Ohne Baseline keine Wahrheit über den eigenen CO₂-Fußabdruck

Der britische Datenmanagement-Spezialist Dot Group zeigt auf der ISE 2026 in Barcelona erstmals seine Carbon-Intelligence-Plattform GreenDot. Die Lösung soll den CO₂-Ausstoß von Medienunternehmen direkt an der Quelle messen – und dabei Einsparpotenziale aufdecken.

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GreenDot der Dot Group
GreenDot erstmals auf der ISE 2026 ©Dot Group

Die Medien- und Veranstaltungsbranche steht unter Druck, nachhaltiger zu wirtschaften. Auftraggeber, Investoren und Regulierungsbehörden verlangen zunehmend belastbare Nachweise über CO₂-Emissionen. Doch viele Unternehmen arbeiten bei der Erfassung ihrer Umweltdaten mit Schätzungen oder Branchendurchschnitten – ein methodisches Problem, das die Aussagekraft der Ergebnisse einschränkt.

Das Baseline-Problem in der Nachhaltigkeitsmessung

Nachhaltigkeitsberichte basieren häufig auf hochgerechneten Werten statt auf gemessenen Daten. Ohne eine verlässliche Ausgangsbasis lässt sich jedoch weder der tatsächliche Status quo bestimmen noch der Fortschritt von Maßnahmen überprüfen. Diese Lücke zwischen Anspruch und Datenqualität ist kein branchenspezifisches Phänomen, sondern betrifft Unternehmen aller Sektoren.

Die Dot Group adressiert genau dieses Problem mit GreenDot. Die Plattform soll Baselines direkt aus dem laufenden Betrieb ableiten – durch Erfassung von Serverdaten, Stromverbrauch und Infrastrukturauslastung. Nach Angaben des Unternehmens sind alle Werte zeitgestempelt, an der Quelle gemessen und auditfähig dokumentiert.

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Vom Broadcast-Spezialisten zur Carbon-Plattform

Die Dot Group ist seit 28 Jahren im Datenmanagement für die Medien- und Unterhaltungsbranche tätig. Mit GreenDot erweitert das Unternehmen sein Portfolio in Richtung Nachhaltigkeitsmessung. Die Premiere auf der ISE 2026 ist kein Zufall: Die Messe gilt als zentrale Plattform für die Konvergenz von Pro-AV und Broadcast-Technologie – zwei Bereiche, die nach Einschätzung von Dot Group vor ähnlichen Herausforderungen im Datenmanagement stehen.

Lee Otterway, Commercial Director bei Dot Group, beschreibt den Ansatz so: „GreenDot liefert operative Daten, auf deren Basis man handeln kann – keine Schätzungen, die man hinterfragen muss.“

Emissionen und Kosten als zwei Seiten einer Medaille

Das Unternehmen bewirbt GreenDot nicht nur als Nachhaltigkeitswerkzeug, sondern auch als Instrument zur Kostenoptimierung. Die Logik dahinter: Prozesse mit hohem Energieverbrauch verursachen sowohl Emissionen als auch Ausgaben. Wer ressourcenintensive Abläufe identifiziert und optimiert, könnte beides reduzieren. Ob und in welchem Umfang sich dieser doppelte Nutzen in der Praxis realisieren lässt, dürfte von der jeweiligen Infrastruktur und den Optimierungsspielräumen abhängen.

Unternehmen können laut Dot Group ihre erste Baseline kostenlos erstellen lassen. Am Stand CS531 in Halle 7 zeigt das Unternehmen Live-Demonstrationen der Plattform.