ARD-Studio Tel Aviv bezieht neuen crossmedialen Standort

Das vom BR verantwortete Auslandsstudio hat nach knapp zwei Jahren Planung und Umbau neue Räume in der israelischen Metropole bezogen. Die Einweihung fällt in das 60. Jahr des Bestehens und markiert zugleich einen Leitungswechsel.

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Von links: Dr. Kathrin Wildermuth (Intendantin, BR), Steffen Seibert (Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Israel) und Christian Limpert (trimediale Leitung, ARD-Studio Tel Aviv, BR) bei der Eröffnung des neuen BR-verantworteten ARD-Studios in Tel Aviv.
Von links: Dr. Kathrin Wildermuth (Intendantin, BR), Steffen Seibert (Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Israel) und Christian Limpert (trimediale Leitung, ARD-Studio Tel Aviv, BR) bei der Eröffnung des neuen BR-verantworteten ARD-Studios in Tel Aviv. ©BR

Die Ausgangslage machte den Umzug notwendig. Historisch bedingt waren TV- und Radiostudio des ARD-Studios Tel Aviv bislang in verschiedenen Gebäuden untergebracht. Beide Standorte erfüllten zuletzt Sicherheitsauflagen nicht mehr, zudem waren technische Geräte wie Radio- oder TV-Schnittplätze mit einer Betriebsdauer von teilweise mehr als 15 Jahren veraltet. Mit dem neuen Standort führt der BR beide Einheiten zusammen – bei gleichzeitiger Reduzierung der Nutzfläche um die Hälfte.

Vier crossmediale Arbeitsplätze

Das neue Studio bietet vier mit aktueller Technik ausgestattete Arbeitsplätze, an denen die Korrespondentinnen und Korrespondenten Audio- und Videobeiträge erstellen und senden können. Für Aufzeichnungen, etwa von Tagesthemen-Kommentaren, steht ein Greenscreen zur Verfügung.

Dr. Kathrin Wildermuth (Intendantin, BR) und Steffen Seibert (Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Israel) bei der Eröffnung des neuen BR-verantworteten ARD-Studios in Tel Aviv. ©BR

„Das neue ARD-Studio Tel Aviv ist viel mehr als ein Arbeitsplatz mit guter Technik und einer schnellen Leitung nach Deutschland. Es ist unser Anker in einer Region, in der sich die Ereignisse oft überschlagen“, sagte BR-Intendantin Dr. Katja Wildermuth bei der Einweihung am 29. Januar. Die journalistische Arbeit in dieser komplexen Lage zeige exemplarisch, worauf es heute ankomme: „Auf Raum für Hintergründe, Kontextualisierung, Differenzierung und Reflexion. Darauf, rauszugehen, vor Ort zu recherchieren und mit Menschen zu sprechen, dranzubleiben an den Geschichten. Das unterscheidet ‚reporter intelligence‘ von ‚artificial intelligence‘.“

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Planung und Umbau im Kriegszustand

Knapp zwei Jahre nahmen Planung und Umbau in Anspruch – inmitten des Kriegszustands und geprägt von Verzögerungen bei Genehmigungen, Lieferketten und Handwerkerterminen. Initiiert und eng begleitet hatte den Prozess Studioleiter Christian Limpert. Die Einweihung war zugleich eine seiner letzten offiziellen Amtshandlungen: Seine Arbeit in Tel Aviv endet turnusgemäß.

Christian Limpert (re.) beim Rundgang im neuen ARD-Studio Tel Aviv. ©BR
Christian Limpert (re.) beim Rundgang im neuen ARD-Studio Tel Aviv. ©BR/Johannes Moths

Björn Dake übernimmt die Leitung

Die Nachfolge tritt zum 1. März Björn Dake an. Der Journalist ist seit 2010 beim Bayerischen Rundfunk und war zuletzt Korrespondent im BR-Hauptstadtstudio in Berlin. Seit 2016 arbeitete Dake zudem vertretungsweise in verschiedenen ARD-Auslandsstudios, darunter auch wiederholt in Tel Aviv.

Der BR verantwortet die ARD-Berichterstattung aus Israel seit 1966.