Riedel RefCam wird zum Forschungsinstrument im Basketball

Der Deutsche Basketball Bund und die Deutsche Sporthochschule Köln erproben gemeinsam mit Riedel Communications eine Kopfkamera-Technologie zur Verbesserung der Schiedsrichterausbildung. Der erste Einsatz in der 2. Basketball-Bundesliga markiert den Auftakt eines wissenschaftlichen Forschungsprojekts.

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RefCam beim Basketball
Kompakt und unauffällig: Die RefCam zeichnet auf, was der Schiedsrichter während des Spiels sieht. ©angelkingmedia

Die Riedel RefCam hat am 28. Dezember 2025 ihre Premiere im deutschen Basketball gefeiert. Beim Zweitliga-Spiel der EPG Baskets Koblenz gegen die Bozic Estriche Knights Kirchheim trugen die Schiedsrichter erstmals die kompakte Kopfkamera des Wuppertaler Kommunikationsspezialisten Riedel Communications. Das Besondere an diesem Einsatz: Die Technologie diente nicht der Fernsehübertragung, sondern einem wissenschaftlichen Forschungsvorhaben.

Drei Kameras zeichneten das Spielgeschehen auf

Die technische Umsetzung erfolgte mit drei RefCam-Record-Einheiten, die ausschließlich lokale Aufzeichnungen anfertigten. Die Riedel RefCam ist eine Kopfkamera, die Spielsituationen aus der unmittelbaren Perspektive der Unparteiischen erfasst. Sie wurde ursprünglich für Live-Broadcast-Anwendungen entwickelt, eignet sich aber ebenso für reine Aufzeichnungen ohne Übertragung. Die in Koblenz gewonnenen Aufnahmen dokumentieren das Spielgeschehen so, wie es die Schiedsrichter selbst wahrgenommen haben.

Forschungsziel ist ein ganzheitliches Trainingskonzept

Das Projekt verfolgt ein konkretes Ziel: die Entwicklung eines ganzheitlichen Trainingskonzepts zur Verbesserung der Entscheidungsfähigkeit von Basketballschiedsrichtern. Gefördert wird das Vorhaben vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft. Die wissenschaftliche Leitung liegt bei der Deutschen Sporthochschule Köln, die bereits seit längerem an der Evaluation videobasierter Schiedsrichter-Entscheidungstrainings arbeitet. Die mit der RefCam aufgezeichneten Sequenzen sollen bestehende Trainingsansätze um eine bislang fehlende Komponente erweitern: die authentische Perspektive aus realen Spielsituationen.

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„Gerade dynamische Spielsituationen lassen sich aus der Schiedsrichterperspektive nur schwer mit herkömmlichen Kameras abbilden“, erklärt Johannes Meyer, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der DSHS. Klassische Broadcast-Kameras zeigen das Spielgeschehen aus der Zuschauer- oder Regiesicht. Was ein Schiedsrichter im Moment seiner Entscheidung tatsächlich sieht, bleibt dabei verborgen.

Nicht für die TV-Übertragung, sondern für die Wissenschaft: Die RefCam im Forschungseinsatz. ©angelkingmedia

DBB sieht Impulse für die Schiedsrichterausbildung

Der Deutsche Basketball Bund begleitet das Projekt auf organisatorischer Ebene. Carsten Straube, Schiedsrichter-Manager des B- und C-Kaders für die 2. Bundesliga, bezeichnet die Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Partnern als wichtigen Baustein in der Weiterentwicklung des Schiedsrichterwesens. „Solche innovativen Technologieprojekte können einen wichtigen Beitrag zur Qualitätssicherung leisten und liefern zugleich wertvolle Impulse für die Aus- und Weiterbildung von Schiedsrichtern”, so Straube.

Riedel erschließt neues Anwendungsfeld

Für Riedel Communications markiert der Einsatz in Koblenz eine Erweiterung des Anwendungsspektrums der RefCam. Die Technologie kam bislang vorwiegend im Live-Broadcast-Bereich zum Einsatz, etwa bei Fußballübertragungen, um Zuschauern immersive Perspektiven zu bieten. Der wissenschaftliche Kontext im Basketball zeigt nun einen anderen Nutzen auf. „Dieses spannende Projekt zeigt, dass unsere RefCam nicht nur für immersive Perspektiven im Live-Umfeld geeignet ist, sondern auch wertvolle Einblicke für Analyse und Forschung liefern kann“, sagt Jacqueline Voss, Executive Director Strategy and Innovation bei Riedel Communications.