Rohit Nagarajan ist erst seit zwei Jahren in der Broadcast-Branche. Der CEO von Vizrt bezeichnet das selbst als eine Mischung aus fehlendem Wissen und nützlicher Unvoreingenommenheit. Er komme ohne den Ballast gewachsener Gewissheiten und könne deshalb auch vermeintlich dumme Fragen stellen.
Seinen Auftritt beim Sky Sport / SVG Europe DACH Forum 2026 in Unterföhring nutzt Nagarajan hingegen in echter Thought-Leadership-Manier, um einige etablierte Grundsätze der Broadcast-Produktion infrage zu stellen. Muss wirklich jede Komponente einer Produktionskette Best of Breed sein? Muss eine Broadcast-Infrastruktur darauf ausgelegt sein, Fehler möglichst vollständig auszuschließen? Und passt der Aufwand, mit dem Produktionen perfektioniert werden, noch zu einer Mediennutzung, bei der Inhalte häufig als kurze Clips auf dem Smartphone landen?
Nagarajan rührt damit an Grundsätzen, die sich über Jahrzehnte in der Broadcast-Technik etabliert haben. Der Wechsel von Hardware zu Software ist für ihn ohnehin gesetzt. „Wir können die Zeit nicht anhalten. Und wir können nicht zu dem zurückkehren, was einmal war, nur weil wir uns wünschen, dass es noch so wäre“, sagt er. Den größeren Umbruch erwartet er beim nächsten Schritt: von Software zu KI und agentischen Systemen.