Im Mittelpunkt der Video-Tour stand der ATEM Mini Extreme ISO G2, die neueste Generation des kompakten Live-Produktionsmischers. Das Gerät baut auf dem bewährten ISO-Workflow auf, bei dem sämtliche Eingangssignale aufgezeichnet und die Schnittentscheidungen des Operators automatisch als DaVinci-Resolve-Projekt mit vorgeschnittener Timeline exportiert werden.
Neu in der G2-Version ist ein integrierter CFexpress-Slot sowie eine 10-Gigabit-Ethernet-Schnittstelle, die einen sogenannten Growing-Media-Edit-Workflow ermöglicht: Noch während der Aufzeichnung lässt sich in DaVinci Resolve mit dem Material arbeiten. „Man kann beispielsweise bei einer Sportproduktion bereits Highlights schneiden, während die Aufzeichnung noch läuft", erklärte Deminiere. Ergänzt wird das durch eine integrierte Desktop-Video-Karte, die sowohl Capture als auch Playout aus Resolve heraus erlaubt und damit einen Replay-Workflow ohne zusätzliche Hardware ermöglicht.

ATEM 4 M/E Constellation 4K Plus: 80 Eingänge, 48 Ausgänge
Als bislang größtes Modell der Constellation-Reihe zeigte Blackmagic Design den ATEM 4 M/E Constellation 4K Plus mit 80 Eingängen und 48 Ausgängen in 12G-SDI – ausgelegt für UHD bis 60fps. Das Gerät lässt sich nicht nur als Live-Produktionsmischer, sondern parallel als Router nutzen, dessen Ausgänge als frei belegbare Auxiliaries fungieren. Deminiere verwies auf Anwendungsfälle wie E-Sport-Produktionen, bei denen pro Spieler mehrere Kameraperspektiven plus der Bildschirmfeed verarbeitet werden müssen: „Man braucht die Dimensionierung, um sowohl die Produktion im Raum als auch den Stream gleichzeitig zu bedienen."
Als besonders praxisrelevante Neuerung hob er die sogenannten Shadow Busses hervor – eine Funktion für konditionelle Produktion. Damit lassen sich für verschiedene Ausgabewege unterschiedliche Quellenzuweisungen definieren. „Vielleicht zeige ich im Stream Kamera drei, aber im Saal will ich die nicht auf dem Display, weil sie die Leinwand abfilmt – dann lege ich automatisch Kamera zwei auf den Saal-Ausgang", erläuterte Deminiere. Für Integratoren sei zudem relevant, dass sich das gesamte System über Drittanbieter-Steuerungen automatisieren lasse.

SMPTE ST 2110: Schrittweise Migration statt Komplettumstieg
Den dritten Schwerpunkt bildete der konsequente Ausbau des 2110-Portfolios. „Wir zeigen bewusst viele Baseband-zu-2110-Konverter, weil der Umstieg schrittweise passieren soll, ohne dass man alles Bestehende ersetzen muss", sagte Deminiere. Neben dem Ethernet Switch 360P – der gleichzeitig als Router-Panel und PTP-Clock fungiert – waren diverse Konverter sowie DeckLink-Karten für die computerbasierte Signalverarbeitung zu sehen.

Als erste Kamera mit nativem ST-2110-Anschluss präsentierte Blackmagic Design die Studio Camera 6K Pro. Über ein einzelnes Ethernet-Kabel werden Video, Audio und – über PoE – auch die Stromversorgung realisiert. „Ein Kabel, und man hat alles – das vereinfacht den Aufbau enorm", so Deminiere.