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Vier First Steps Awards für die HFF München

Vier Preise aus fünf Nominierungen: Bei den First Steps Awards 2026 waren Filmschaffende der HFF München mit einem Spielfilm, einem Dokumentarfilm sowie für Drehbuch und Kamera erfolgreich.

Vier First Steps Awards für die HFF München
Studierende und Alumnae der HFF München erhalten bei den First Steps Awards 2026 vier Auszeichnungen.

Vier Preise aus fünf Nominierungen gehen in diesem Jahr an die Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) München. Bei den First Steps Awards 2026 wurden die Abschlussfilme von Kilian Armando Friedrich und Daniela Magnani Hüller ausgezeichnet, außerdem gewannen Celina Rehr mit ihrem Drehbuch zu „Blaue Stunde“ und Kamerafrau Lea Dähne für ihre Arbeit an „Run Me Wild“.

Den mit 20.000 Euro höchstdotierten der vier Preise erhielt Kilian Armando Friedrich für „Ich verstehe Ihren Unmut“. Sein Spielfilm begleitet die 59-jährige Heike, die als Objektleiterin einer Reinigungsfirma versucht, den Anforderungen von Kunden, Mitarbeitenden und ihrem Chef gerecht zu werden. Als ein wichtiger Subunternehmer damit droht, die Zusammenarbeit zu beenden, gerät sie immer stärker unter Druck.

Friedrich führte Regie, arbeitete gemeinsam mit Tünde Sautier und Daniel Kunz am Drehbuch und übernahm zusammen mit Nicola Powell den Schnitt. Eine wichtige Rolle spielt auch die Kamera von Frederik Seeberger und Louis Dickhaut: Sie bleibt dicht an der Hauptfigur und folgt ihr durch einen Arbeitsalltag, in dem kaum Zeit zum Durchatmen bleibt. Die Jury überzeugte vor allem, wie der Film auf diese Weise die Belastung und Unsicherheit prekärer Arbeitsverhältnisse vermittelt.

Ein persönlicher Blick zurück

Einen ganz anderen Ausgangspunkt hat „Was an Empfindsamkeit bleibt“. Daniela Magnani Hüller beschäftigt sich in ihrem Dokumentarfilm mit einem versuchten Femizid, den sie als 16-jährige Schülerin überlebte, und kehrt dafür 14 Jahre später zu den damaligen Ereignissen zurück. Sie spricht mit Menschen, die seinerzeit mit dem Fall in Berührung kamen, darunter eine ehemalige Mitschülerin, ein Arzt, eine Kommissarin und ein Staatsanwalt, während sie selbst nur selten vor der Kamera zu sehen ist.

Der mit 15.000 Euro dotierte First Steps Award ist bereits die zweite größere Würdigung für den HFF-Abschlussfilm in diesem Jahr. Bei der Berlinale erhielt „Was an Empfindsamkeit bleibt“, bei dem Noah Böhm die Kamera führte, zuvor eine lobende Erwähnung beim Dokumentarfilmpreis.

Kamera und Drehbuch ausgezeichnet

Für ihre Kameraarbeit an „Run Me Wild“ von Regisseurin Catharina Lott erhielt Lea Dähne den mit 7.000 Euro dotierten Michael Ballhaus Preis. Der Abschlussfilm erzählt von Toni, die in der Gärtnerei ihrer Eltern arbeitet und sich vorsichtig auf eine Beziehung mit Anna einlässt, während gleichzeitig das Gerücht über einen frei herumlaufenden Tiger die Runde macht. Dähnes Bilder wechseln dabei zwischen Nähe und Distanz zu den Figuren; die Jury hob außerdem ihren Umgang mit Bewegung, Licht und Farben hervor.

Auch der vierte Preis richtet den Blick auf ein einzelnes Gewerk: Celina Rehr wurde für das Drehbuch zu „Blaue Stunde“ ausgezeichnet. Darin fährt die elfjährige Luisa mit ihren Eltern und ihrem jüngeren Bruder in den Sommerurlaub, doch während die Spannungen zwischen den Eltern zunehmen, lässt sich auch die Alkoholsucht der Mutter immer weniger ausblenden. Rehr erzählt diese familiäre Situation konsequent aus der Wahrnehmung des Kindes. Der Drehbuchpreis ist ebenfalls mit 7.000 Euro dotiert.

Die First Steps Awards werden seit 2000 vergeben und zeichnen Abschlussarbeiten von Filmschulen im deutschsprachigen Raum aus.

Niklas Eckstein

Niklas Eckstein

Fachjournalist in der Medien- und Broadcast-Branche mit den Schwerpunkten Live-Produktion und Medientechnik. Chefredakteur von mebucom.de.

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