EVS‘ Antwort auf die wachsende Nachfrage nach Flexibilität

EVS setzt auf hybride Workflows: Flexible Kombination aus On-Prem und Cloud, neue Lizenzmodelle und erweiterter globaler Support für die Broadcast-Branche.

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Oscar Teran, EVS
Oscar Teran ©EVS

Die Broadcast-Branche steht unter Druck. Sender und Produktionsfirmen müssen immer mehr Inhalte produzieren – oft mit stagnierenden oder sogar schrumpfenden Budgets. Gleichzeitig wächst die Nachfrage nach flexiblen Arbeitsmodellen, in denen On-Premise-Lösungen, private Rechenzentren und Public Clouds kombiniert werden. Auf seiner Jahrespressekonferenz bezeichnet EVS diese Entwicklung als eine zentrale Herausforderung und setzt verstärkt auf hybride Workflows.

Zwischen Cloud und Hardware

„Unsere Kunden stehen vor der Aufgabe, hochwertige Inhalte schneller und effizienter bereitzustellen, ohne die Produktionsqualität zu gefährden“, sagt Oscar Teran, Executive Vice President Market & Solutions bei EVS. Die Antwort darauf sei eine Architektur, die sich an den Bedürfnissen der Branche orientiere – eine Mischung aus On-Premise-Hardware und Cloud-Technologien.

EVS verfolgt dabei einen „Balanced Computing“-Ansatz. Die Idee: Kunden können je nach Produktion entscheiden, welche Aufgaben lokal verarbeitet und welche in die Cloud ausgelagert werden. Das betrifft nicht nur klassische Workflows, sondern auch anspruchsvolle Echtzeit-Prozesse wie Replay-Server oder Video-Routing.

Die Nachfrage nach hoher Qualität treibt den Wandel zusätzlich voran. „Viele unserer Kunden benötigen 4K- und UHD-Produktionen, was eine enorme Rechenleistung erfordert“, erklärt Teran. Das bedeute, dass nicht alles in die Cloud verlagert werden könne. Insbesondere für Live-Produktionen sei ein reiner Cloud-Ansatz häufig noch nicht praktikabel.

Neue Lizenzmodelle und Remote-Produktionen

Neben technologischen Veränderungen setzt EVS auch auf neue Geschäftsmodelle. Statt reiner Investitionskosten (CapEx) gibt es zunehmend flexible Betriebsmodelle (OpEx). Kunden können Lizenzen für bestimmte Funktionen oder Serverkapazitäten nach Bedarf aktivieren.

Ein Beispiel dafür ist der neue EVS e-Shop, der zur NAB Show 2025 vorgestellt werden soll. Dort können Kunden kurzfristig Lizenzen erwerben, etwa um zusätzliche Replay-Kanäle für ein großes Sportevent freizuschalten. „Wir ermöglichen damit eine dynamischere Nutzung unserer Lösungen, ohne dass Kunden hohe Anfangsinvestitionen tätigen müssen“, so Teran.

Auch der Trend zu verteilten Produktionsumgebungen setzt sich fort. Während der Pandemie etablierten sich Remote-Modelle, bei denen Regisseure, Cutter und Grafiker von verschiedenen Standorten aus zusammenarbeiten. EVS reagiert darauf mit Softwarelösungen, die nahtlose Remote-Operationen ermöglichen – inklusive IP-basiertem Zugriff auf Live-Signale und Medien-Assets.

Der langsame Abschied von SDI?

Doch nicht alle Unternehmen setzen bereits auf eine voll digitalisierte Produktionskette. Viele Sender haben noch erhebliche Investitionen in SDI-Infrastrukturen, während andere bereits auf IP-Technologien umsteigen. EVS begegnet dieser Marktsituation mit einer Strategie des „sanften Übergangs“.

„Es gibt nicht die eine Lösung für alle Kunden“, sagt Teran. „Manche setzen sofort auf IP, andere wollen bestehende SDI-Systeme schrittweise modernisieren. Unsere Aufgabe ist es, beide Szenarien zu unterstützen.“ Dafür bietet EVS hybride Lösungen, die sowohl SDI als auch IP-Technologien abbilden können.

Mehr Support für komplexe Produktionsumgebungen

Mit der zunehmenden Vielfalt an Produktionsmodellen wächst auch der Bedarf an umfassenden Support- und Serviceangeboten. EVS setzt deshalb verstärkt auf globale Support-Strukturen, die Kunden bei der Implementierung und Wartung hybrider Workflows begleiten.

„Gerade in komplexen Produktionsumgebungen ist es entscheidend, dass technischer Support schnell verfügbar ist – egal, ob es um On-Premise-Systeme oder cloudbasierte Lösungen geht“, erklärt Teran. Ein zentraler Baustein sei dabei die Standardisierung von Service-Level-Agreements (SLAs) sowie die Möglichkeit, Ressourcen flexibel zwischen verschiedenen Standorten und Produktionen zu skalieren.

Auch die Einführung eines zentralisierten Support-Hubs spielt eine Rolle. „Wir erreichen mittlerweile eine Größe, in der wir Support-Teams global bündeln und effizienter einsetzen können“, ergänzt Veerle De Wit, CFO von EVS. Das Unternehmen plane, die vorhandenen Service- und Wartungsangebote weiter auszubauen, um Kunden eine höhere Betriebssicherheit und schnellere Problemlösungen zu bieten.

Mit diesen Maßnahmen will EVS sicherstellen, dass Kunden nicht nur technologisch flexibel bleiben, sondern auch jederzeit auf die notwendige Unterstützung zurückgreifen können. In einer Branche, in der Ausfallsicherheit und Effizienz entscheidend sind, dürfte dieser Ansatz in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen.