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Zweite DVB-Generation auf der Erfolgsspur
News: Technik

Zweite DVB-Generation auf der Erfolgsspur

Das DVB-Projektbüro demonstrierte auf der IBC 2010 erstmals die 3DTV-Übertragung über alle drei DVB-Standards der zweite Generation (TVB-S2, DVB-C2 und DVB-T2). Diese Standards sind dabei sich erfolgreich zu etablieren. Peter Siebert, Leiter des Projektbüros, berichtete in Amsterdam über die neuesten DVB-Standardisierungsarbeiten im Bereich 3DTV.

Alle drei DVB-Standards der zweiten Generation sind laut Peter Siebert, Leiter des in Genf angesiedelten DVB-Projektbüros, auf der Erfolgsspur. Das gilt besonders für den Satelliten-Standard DVB-S2. „Der hat sich weltweit als das Übertragungsmedium für HDTV zum Endkunden etabliert und ältere Technologie nahtlos ersetzt. Heute werden im Prinzip schon alle Tuner mit DVB-S2 ausgeliefert“, erklärte Siebert.

Der vor zwei Jahren veröffentlichte Standard DVB-T2 verfüge heute schon über 50 Prozent Abdeckung in UK. Hier sei eine Vielzahl an DVB-T2-Equipment verfügbar, die Set-top-Box-Preise seien in zwei Jahren von 200 auf 70 britische Pfund gefallen. „Die Mehrheit der HD-Fernseher in den britischen Elektronik-Läden sind jetzt schon T2-kompatibel“, sagte Siebert. Finnland und Schweden würden Anfang 2011 mit T2 Diensten beginnen. „Es gibt großes Interesse an Feldversuchen in vielen europäischen Ländern aber auch in Australien und Singapore. T2 entwickelt sich für uns extrem positiv“, befand er.







In Deutschland ist man allerdings noch ein ganzes Stück von der DBV-T2-Einführung entfernt. Hier rechnet man erst 2014 mit dem Umstieg von der ersten DVB-T-Generation auf die zweite. Siebert: „DVB-T2 wird sicherlich auch eine Zukunft in Deutschland haben. Das Verfahren ist einfach zu interessant und bietet zu viele Möglichkeiten als das man daran vorbei gehen könnte.“ Bei der DVB-T2-Einführung in Deutschland werden man aber wohl beim „Indoor“-Empfang bleiben und nicht zum Einsatz von Dach-Antennen zurückkehren. „Am Ende hängt es aber von der Regulierungsbehörde und den Betreibern ab, wie dieser Standard eingesetzt wird“, sagte er.



DVB-C2 wurde vor einem Jahr veröffentlicht. Jetzt gibt es die ersten professionellen Produkte die die DVB-Projektgruppe auf ihrem IBC-Stand zeigte. „Parallel dazu geht die Entwicklung für Consumer-Empfänger weiter. Ich erwarte deren Marktverfügbarkeit ungefähr in einem Jahr. Es gibt großes Interesse der europäischen Kabelnetzbetreiber an C2. Die brauchen diesen Standard dringen, um ihre Kapazitätsprobleme im Kabel zu beseitigen“, erklärte Siebert. Mit DVB-C2 könne man im digitalen Kabel rund 50 Prozent Effizienzsteigerung bei der Kapazitätsnutzung erzielen.



Neben der zweiten Generation der DVB-Standards ist für die DVB-Projektgruppe derzeit Stereo 3D ein wichtiges Thema. „Deswegen zeigen wir hier am Stand 3D-Übertragungen über alle Second-Generation-Standards“, berichtete der Leiter der DVB-Projektgruppe. „Damit 3D überhaupt zum Erfolg werden kann, benötigen wir eine saubere Standardisierung. Der Konsument muss die Garantie haben, dass das von ihm genutzte Equipment interoperabel einsetzbar ist“, sagte er. Die DVB-Projektgruppe konzentriere sich bei der 3D-Standardisierung deshalb auf die Schnittstelle am Eingang der Set-top-Box. Siebert: „Wir spezifizieren die notwendige Signalsisierung damit ein Fernseher oder eine Empfänger-Box erkennt, wenn 3D-Inhalte ankommen und diese dann auch im richtigen Format darstellen können. Die Endgeräte müssen unter anderem wissen, ob ein Top-Bottom- oder Side-By-Side-Format vorliegt. Wir spezifizieren die nötigen Metadaten damit der Empfänger das erkennen kann und automatisch den Fernseher richtig einstellt. Momentan muss man das manuell machen.“ Parallel dazu arbeite die DVB-Projektgruppe an Standards für 3D-Untertitel. „Hier ist wichtig, dem Empfangsgerät mitzuteilen, in welcher Tiefenebene des 3D-Bildes die Untertitel platziert werden sollen. Und auch die Darstellung des TV-Menüs im 3D-Fernsehbild benötigt eine entsprechende Definition.“



Wichtigste Aufgabe bei den aktuellen Arbeiten an den 3D-Standards sei es, dass bestehende Set-top-Boxen weiterhin genutzt werden könnten. „Das ist sehr wichtig für Pay-TV-Operator wie Sky, die jetzt mit 3D-Diensten anfangen wollen“, sagte Siebert. „In einer zweiten Phase der Standardisierung werden wir diese Bedingung allerdings fallen lassen. Dann werden Verfahren eingesetzt, die neue Set-top-Boxen erfordern werden.“ (09/10)

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