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Zu Ostern sendet die Tagesschau aus neuem Studio
News: Technik

Zu Ostern sendet die Tagesschau aus neuem Studio

Nach langem Probetrieb ist es jetzt so weit. Die 20.00-Uhr-Ausgabe der Tagesschau am Samstag vor Ostern kommt aus einem neuen Fernsehstudio. Dort werden künftig alle Sendungen von ARD-aktuell produziert.

Neben einem überarbeiteten Vorspann, einem aufgefrischten Design und zwei separaten Moderationstischen ist die bedeutendste Veränderung eine rund 17,5 Meter breite Medienwand hinter den Plätzen der Sprecher und Moderatoren. Diese ist mit Panoramabildern, Fotos, Videos und Schrifteinblendungen bespielbar. Sieben Beamer werfen die wechselnden Hintergrundbilder in Rückprojektion auf die Medienwand. Was dort dargestellt ist, sehen die Präsentatoren real im Studio und nicht nur auf einem Monitor.



Das neue Studio wurde auf den 320 Quadratmetern Grundfläche des vorhandenen früheren Havariestudios von ARD-aktuell eingerichtet - im Gebäude der ARD-Nachrichtenzentrale beim NDR in Hamburg. Ein Neubau war daher nicht erforderlich. Auch die größtenteils rund 15 Jahre alte Studiotechnik einschließlich Kameras, Licht und Mischpulten wurde erneuert. In diesem Zusammenhang wurde auch der Umstieg auf eine Produktion in HD-Qualität vollzogen. 

Die Gesamtinvestition beträgt 23,8 Millionen Euro und blieb damit im Kostenplan. Darin enthalten sind, neben der Studiotechnik, auch Setbau, Design, Schulung der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, Probebetrieb sowie Wartung für mehrere Jahre.

Das neue Herz von ARD-aktuell wird nicht allein für täglich 20 Tagesschau-Ausgaben im Ersten, die Tagesthemen und das Nachtmagazin genutzt, sondern auch für die Tagesschau-Nachrichten im Viertelstundentakt auf dem Digitalkanal tagesschau24.
: „Mit diesem Studio macht die ARD ihr Flaggschiff klar für die kommenden Jahre“, erklärt ARD-Intendant Lutz Marmor. Technisch war die Erneuerung der Studio-Ausrüstung überfällig. Und für die Präsentation der Tagesschau und der Tagesthemen steht jetzt modernste Technik zur Verfügung. Die investierte Summe ist für den Informationsauftrag der ARD gut angelegt. Der geplante Budgetrahmen konnte trotz der zeitlichen Verzögerung eingehalten werden." 



Nicht immer war in dem Projekt alles nach Plan verlaufen. Im Zuge eines ersten Probebetriebs hatte sich zur Jahreswende 2012/13 herausgestellt, dass das Grafiksystem zunächst nicht die gewünschten Ergebnisse brachte. Da sich alle Abbildungen und Schrifteinblendungen auf einer halbrunden Medienwand real im Studio abspielen, muss das Grafiksystem alle Verzerrungen in Echtzeit korrigieren. Wegen der verschiedenen Perspektiven, Kameraeinstellungen und Kamerabewegungen erwies sich dies als ein Problem, das bei der Planung und Entwicklung so nicht vorhergesehen worden war.

 Kai Gniffke, Erster Chefredakteur ARD-aktuell wollte den Startschuss in den Echtbetrieb erst geben, „wennn alle Systeme fehlerfrei und zur völligen Zufriedenheit laufen“. „Dies ist jetzt der Fall - dank intensiver Arbeit des Grafiksystem-Herstellers, der Produktion und der Redaktion von ARD-aktuell“, wie der NDR bekannt gibt.



Die Technik im neuen Nachrichtenstudio komme vor allem einer verbesserten optischen Umsetzung von Nachrichten zu Gute. Schwierige Sachverhalte lassen sich in Form von animierten Grafiken anschaulicher darstellen. 

Thomas Hinrichs, Zweiter Chefredakteur ARD-aktuell erklärt das neue Präsentations-Konzept des Nachrichtenstudios: „Für das Moderatorenteam der Tagesthemen ändert sich am meisten. Sie sind im Studio unterwegs, werden nicht mehr durch die Tischkante bildlich eingeschränkt. Dadurch haben unsere 'Anchorwomen‘ und unser 'Anchorman‘ optimale Möglichkeiten, komplexe Sachverhalte noch besser zu erklären." 

Zudem wird die Tagesschau stärker als bisher auf exzellenten Fotojournalismus setzen und mit großformatigen Fotos die Themen ausdrucksstärker, authentischer und emotionaler bebildern. Auch dies soll der besseren Verständlichkeit dienen. Man habe für die Tagesschau bewusst auf ein virtuelles Studio verzichtet, so Gniffke: „Nachrichten leben von Verlässlichkeit, Sicherheit und Glaubwürdigkeit. Dem folgt die Grundidee des neuen Studios: Alles, was die Zuschauer auf dem Bildschirm sehen, ist real im Studio vorhanden." Zugleich versichern die Chefs von ARD-aktuell, dass sich journalistisch am Konzept der Tagesschau nichts ändern wird." 
(4/14)

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