Die Halbzeitshow beim Finale der FIFA-WM 2026 war ein Novum. Nicht alle Fußballfans waren begeistert von der deutlich verlängerten Pause, die dafür Raum für internationale Top-Musiker und prominente Gäste bot. Produktionstechnisch wurde allerdings einiges aufgefahren – auch beim Sound, für den umfangreich Shure-Technik zum Einsatz kam.
Professional Wireless Systems (PWS) verantwortete gemeinsam mit ATK/Clair Global die technische Umsetzung. Für das In-Ear-Monitoring kamen zwölf Kanäle Axient Digital PSM zum Einsatz. ADX-Handsender wurden mit digitalen AD4Q-Vierkanalempfängern kombiniert. Deren Quadversity-Betrieb ermöglicht die Nutzung von vier Antenneneingängen, um die HF-Abdeckung in einer weitläufigen Umgebung wie dem Stadion zu verbessern. Acht weitere Kanäle wurden mit dem skalierbaren ANX4-Empfänger in Quadversity-Konfiguration betrieben.
Eine wichtige Rolle im Setup spielte ShowLink. Über das Fernsteuerungssystem konnte PWS die Axient-Digital-Sender auf dem Spielfeld von einer zentralen Position aus überwachen und Einstellungen während der Produktion verändern.
„Gemeinsam konnten wir die Mikrofone auf dem Spielfeld über ShowLink von einer zentralen Position aus verwalten. Dadurch konnten wir viel schneller auf Veränderungen während der Show reagieren“, sagt Jim Van Winkle, General Manager von PWS. „Bei einer Veranstaltung dieser Größenordnung zählt jede Sekunde. Durch die Möglichkeit, Anpassungen unmittelbar vorzunehmen, konnten wir uns auf die Performance konzentrieren.“
Acht Kanäle aus einem DCA901
Für den Broadcast-Ton setzte Production Audio Mixer Tom Holmes ein DCA901 Broadcast-Mikrofonarray ein. Das System erzeugt mit 78 internen Mikrofonelementen bis zu acht separat steuerbare Aufnahmebereiche. Bei der Halbzeitshow nutzte Holmes die acht getrennten Ausgangskanäle für die Height-Ebene seines immersiven Broadcast-Mixes.
Die Aufnahmebereiche des Arrays ließen sich während der Produktion remote verändern, ohne das Mikrofon im Stadion neu zu positionieren. Audio, Stromversorgung und Steuerung laufen beim DCA901 über eine einzelne Netzwerkverbindung per Dante oder AES67. Shure integriert außerdem DSP-Funktionen wie EQ, Kompression, Delay und Automixing in das Array.
„Das DCA901 lieferte acht getrennte Audiokanäle von einer einzigen Mikrofonposition“, sagt Holmes. „Dank der steuerbaren Aufnahmebereiche konnte ich die Erfassungszonen in Echtzeit aus der Ferne anpassen, ohne Equipment umpositionieren zu müssen.“
Für Holmes war insbesondere die Verkabelung relevant. „Eine einzige Netzwerkverbindung übertrug Audio, lieferte Strom und ermöglichte die Steuerung. Das reduziert sowohl die Anzahl der Kabelwege als auch den Installationsaufwand.“
Axient Digital für Künstler und Moderation
Auf der Bühne nutzte Chris Martin von Coldplay eine Shure-SM58-Kapsel auf einem Axient-Digital-AD2-Handsender. Burna Boy arbeitete ebenfalls mit Axient Digital. Jason Sudeikis und Brendan Hunt traten als Ted Lasso und Coach Beard mit SM39-Headset-Mikrofonen auf; auch Justin Bieber nutzte ein SM39.
Shure-Technik kam damit sowohl auf der Bühne als auch für den Broadcast-Ton zum Einsatz: von Funkmikrofonen und In-Ear-Monitoring bis zum DCA901 für den immersiven Mix.