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Filmverbände pochen auf 250 Millionen Euro Förderung

DFFF und GMPF sind vier Monate vor Jahresende ausgeschöpft. Für die Filmverbände zeigt das, wie groß der Bedarf an wirtschaftlicher Filmförderung ist – und wie problematisch es wird, wenn bereits eingeplante Mittel zusammengestrichen werden.

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Zahlreiche Verbände der deutschen Filmwirtschaft unterstützen die gemeinsame Forderung nach verlässlichen 250 Millionen Euro Bundesförderung. ©BVK
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Die wirtschaftliche Filmförderung des Bundes stößt vier Monate vor Jahresende an ihre Grenze: Die Mittel von DFFF 1 und 2 sowie des German Motion Picture Fund (GMPF) sind ausgeschöpft. Mehrere Filmverbände sehen darin nicht nur einen Beleg für die hohe Nachfrage, sondern vor allem ein Problem für die Planungssicherheit. Denn die Branche hat nach eigener Darstellung bereits mit einer Förderung von jährlich 250 Millionen Euro kalkuliert.

Die Summe ist deshalb mehr als eine Forderung für den nächsten Haushalt. Als das im Koalitionsvertrag vorgesehene steuerbasierte Filmfördersystem gestrichen wurde, erhielt die Branche die Zusage, die wirtschaftliche Filmförderung auf jährlich 250 Millionen Euro zu erhöhen. In mehreren Gesprächen mit dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) sei zudem erklärt worden, dass dieser Haushaltsansatz für drei Jahre gesichert sei.

Diese Perspektive habe konkrete Entscheidungen ausgelöst. Die Zusage habe „Vertrauen geschaffen, Projekte angestoßen und neue Investitionen ausgelöst“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung.

Förderstopp trifft bereits vorbereitete Projekte

Dass DFFF und GMPF nun vorzeitig ausgeschöpft sind, trifft damit auf Produktionen und Investitionen, die bereits vorbereitet wurden. Genau darin sehen die Verbände das zentrale Problem. „Förderstopps, kurzfristige Änderungen und Zweifel an den Rahmenbedingungen gefährden bereits vorbereitete Projekte, Investitionsentscheidungen und Arbeitsplätze“, heißt es in der Erklärung.

Filmproduktionen brauchen lange Vorläufe. Finanzierungen, Produktionsstandorte, Studios, Dienstleister und Crews werden entsprechend früh geplant. Die Verbände argumentieren deshalb nicht allein mit der Höhe der Förderung, sondern mit deren Verlässlichkeit: Wer Investitionen auf Grundlage angekündigter Rahmenbedingungen auslöst, müsse diese Bedingungen über den entsprechenden Planungszeitraum halten.

Die bereits ausgeschöpften Programme zeigen aus ihrer Sicht zugleich, dass die Mittel tatsächlich abgerufen werden. Deutsche Studios und Drehorte, Crews, Produktionsunternehmen und Dienstleister seien gefragt. Die Förderung wirke damit über einzelne Produktionen hinaus auf die filmwirtschaftliche Wertschöpfungskette.

Für 2027 stehen nur rund 200 Millionen Euro im Raum

Umso schärfer kritisieren die Verbände, dass für 2027 nur noch rund 200 Millionen Euro vorgesehen sind. Gegenüber den 250 Millionen Euro, mit denen die Branche nach eigener Darstellung geplant hat, fehlen damit etwa 50 Millionen Euro.

Die Verbände warnen, dass dies den gerade begonnenen Aufschwung der Produktionsbranche gefährden und das Vertrauen in den Filmstandort Deutschland beschädigen könne. Auch im europäischen Wettbewerb um Produktionen sehen sie Deutschland dadurch unter Druck.

Ihre Forderung ist entsprechend konkret: Die 250 Millionen Euro sollen auch 2027 sowie in den Folgejahren vollständig für die Bundesförderung von Kinofilm, TV/VoD und Produktionsdienstleistern zur Verfügung stehen. Die getrennten Haushaltsansätze für die einzelnen Förderlinien sollen dabei erhalten bleiben und nicht kurzfristig zwischen den Programmen verschoben werden können.

Zukunftsprogramm Kino braucht eigenen Haushaltsansatz

Die vorzeitige Ausschöpfung von DFFF und GMPF verschärft aus Sicht der Verbände noch ein zweites Problem. Eine Querfinanzierung der Kinoinvestitionsförderung aus nicht benötigten Mitteln dieser Programme funktioniere offenkundig nicht, wenn die Fördertöpfe selbst bereits Monate vor Jahresende leer sind.

Für das Zukunftsprogramm Kino fehle weiterhin ein eigener Haushaltsansatz. Das Programm soll Investitionen in Kinostandorte unterstützen und damit deren wirtschaftliche Basis sichern.

Die gemeinsame Erklärung läuft damit auf zwei Forderungen hinaus: einen eigenen Ansatz für die Kinoinvestitionsförderung und Verlässlichkeit bei den 250 Millionen Euro für die wirtschaftliche Filmförderung. Bei Letzterer berufen sich die Verbände ausdrücklich auf bereits getroffene Planungen und Investitionen.

„Die Förderung wirkt. Jetzt muss die Zusage gelten.“

Niklas Eckstein

Niklas Eckstein

Fachjournalist in der Medien- und Broadcast-Branche mit den Schwerpunkten Live-Produktion und Medientechnik. Chefredakteur von mebucom.de.

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