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Special: MEDIEN BULLETIN

Out of Africa

Mit mehr als 50 Spielfilmproduktionen und Serien hat sich Film Afrika seit 1995 als eine der größten Produktionsfirmen in Südafrika positioniert. Auf das Konto des Unternehmens gehen vor allem Service-Produktionen und internationale Koproduktionen. Durch die Steuererstattungen sowie die im April 2011 gestartete Zwischenfinanzierungs-Förderung wird die Filmproduktionswirtschaft in Südafrika derzeit weiter angekurbelt.

„Deutschland gehört zu unseren wichtigsten Partnerländern“, konstatiert Vlokkie Gordon, Produktionsleiterin von Film Afrika. Neben unserem langjährigen Partner Apollo Media arbeiten wir regelmäßig mit Tandem Communications zusammen.“ Das Koproduktionsabkommen zwischen Deutschland und Südafrika erlaube es, nicht nur Spielfilme und Fernsehserien, sondern auch Dokudramen oder TV-Movies zu produzieren. „50 Prozent der Dreharbeiten müssen in Südafrika stattfinden“, unterstreicht Gordon. Die verbleibenden 50 Prozent können in Deutschland oder einem EU-Partnerland erfolgen. Zu den Vorteilen, die Südafrika als Location biete, gehöre ein sehr hoher Production Value, der dort erzielt werde. Hinzu kämen die internationale Arbeitsweise der professionell trainierten Crews und die zahlreichen Locations, die Kapstadt zu bieten hat.

Die viefältige spektakuläre Landschaft rund um den Tafelberg besitzt Weinberge, Küstenlandschaften und sogar eine Wüste, so dass sich nahezu alle Geschichten dort ansiedeln lassen. „Südafrika wird oftmals als Schauplatz für andere Länder und Epochen verwendet“, sagt Gordon. „Dank der verschiedenen architektonischen Stile ist das Los Angeles der vierziger Jahre ebenso bei uns zu finden wie London, Neuseeland oder Südkalifornien.“

Finanziell attraktiv sind die Koproduktionen in Südafrika vor allem durch die jüngsten Steuererstattungen, die dort gewährt werden. Service-Produktionen, die dort mindestens zwölf Millionen afrikanische Rand (1,1 Mio. Euro) ausgeben, bekommen 15 Prozent der dort ausgegebenen Produktionskosten erstattet. Koproduktionen müssen mindestens 2,5 Millionen afrikanische Rand (231.000 Euro) in Südafrika ausgeben, um in den Genuss der Steuererstattung zu kommen. Für die ersten sechs Millionen afrikanische Rand (550.000 Euro), die dort ausgegeben werden, erstattet Südafrika 35 Prozent der Gesamtkosten. Für die Ausgaben, die darüber hinaus getätig werden, gibt es eine Steuererstattung in Höhe von 25 Prozent.

„Bei beiden Steuererstattungs-Modellen liegt die Obergrenze bei einer Rückzahlung von 20 Millionen afrikanischen Rand (1,85 Mio. Euro), erklärt die Produktions-Chefin. „Bei Koproduktionen wird diese Obergrenze in der Regel leichter erreicht.“ Als weiteres Instrument, um die Filmproduktionswirtschaft in Südafrika weiter anzukurbeln, hat der Staat dort im April diesen Jahres eine Förderung für die Zwischenfinanzierung von Film- und Fernsehproduktionen aufgelegt. Sofern eine Produktion über einen Completion Bond verfügt, der die Fertigstellung des Films garantiert, bekommen die Produktionen in der Vorproduktions- und Drehphase 80 Prozent ihres Budgetsales zinsloses Darlehen. „Das erleichtert den Produktionen den Cash Flow“, betont Gordon. Gewährt werden die Mittel, sofern die Handelskammer das Budget und die Verträge der Produktion geprüft und ihr ein entsprechendes Zertifikat ausgestellt hat.

„Die Filmbranche in Südafrika ist in den letzten Jahren stark gewachsen“, resümiert Gordon. Das Equipment dort entspreche dem westeuropäischen Standard. „Viele technische Dienstleister aus Deutschland und Großbritannien verfügen mittlerweile über Niederlassungen in Südafrika.“ Sofern Equipment fehle, könne dieses unmittelbar nachgeliefert werden.
In Kapstadt, wo bisher zwischen Oktober und April Hochsaison für Werbefilmproduktionen herrschte, werde inzwischen das ganze Jahr über gedreht. Bei der Locationsuche werden die Film Scouts von den Film Commissions in Kapstadt, Durban und Johannesburg unterstützt. „Wir besitzen mittlerweile sieben bis zwölf professionelle Crews, die gleichzeitig größere Projekte realisieren können.“

Zu den renommiertesten Projekten, die Film Afrika realisiert hat, gehören die preisgekrönten Geschichts-Dokumentationen für den History Channel, aber auch Kinofilme wie „Endgame“ mit William Hurt, „Supernova“ mit Peter Fonda oder die Nelson Mandela-Verfilmung „Goodbye Bafana“ von Bille August , welche die deutsche Produktionsfirma X Filme Creative Pool in Südafrika mit Diane Kruger und Joseph Fiennes in den Hauptrollen produziert hat.
„Zu unseren nächsten Koproduktionen“, verrät Vlokkie Gordon, „gehört eine Fernsehserie, die in Zusammenarbeit mit Tandem Communications entsteht.“
Birgit Heidsiek
(MB 10/2011)

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