist die Zahl der Satelliten-Haushalte in Deutschland auf 16,7 Millionen angewachsen. Rund die Hälfte davon sind bereits Digital-TV-Haushalte. Damit ist Astra wichtigster Treiber beim Digitalfernsehen.

SES Astra hat 2006 die Zahl der über Astra-Satelliten versorgten digitalen Fernsehhaushalte in Deutschland um 1,74 Millionen auf über acht Millionen gesteigert und bleibt damit beim Digitalfernsehen die treibende Kraft und führende Infrastruktur. Das ist das Ergebnis des aktuellen „Satelliten Monitors“, den das Marktforschungsinstitut TNS Infratest im Auftrag von SES ASTRA alljährlich durchführt. Insgesamt wurden in Deutschland für das vergangene Jahr 37,2 Millionen analoge und digitale TV-Haushalte gezählt. Die Zahl der Satellitenhaushalte ist in einem stabilen Markt leicht um 400.000 auf 16,7 Millionen gestiegen. Damit versorgt Satellit jetzt 45 Prozent aller TV-Haushalte direkt. Das Kabel beliefert 18,5 Millionen TV-Haushalte (49,8 Prozent), das terrestrische Fernsehen wird in 1,9 Millionen (5,2 Prozent) TV-Haushalten gesehen. In Deutschland erreicht Astra insgesamt – einschließlich über die Einspeisung in Kabelkopfstationen – 35 Millionen Haushalte.

Die Zahl der Digital-Haushalte verzeichnete einen Anstieg auf 12,7 Millionen (+22 Prozent). Der digitale Satellit ist für 65 Prozent oder 8,2 Millionen TV-Haushalte der bevorzugte Empfangsweg. Im Vergleich zum Vorjahr hat er 1,9 Millionen Haushalte dazu gewonnen. „Das ist ein tolles Ergebnis für nur ein Jahr“, meinte SES Astra CEO und Präsident Ferdinand Kayser anlässlich der Studienpräsentation in München.

Über Kabel werden 2,8 Millionen TV-Haushalte (22 Prozent) digital versorgt; ausschließlich digital terrestrisch (DVB-T) empfangen 1,7 Millionen TV Haushalte (14 Prozent) ihre Programme. Erstmals wurde im „Satelliten Monitor“ auch der DSL-Zugang erfasst. Zum Jahresende ließen sich demnach 40.000 Haushalte über diesen Übertragungsweg mit digitalen TV-Programmen versorgen.
Der Anteil der analog empfangenden TV-Haushalte ist weiter rückläufig und betrug 24,5 Millionen. Leicht rückläufig war 2006 laut „Satelliten Monitor“ auch der DVB-T-Empfang. Ende 2005 verzeichnete er noch 1,9 Millionen Haushalte. „DVB-T wird zunehmend als Ergänzungsmedium für Zweit- und Drittgeräte genutzt“, meinte Astra Deutschland-Geschäftsführer Wolfgang Elsäßer. Im Grunde profitiere der Satellit von der DVB-T-Aufschaltung. „Wenn der analoge terrestrische Empfang abgeschaltet wird, wechseln die meisten Haushalte zur Erstversorgung zum Satellit“, sagte er.
Elsässer wies darauf hin, dass sich der „Satelliten Monitor“ mit 6.000 Panel-Haushalten in Deutschland „zur wichtigsten Währung“ des TV-Marktes entwickelt hat.

„Der Satellit zeigt als Verbreitungsweg das größte Wachstum in Europa“, konstatierte Astra-Chef Kayser. „Wenn dieser Trend weiter anhält, wird er schon bald das Kabelnetz als wichtigste Infrastruktur überflügeln.“ Im Bereich Digital-TV sei das heute schon der Fall. Europaweit versorge Astra rund 60 Prozent aller Digital-TV-Haushalte. Ende 2006 nutzten von 109,2 Millionen europäischen TV-Haushalten laut „Satelliten Monitor“ 62 Millionen Kabel- und 47,2 Prozent Satelliten-Empfang. Im europäischen Digital-TV-Markt verzeichnet die Untersuchung 48,6 Millionen Sat-, 12 Millionen Kabel-, 17,7 Millionen terrestrische Antennen- und 2,4 Millionen DSL-Haushalte. Bei den digitalen Satellitenhaushalten in Europa hat Astra einen Marktanteil von 72,4 Prozent. Das heißt, 35,2 Millionen Haushalte werden von Astra versorgt, die restlichen 13,4 Millionen von anderen Satellitenbetreibern wie Eutelsat.

Hohe HDTV-Bekanntheit
Auch das Trend-Thema HDTV wurde vom „Satelliten Monitor“ erfasst. Die Studie konstatiert, dass das hoch auflösende Fernsehen bereits bei 6,4 Millionen (80 Prozent) der digitalen Satelliten-Haushalten bekannt ist.
Astra überträgt heute 26 HD-Kanäle in ganz Europa (Jahresende 2006: 24 Kanäle). Dazu gehören HD-Angebote von BSkyB, Discovery, National Geographic und History Channel aus Großbritannien, CANAL+, M6 und TF1 aus Frankreich und Premiere, ProSieben, Sat.1 und Anixe aus Deutschland. Die Gesamtzahl der HD-Kanäle in Europa ist mit Stand vom Jahresende 2006 mittlerweile auf 36 gestiegen. Im Jahr 2005 waren es noch sechs Kanäle. Es wird geschätzt, dass sich die Zahl der HD-Kanäle bis 2010 auf rund 160 verschiedene Kanäle vervierfacht. Bei Astra geht man davon aus, bis 2010 rund 100 HD-Kanäle zu übertragen. Nach Branchenschätzungen werden im Jahr 2010 knapp neun Millionen Haushalte in Westeuropa HDTV via Satellit empfangen, was einem Anteil von 60 Prozent der erwarteten Gesamtzahl an HDTV-Haushalten entspricht.
Bei Astra geht man davon aus, dass sich zurzeit insgesamt 130.000 HDTV-Satelliten-Receiver in bundesdeutschen TV-Haushalten befinden. Die Zahl der HD-ready-Monitore soll laut GfK gar schon bei rund 2,5 Millionen liegen.

Das digitale Radioangebot via Satellit nutzt laut „Satelliten Monitor“ nahezu jeder zweite Satelliten-Haushalt (45,6 Prozent): nur rund sechs Prozent der befragten Teilnehmer haben keine Kenntnis über diesen zusätzlichen Nutzungsweg.
Der Satellitenempfang ist besonders außerhalb der Ballungszentren gefragt. In Ein- und Zweifamilienhäusern wird er in fast 71 Prozent dieser Wohneinheiten genutzt, in Immobilien mit drei bis zwölf Wohnungen noch von gut 24 Prozent. Personen zwischen 30 bis 59 Jahren bevorzugen den Satellitenempfang gegenüber den anderen Empfangswegen.

„Satellit bleibt für die digitale Übertragung die bevorzugte Empfangsart. Ich bin zuversichtlich, dass sich innerhalb der digitalen Empfangsebene in diesem Jahr der Satellit und damit auch Astra gegenüber anderen Verbreitungswegen erneut durchsetzen kann“, sagt Elsäßer. „Dabei wird, basierend auf den Entwicklungen der Vorjahre, in 2007 erstmals der Anteil der digitalen Satellitenhaushalte die der analogen überholen. Vor dem Hintergrund dieser außerordentlich guten Voraussetzungen ist es von größter Bedeutung, dass Astra dem Fernsehmarkt neue Möglichkeiten eröffnet, um insbesondere das Segment des Bezahlfernsehens in Deutschland weiter auszubauen und nach vorne zu bringen“, erklärte er mit Blick auf die umstrittenen Verschlüsselungspläne Astras. Der Satellitenbetreiber plant mit „Entavio“ eine neue Verbreitungsplattform für verschlüsselte Programme zu installieren, um den Sendern neue Geschäftsmodelle durch bessere Adressierbarkeit ihrer Programme zu eröffnen. Das stößt vielerorts auf Bedenken. „Wir halten weiter an unseren Verschlüsselungsplänen fest“, sagte Kayser in München. „Schließlich wollen wir das ja nicht im Alleingang machen, sondern nur, wenn unsere Kunden, die Sender, das so wollen.“ Auch die Verschlüsselung von Free-TV-Programmen sei nicht vom Tisch. Kayser: „Es gibt da nach wie vor ein Bedürfnis der Sender. Deshalb ist nicht die Frage, ob die Verschlüsselung kommt oder nicht, sondern lediglich, wann sie kommt.“ Astra sei jedenfalls bereit, die technische Infrastruktur dafür bereitzustellen, und zwar für Free-TV- und für Pay-TV-Programme. Er begrüßte die Unterstützung durch Vermarktungsunternehmen wie dem geplanten „Stargate“. Dessen Initiator, Wolfram Winter, wurde inzwischen jedoch von Pay-TV-Sender Premiere als Geschäftsführer des für September geplanten, neuen und exklusiven Satelliten-Angebots „Premiere Sky“, angeheuert. Premiere-Chef Georg Kofler will die Vermarktung neuer digitaler Satelliten-Programme lieber selbst in die Hand nehmen, als sie anderen zu überlassen. Auch er sieht hier also wachsenden Bedarf.

Digitale Satellitenreceiver
Dass die Nachfrage nach digitalem Fernsehempfang unvermindert stark anhält, sieht Astra auch durch Messungen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) für das Jahr 2006 bestätigt. Im Zeitraum Januar 2006 bis inklusive Dezember 2006 wurde ein Zuwachs von 7,3 Prozent auf fast zwei Millionen beim Absatz digitaler Satelliten-Set-Top-Boxen (DVB-S) ermittelt – ein Plus von mehr als 132.000 Stück zum vergleichbaren Zeitraum 2005. Besonders erfreulich sei, sagte Kayser, dass mit einem starken Plus um 37,6 Prozent auf jetzt mehr als 668.000 Geräte eine deutliche Verschiebung hin zu den zukunftssicheren Common-Interface-Boxen (CI), also Empfangsgeräten, die über eine offene Schnittstelle (Common-Interface) verfügen und mit einem zusätzlichen Steckmodul für verschlüsselte Programme betriebsbereit gemacht werden können, zu verzeichnen sei.

Die GfK-Ergebnisse belegen ferner, dass der Anteil der reinen Free-to-Air-(FTA)-Satelliten-Receiver, also ohne Common-Interface, 2006 um knapp fünf Prozent zurückfiel – hier gingen laut GfK nur noch rund 1,26 Millionen Geräte über die Ladentheke. FTA-Receiver ohne CI – oder auch „Zappingboxen“ genannt – sind zwar in der Anschaffung preiswerter, verfügen aber nicht über eine offene Schnittstelle und sind für den Empfang verschlüsselter Programme nicht tauglich. Sie erlaubt den Zuschauern nur den Zugriff auf einen Teil der neuen Programme und Mehrwertdienste der digitalen Satelliten-Welt. Absatzverluste auch bei DVB-C, den digitalen Kabel-Receivern. Sie verloren etwas über 30 Prozent auf jetzt gut 200.000 Stück. Receiver für den Empfang der digitale Antenne DVB-T büßten zehn Prozent ein, verkauft wurden hier rund 1,07 Millionen Geräte. Analoge Receiver werden nur noch wenig nachgefragt, ihr Geschäft ist mit minus 37,5 Prozent stark rückläufig. Die Messungen der GfK erfassen etwa 80 Prozent des Gesamtmarktes. „Die Akzeptanz des digitalen Satellitenempfangs ist weiter auf Rekordkurs. Die Verkaufszahlen für den digitalen Satellitenempfang übertreffen sogar die des Erfolgsjahres 2005. Der Satellit rangiert damit in der digitalen Nutzungsskala nach wie vor auf dem ersten Platz. Und immer mehr TV-Zuschauer in Deutschland halten sich zunehmend alle Optionen für den Empfang verschlüsselter Angebote offen und belegen damit den steigenden Bedarf an CI-Boxen im Markt“, betonte Elsäßer.

Über 2.000 Kanäle
Die Anzahl der Kanäle, die von den Orbitalpositionen 19.2° Ost, 28.2° Ost und 23.5° Ost über das Astra-Satellitensystem übertragen werden, hat sich im Jahr 2006 deutlich von 1.648 auf 1.864 erhöht. Die übertragenen Dienste umfassen sowohl Video- und Audiokanäle als auch interaktive Services. Weitere 147 Kanäle werden von SIRIUS auf der Orbitalposition 5° Ost übertragen. Die Gesamtzahl der von SES in Europa übertragenen Kanäle beläuft sich somit auf 2.011.
Auf dem deutschsprachigen Markt erhöhte Astra seine TV-Programme auf 368 (+ 52 im Vergleich zu Ende 2005), darunter 322 digitale Free- und Pay-TV-Programme (+ 53) und seine Radio-Programme ebenfalls auch 368 (+ 8).
Eckhard Eckstein (MB 04/07)





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