In einem Lager südöstlich von Hamburg lagern Glasfaserkabel, Stecker und Spezialwerkzeug für 16 Stadien. In den kommenden Wochen wird das Material nach und nach in Seecontainer verladen und auf den Weg nach Nordamerika geschickt. Ihr Ziel: alle 16 Stadien der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 – plus das International Broadcast Center in Dallas, Texas. Absender ist nicht etwa ein Konzern mit Tausenden Mitarbeitern, sondern ein mittelständisches Unternehmen mit insgesamt zehn Festangestellten: die MAHLZEIT! GmbH von Stephan Mahl. Ein Hidden Champion der Broadcast-Branche, ohne den kein Bild dieser WM beim Zuschauer ankommen würde.
300 Studenten, einer wurde ausgewählt
Die Geschichte beginnt Ende der 1990er-Jahre. Stephan Mahl ist Student und verdient sich beim NDR als Kabelhilfe etwas dazu – als sogenannter Kabelträger, der einem Kameramann das Kabel hinterherzieht. Als der NDR die Produktionsrechte am Tennisturnier am Hamburger Rothenbaum verliert und die britische Firma Gearhouse Broadcast übernimmt, sucht diese jemanden, der die Kabelwege vor Ort kennt. Der NDR hat rund 300 studentische Aushilfen auf der Liste. Die Wahl fällt auf Mahl.