
Die Berufung markiert einen personellen Neuanfang für die größte Strukturreform in der Geschichte des MDR. Die beiden bislang getrennten Programmdirektionen in Halle und Leipzig werden zu einer Einheit zusammengeführt. Lochthofen soll diese neue Struktur aufbauen und leiten. Der Rundfunkrat stimmte dem Vorschlag von MDR-Intendant Ralf Ludwig am 26. Januar 2026 mit großer Mehrheit zu.
Digitale Transformation als Kernaufgabe
MDR-Intendant Ralf Ludwig begründete seine Wahl mit Lochthofens Führungserfahrung und Transformationskompetenz: „Ich freue mich sehr, dass wir für die künftige Leitung und verantwortungsvolle Aufgabe mit Boris Lochthofen einen exzellenten Medienmanager mit langjähriger Führungserfahrung und hoher digitaler Transformationskompetenz gewinnen, der zudem den MDR und die ARD bestens kennt.“ Lochthofen überzeuge durch Managementkompetenzen, publizistische Erfahrung und ein starkes Netzwerk in der Medienbranche.
„Das Zusammenführen unserer beiden Programmdirektionen Halle und Leipzig ist die größte Strukturveränderung in der Geschichte des MDR.“
MDR-Intendant Ralf Ludwig

Der Rundfunkratsvorsitzende Michael Ziche benannte konkrete Erwartungen an den neuen Programmdirektor. Schwerpunkte seien die Entwicklung einer nonlinearen Inhalte-Strategie, die Sicherung publizistischer Qualität sowie die Sichtbarkeit mitteldeutscher Themen im ARD-Kontext. „Außerdem geht es um die aktive Gestaltung des Generationswechsels in den Redaktionen, die Optimierung organisatorischer Prozesse und den Ausbau moderner technologischer Grundlagen – in enger Abstimmung mit den MDR-Gremien, der Kreativwirtschaft und gesellschaftlichen Partnern“, so Ziche.
Rückkehr nach dreijähriger Pause
Boris Lochthofen kennt den MDR aus einer früheren Tätigkeit. Von 2016 bis Ende 2023 leitete er das Landesfunkhaus Thüringen und gehörte der MDR-Geschäftsführung an. In dieser Zeit trieb er die digitale Transformation des Senders voran. Parallel war er von August 2020 bis Ende 2023 Mitglied der Geschäftsführung der MDR Media GmbH. Ende 2023 verließ er den Sender auf eigenen Wunsch.
Vor seiner Zeit beim MDR sammelte Lochthofen Erfahrung im privaten Radiosektor. Nach einem Studium der Kommunikations-, Medien- und Politikwissenschaften an der Universität Leipzig übernahm er Führungspositionen bei der Regiocast GmbH, einem der führenden Radiounternehmen Deutschlands. Er leitete unter anderem Radio PSR und R.SA und wurde 2014 Mitglied der Konzerngeschäftsführung. Im Januar 2024 wechselte er als geschäftsführender Gesellschafter zur Teutocast GmbH, die Investitionen im Technologie- und Medienbereich begleitet.
Lochthofen selbst betonte die Verantwortung gegenüber dem Publikum: „In einer Zeit, die anstrengend und von Veränderungen geprägt ist, muss der MDR nah an den wichtigen Themen seines Publikums sein und jeden Tag vor allem verlässlich berichten und natürlich auch unterhalten.“
Die Berufung steht noch unter Vorbehalt der vertraglichen Fixierung durch den MDR-Verwaltungsrat.













