Teltec beantragt Sanierung in Eigenverwaltung

Der Fachhändler für professionelle Film- und Broadcasttechnik hat beim Amtsgericht ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Der Geschäftsbetrieb an allen neun Standorten in Deutschland und Österreich läuft weiter. Die Muttergesellschaft Avemio AG prüft indes mögliche Auswirkungen.

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Ralf P. Pfeffer, CEO der Teltec AG
Ralf P. Pfeffer, CEO der Teltec AG ©Teltec

Die Teltec AG mit Sitz in Mainz-Kastel hat heute einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens mit dem Ziel der Sanierung in Eigenverwaltung gestellt. Ziel sei es, historische Finanzverbindlichkeiten zu bereinigen und die Marktführerschaft abzusichern, teilt das Unternehmen mit. Der Geschäftsbetrieb – inklusive aller neun Standorte in der DACH-Region und des Onlineshops – laufe uneingeschränkt weiter.

Operativ profitabel, belastet durch Altlasten

Das Unternehmen bezeichnet sich als operativ gesund. „Wir sind profitabel, die Auftragsbücher unserer neun Standorte gut gefüllt und unsere Beratungsexperten gefragter denn je“, sagt Ralf P. Pfeffer, CEO der Teltec AG. Was das Unternehmen bremse, sei ein „finanzieller Rucksack“ aus der Vergangenheit. „Die Eigenverwaltung ist für uns das strategische Präzisionswerkzeug, um diesen Ballast abzuwerfen.“

Durch die Eigenverwaltung bleibt das Management handlungsfähig. Für Kunden – vom Independent-Filmemacher bis zum Broadcaster – ändere sich nichts, so das Unternehmen. Alle neun Showrooms blieben bestehen, die Warenverfügbarkeit sei durch die gewonnene Liquidität gesichert.

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Gehälter über Insolvenzgeld gesichert

Die rund 100 Mitarbeitenden wurden informiert. Ihre Gehälter sind über das Insolvenzgeld für die kommenden drei Monate gesichert. „Unser Team ist unser wertvollstes Asset. Dass wir diesen Weg der proaktiven Sanierung wählen, dient primär der langfristigen Sicherung dieser hochspezialisierten Arbeitsplätze“, so Pfeffer.

In den kommenden Wochen will der Vorstand den Sanierungsplan finalisieren. Ziel sei es, das Verfahren innerhalb weniger Monate abzuschließen.

Avemio prüft Auswirkungen

Die Teltec AG ist eine Tochtergesellschaft der börsennotierten Avemio AG, mit der seit 2023 ein Ergebnisabführungsvertrag besteht. Der Vorstand der Avemio AG erwartet derzeit nicht, dass das Insolvenzverfahren Auswirkungen auf die Unternehmensfortführung der Muttergesellschaft haben wird. Da dies jedoch vom Verlauf des Eigenverwaltungsverfahrens abhänge, werde der Vorstand fortlaufend prüfen, ob auch auf Ebene der Avemio AG ein Insolvenzantragsgrund vorliege.