Mebucom / Themen / IP Workflows / An Cloudsourcing und IP-Produktion kommen Produzenten nicht länger vorbei
Jim O´Neill

Special: IP Workflows

An Cloudsourcing und IP-Produktion kommen Produzenten nicht länger vorbei

Die Medienbranche ist derzeit vor allem durch das sich rasch ändernde Mediennutzungsverhalten geprägt: Konsumenten erwarten, dass Video-Inhalte schneller und nutzerfreundlicher denn je zur Verfügung stehen. Um gegen die Konkurrenz zu bestehen, müssen Produzenten zu neuen Mitteln greifen. In einem Kommentar erklärt Jim O´Neill, Principal Analyst bei Ooyala, wie Video-Produzenten durch neue Übertragungstechnologien flexibler agieren können.

O’Neill sieht in dem Zusammenhang das Zusammenrücken von Medienproduktion und IT-Technik als einen wesentlichen Bestandteil, um auf dem Markt konkurrenzfähig zu bleiben. Im folgenden erläutert er, warum die Cloud-basierte, virtualisierte Videobearbeitung und die Implementierung von IP-Workflows durch diese Veränderungen in der Videolandschaft längst unerlässlich geworden sind:

IP statt SDI?

Vor allem in der Live-Produktion stellt die Integration IP-basierter Workflows einen infrastrukturellen Wandel dar, der auf Dauer unumgänglich ist. Obwohl in puncto Widerstandsfähigkeit und Verzögerungsfreiheit unübertroffen, wird die seit 1989 weitläufig eingesetzte SDI-Technologie nach und nach durch die IP-Verkabelung ersetzt werden.

Der Grund hierfür liegt darin, dass die neue Übertragungstechnologie Produzenten erhöhte Flexibilität und Agilität bieten kann – für Live-Produktionen sind dies essentielle Eigenschaften. Bild-, Audio- und Steuerungssignale werden bei „Video-over-IP“ über ein einziges Netzwerkkabel transportiert – auch, wenn beispielsweise mehrere Kameras parallel betrieben werden. Zudem erfolgt statt einer Point-to-Point-Übertragung eine Signal-Übertragung zwischen einer Vielzahl von Geräten. So sparen sich Produktionsfirmen weite Kabelstrecken und optimieren ihr Setup. Vor allem bei Sport-Events findet die IP-Technologie daher bereits Anwendung.

Ebenso bedeutet die Umstellung auf die IP-basierte Produktion, dass mehrere Videoformate parallel verwendet werden können, ohne dass eine zeitintensive Umwandlung stattfinden muss. Denn IP ist formatunabhängig.

Die Pay-as-you-go Cloud

Neben der Umstellung auf die IP-Technologie bietet eine Verlagerung von Daten und Services in die Cloud Produktionsfirmen die nötige Flexibilität, um mit den Big Playern konkurrieren zu können.

Dank Skalierbarkeit der Cloud wird je nach Projektgröße entsprechend Speicherplatz bereitgestellt – und nur für die momentan genutzten Kapazitäten bezahlt (pay-as-you-go). Gerade für kleine Unternehmen, die sich diese Ressourcen nicht dauerhaft inhouse leisten können, stellt diese Auslagerung eine kosteneffektive und dynamische Lösung dar. Skaliert werden kann dabei nahezu ins Unendliche, was bei den immer größer werdenden Datenmengen durch die sich stetig verbessernde Videoauflösung von entscheidendem Vorteil ist.

Darüber hinaus eröffnet die Cloud Produktionsfirmen und Providern nach dem „pay-as-you-go“-Modell den Zugang zu Services, für die die internen Rechenkapazitäten nicht ausreichen. Rechenintensive Vorgänge wie Schnitt, Rendering, Streaming oder auch die Konvertierung von Inhalten für diverse Endgeräte können komplett in die Cloud verlagert werden. Diese Auslagerung schafft zudem die Grundlage für die internationale Zusammenarbeit bei der Videoproduktion – Teams an verschiedenen Standorten weltweit können ohne umständliche Transfers auf für sie relevante Daten zugreifen. (11/2018)

Foto: Jim O´Neill, Principal Analyst bei Ooyala

Zurück