ARD baut Medienkompetenz-Programm aus

Der öffentlich-rechtliche Rundfunkverbund reagiert auf den neuen Reformstaatsvertrag mit einem erweiterten Bildungsangebot. Vier bundesweite Aktionstage und regionale Programme sollen 2026 unterschiedliche Zielgruppen erreichen.

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ARD Medienkompetenz 2026
ARD Medienkompetenz 2026: Vier Aktionstage und regionale Programme.

Der Reformstaatsvertrag, der am 1. Dezember 2025 in Kraft getreten ist, hebt die Förderung von Medienkompetenz stärker hervor als bisherige Regelungen. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sollen Partnerschaften mit Bildungs- und Kultureinrichtungen anstreben, um entsprechende Angebote zu stärken. Die ARD interpretiert diese Vorgabe als Bestätigung ihres bisherigen Engagements und legt für 2026 ein Programm vor, das bundesweite Aktionstage mit regionalen Angeboten der Landesrundfunkanstalten kombiniert.

Reichweite im sechsstelligen Bereich

Die Dimension des bisherigen Engagements lässt sich beziffern. Im vergangenen Jahr organisierte die ARD nach eigenen Angaben mehr als 2.500 Veranstaltungen zur Medienbildung. Diese reichten von Online-Streams über Schulbesuche bis zu Studioführungen. Insgesamt erreichte der Senderverbund damit mehr als 100.000 Menschen im direkten Austausch. Ergänzt wird das Vor-Ort-Programm durch digitale Angebote: Faktenchecks, Hintergrundinformationen und Unterrichtsmaterialien stehen dauerhaft in der ARD Mediathek bereit.

Medienkompetenz: Die vier bundesweiten ARD-Aktionstage 2026

ARD Nachrichtentag – 19. März 2026 Nachrichten- und Informationskompetenz stehen im Mittelpunkt dieses Formats. Nachrichtenredaktionen öffnen ihre Studios für Besucherinnen und Besucher. Auslandskorrespondentinnen und -korrespondenten berichten über ihre Arbeit, Regionalredaktionen erläutern ihre Recherchemethoden.

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Aktionstage zum Tag der Pressefreiheit – 29. April bis 8. Mai 2026 Die Gefährdung journalistischer Arbeit weltweit bildet den thematischen Schwerpunkt. Die ARD kooperiert mit Partnerorganisationen, um den Stellenwert von Meinungs- und Pressefreiheit zu vermitteln. Der Hintergrund: Die Organisation Reporter ohne Grenzen dokumentierte für 2025 insgesamt 67 getötete Journalistinnen und Journalisten sowie mehr als 500 Inhaftierte.

Jugendmedientag – 12. November 2026 Schülerinnen und Schüler sind die Zielgruppe dieses etablierten Formats, das an vielen Schulen bereits fest im Kalender steht. Neu ist die institutionelle Breite: Erstmals beteiligen sich neben der ARD auch das ZDF und das Deutschlandradio mit eigenen Angeboten.

Young Reporter – ganzjährig Das partizipative Format läuft das gesamte Jahr über. Jugendliche und junge Erwachsene entwickeln gemeinsam mit ARD-Journalistinnen und -Journalisten eigene Beiträge zu regionalen Themen. Die fertigen Produktionen – Videos, Audiobeiträge und Social-Media-Inhalte – werden anschließend im ARD-Programm und in der Mediathek veröffentlicht.

Zielgruppen reichen von Schülern bis Senioren

Die Adressaten des Gesamtprogramms sind bewusst breit gefasst. Die ARD nennt Schülerinnen und Schüler, Berufstätige, Seniorinnen und Senioren sowie Menschen mit Beeinträchtigungen als Zielgruppen. Die regionalen Angebote der einzelnen Landesrundfunkanstalten ergänzen die bundesweiten Aktionen und sollen gemeinsam mit externen Partnern eine flächendeckende Versorgung gewährleisten. Eine Übersicht aller Termine und Formate ist unter ARD.de/medienkompetenz abrufbar.