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LiveU bringt LU900Q mit eSIM und KI-Funktionen

Auf der NAB 2026 stellt der Hersteller seine neue Encoder-Generation vor – und kündigt die Integration des QA-Spezialisten Actus an.

Ronen Artman von LiveU auf der NAB 2026
Ronen Artman von LiveU auf der NAB 2026
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LiveU hat auf der NAB Show 2026 in Las Vegas mit dem LU900Q seine neue Encoder-Generation vorgestellt. Im Gespräch mit mebucom ordnet Ronen Artman den Schritt strategisch ein: LiveU spricht von einer „Q Era", die sich um Intelligenz und Automatisierung dreht. Das „Q" steht dabei für IQ. Das Gerät feiert auf der NAB seine US-Premiere und wird nach Herstellerangaben aktuell an Kunden ausgeliefert.

Erstmals eSIM statt physischer SIM-Karten

Die wichtigste technische Neuerung im LU900Q ist der Wechsel von herkömmlichen SIM-Karten auf eSIM-Technologie. Auf dieser Basis hat LiveU eine Funktion namens LAQ integriert, die im laufenden Betrieb automatisch zwischen Mobilfunkanbietern umschaltet. Ziel ist es, am jeweiligen Einsatzort jederzeit die beste verfügbare Netzabdeckung zu nutzen, ohne dass der Anwender manuell eingreifen muss.

KI-Funktionen im Encoder

Der Prozessor des Geräts unterstützt mehrere KI-Funktionen. Auf der NAB demonstriert LiveU zwei davon. Die erste ist eine clap-basierte Steuerung: Ein Klatschen startet die Aufzeichnung, ein weiteres stoppt sie. Die zweite und für Produktionsworkflows relevantere Funktion ist eine automatische Objekterkennung. Der Encoder identifiziert während der Aufnahme Objekte im Bild – etwa einen Fußball oder eine Bandenwerbung – und legt diese Informationen als Metadaten am Live-Feed ab. Im späteren Ingest-Prozess lassen sich Aufnahmen anhand dieser Tags durchsuchen.

Ökosystem-Strategie und Automatisierung

Über das Gerät hinaus spricht Artman über die strategische Entwicklung von LiveU. Seit 2023 erweitert das Unternehmen sein Profil über die klassische Contribution hinaus auf einen Ecosystem-Ansatz, der Contribution, Production und Distribution umfasst. Der Fokus 2026 liegt nach Artmans Worten auf der Automatisierung dieser Kette – Dateien sollen automatisch in den Workflow gelangen, Metadaten ohne manuelles Zutun gezogen werden.

FIFA World Cup als Lackmustest

Praktisch sichtbar wird der Ansatz bei der bevorstehenden FIFA-WM in Mexiko, den USA und Kanada. LiveU stellt in jeder Host City eigene Teams und Geräte bereit. Broadcaster aus dem Ausland müssen nach Darstellung des Unternehmens keine Encoder mit auf die Reise nehmen – LiveU stellt die Hardware lokal zur Verfügung und übernimmt den Support vor Ort. Das Vorhaben spannt sich über drei Kontinente und ist nach Aussage von Artman eine der größten Produktionen, die das Unternehmen bislang begleitet hat.

Actus-Integration bis IBC

Mit Blick auf die nahe Zukunft kündigt Artman die vollständige Integration von Actus an, dem QA- und Monitoring-Spezialisten, den LiveU im Vorjahr übernommen hatte. Bis zur IBC soll Actus als integraler Bestandteil des LiveU-Ökosystems verfügbar sein. Damit ergänzt LiveU sein Angebot um die Monitoring- und QA-Schicht, die bisher als separater Bereich geführt wurde.

Niklas Eckstein

Niklas Eckstein

Fachjournalist in der Medien- und Broadcast-Branche mit den Schwerpunkten Live-Produktion und Medientechnik. Chefredakteur von mebucom.de.

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