
Mit der ALEXA 35 Xtreme bringt ARRI eine leistungsoptimierte Variante seines digitalen Flaggschiffs auf den Markt. Die Kamera erweitert die ALEXA 35 um hohe Bildraten bis 660 fps, fünffach längere Pre-Recording-Zeiten, verbesserte WiFi-Funktionalität und geringeren Stromverbrauch. Gleichzeitig führt ARRI den neuen ARRICORE-Codec ein, der eine reduzierte Datenrate bei voller Postproduktions-Flexibilität ermöglichen soll. Die Kamera ist ab August 2025 als Neugerät oder als kostenpflichtiges Upgrade erhältlich.
High-Speed bis 660 fps und neues Processing-Modul
Kernstück der ALEXA 35 Xtreme ist ein neu entwickelter Hauptprozessor mit erweitertem On-Board-Speicher, der die erhöhten Frameraten und längeren Pre-Roll-Zeiten ermöglicht. Bis zu 330 fps lassen sich im vollen Dynamikumfang von 17 Blendenstufen realisieren. Ein neuer Sensorbetrieb – der sogenannte Overdrive Mode – erlaubt Bildraten bis 660 fps, bei einem Dynamikumfang von 11 Blendenstufen. Damit zielt ARRI auf Produktionen, bei denen bislang zusätzliche High-Speed-Kameras erforderlich waren. Die nahtlose Integration der Aufnahmen in SDR- und HDR-Workflows wird durch konsistente Farbwiedergabe und Metadatenstruktur unterstützt.
ARRICORE: RGB-Codec mit geringerer Datenrate und voller Flexibilität
Parallel zur neuen Kamera stellt ARRI den Codec ARRICORE vor, ein RGB-komprimiertes Format, das die Bildqualität der ALEXA 35 bei reduzierter Bitrate erhalten soll. Im Gegensatz zu ProRes oder MXF/ARRIRAW ist ARRICORE so konzipiert, dass Empfindlichkeit, Weißabgleich und Tint-Werte in der Postproduktion weiterhin justierbar bleiben. Der Codec ist in einem MXF-Wrapper eingebettet, nutzt die bestehende ARRI Look File 4 (ALF4), speichert Texturen und Audio wie bisher und bleibt mit den bekannten Compact Drives (1 TB, 2 TB und Express 1 TB) kompatibel.
ARRICORE wird zunächst in einer Beta-Version veröffentlicht. Ziel ist die enge Einbindung der Community zur Weiterentwicklung des Codecs. ARRI verspricht weitgehende Kompatibilität mit Drittanbieter-Tools, die bereits bestehende ALEXA 35-Codecs unterstützen.
Pre-Recording: 5 Minuten bei 24p in HD
Die Pre-Recording-Funktion wurde massiv erweitert. In 4,6K Open Gate und Apple ProRes 4444 sind jetzt bis zu 30 Sekunden bei 24 fps möglich. In HD und Apple ProRes 422 HQ verlängert sich die Zeit auf bis zu fünf Minuten – ein Spitzenwert im Kinokamera-Segment. Besonders für dokumentarische Anwendungen und unvorhersehbare Szenen kann diese Funktion Produktionssicherheit bieten.

Technische Optimierungen im Detail
Die ALEXA 35 Xtreme verbraucht laut ARRI rund zehn Prozent weniger Energie als das bisherige Modell. Durch die Unterstützung des 5-GHz-WiFi-Bands, Mesh-Roaming und die automatische Wiederverbindung zu bekannten Netzwerken verbessert sich die Konnektivität, etwa bei der Steuerung über die ARRI Camera Companion App oder beim Einsatz in Multi-Cam-Setups.
Trotz technischer Neuerungen bleibt das Gehäuse identisch mit der ALEXA 35, inklusive aller mechanischen Schnittstellen und Zubehörkompatibilität. Weiterhin unterstützt werden das Audio Extension Module AEM-1, das Power Distribution Module PDM-1, die Steuerung über Hi-5, das Live Production System LPS-1 sowie das gesamte Ökosystem an Objektivmounts, Halterungen und Griffen.

Lizenzmodell und Upgrade-Optionen
Die Kamera wird in Sets mit Base- oder Premium-Lizenz angeboten. Bestehende Feature-Lizenzen der ALEXA 35 Base sind mit der Xtreme-Version kompatibel und lassen sich temporär oder dauerhaft erweitern. Der Listenpreis für das Hardware-Upgrade bestehender ALEXA 35-Modelle auf die Xtreme-Version beträgt 15.900 Euro. Das Upgrade kann in zertifizierten ARRI-Servicecentern durchgeführt werden, wobei bestehende Lizenzen erhalten bleiben.
Verfügbarkeit
Die ALEXA 35 Xtreme sowie die Upgrade-Optionen für bestehende Systeme sind ab August 2025 verfügbar. ARRICORE startet zeitgleich in einer öffentlich zugänglichen Beta-Phase.














