Der Bayerische Rundfunk hat auf BR24 einen KI-gestützten News-Assistenten gestartet. Die Beta-Version steht auf der BR24-Startseite sowie in ausgewählten Beiträgen im Web und in der App bereit. Als Wissensbasis dienen veröffentlichte Inhalte von BR24 und tagesschau. Perspektivisch soll aus dem Projekt ein gemeinsamer Wissensraum für die gesamte ARD entstehen.
„Dein News-Assistent“ bereitet aktuelle Themen in unterschiedlichen Zusammenfassungen auf, zeichnet Entwicklungen als Zeitleisten nach und erläutert Fachbegriffe. Hinzu kommen Empfehlungen zu weiterführenden Beiträgen und ein Chat, in dem Nutzer Fragen zu Nachrichtenthemen stellen können. Die Antworten sollen sich auf Inhalte von BR24 und tagesschau beschränken; die jeweils verwendeten Beiträge weist das System als verlinkte Quellen aus.
Damit setzt der BR auf einen anderen Ansatz als frei antwortende Chatbots, die Informationen aus unübersichtlichen Zahl von Internetquellen zusammenführen. Außerdem soll der Assistent nicht selbst recherchieren, sondern auf bereits veröffentlichtem Material der beiden Nachrichtenangebote arbeiten.
RAG verbindet Sprachmodell und Nachrichtenarchiv
Technisch beruht die Anwendung auf einer Retrieval-Augmented-Generation-Architektur, kurz RAG. Bei einer Anfrage sucht das System zunächst passende Informationen in seiner Wissensbasis. Diese Inhalte werden anschließend einem Sprachmodell als Kontext für die Zusammenfassung oder Antwort bereitgestellt. Das Modell erzeugt seine Ausgabe somit auf Grundlage zuvor ausgewählter redaktioneller Beiträge.
BR-Intendantin Katja Wildermuth betont die redaktionelle Verantwortung: „Unser News-Assistent ersetzt keine Redaktion und keine journalistische Entscheidung.“ Die Anwendung fasse geprüfte Inhalte zusammen, weise die Quellen aus und solle Nachrichten schneller verständlich machen.

Vom BR-Piloten zum Wissensraum der ARD
Über das unmittelbare Angebot auf BR24 hinaus dient das Projekt als technischer und inhaltlicher Ausgangspunkt für eine stärkere Vernetzung der ARD. Beiträge von BR24 und tagesschau fließen dafür in einen gemeinsamen „Trusted Content Pool“. Langfristig soll dieser Pool um Wissen und Inhalte weiterer Landesrundfunkanstalten erweitert werden.
ARD-Vorsitzender Florian Hager bezeichnet den Assistenten entsprechend als „Fundament für einen gemeinsamen Wissensraum der ARD, in dem verlässliche Beiträge als Daten zusammenfließen“. Damit richte sich die ARD auch an Menschen, die sich zunehmend über KI-Anwendungen informieren.
In der zunächst offenen Pilotphase will der BR untersuchen, welche Funktionen den Nutzern tatsächlich einen Mehrwert bieten. Die Erkenntnisse sollen in eine Weiterentwicklung für die tagesschau und die übrigen Landesrundfunkanstalten einfließen. Konzipiert und umgesetzt wurde die Anwendung vom BR AI + Automation Lab gemeinsam mit den Redaktionen von BR24 und tagesschau sowie der ARD Tech-Unit.
