Panasonic setzt bei seiner neuen PTZ-Generation auf Global Shutter – und zielt damit direkt auf schnelle Sport-, Studio- und Live-Produktionen. Die AW-UE200 und AW-UER200 arbeiten mit einem 1,2-Typ-MOS-Sensor, der Bewegungen ohne die typischen Rolling-Shutter-Verzerrungen erfassen soll. Panasonic bezeichnet sie als weltweit erste 4K-PTZ-Kameras dieser Bauart.
Die AW-UE200 ist für das erste Quartal 2027 angekündigt, die AW-UER200 soll im zweiten Quartal folgen. Panasonic positioniert die Kameras vor allem für Sportübertragungen, Studios und Live-Events.
„Der Global Shutter MOS-Sensor sorgt für eine präzise Bildwiedergabe und erfasst dynamische Bewegungen unverfälscht. Dadurch eröffnen sich Anwendern neue Möglichkeiten, immersive und dynamische Bilder zu schaffen“
André Meterian, Director of Professional Video Systems bei Panasonic Europe
AW-UE200 beschleunigt Schwenks auf bis zu 1800°/s²
Der Global Shutter allein hilft wenig, wenn die Mechanik schnellen Motiven nicht folgen kann. Panasonic hat deshalb auch den Schwenk-Neige-Antrieb der AW-UE200 auf höhere Dynamik ausgelegt. Die Schwenkbeschleunigung erreicht nach Herstellerangaben bis zu 1800 Grad pro Sekunde im Quadrat – etwa neunmal so viel wie bei der AW-UE160. Gleichzeitig soll die Kamera auch langsame Fahrten präzise ausführen können.
Sensor und Mechanik zielen damit auf denselben Einsatz: Bewegungen sollen auch bei schnellen Sport- und Live-Situationen sauber erfasst werden. Der Global Shutter liest die Sensorfläche gleichzeitig aus und verhindert so die typischen geometrischen Verzerrungen eines Rolling Shutters bei raschen Bewegungen. Panasonic nennt zudem weniger Flimmern beim Zusammenspiel mit LED-Wänden und Bühnenbeleuchtung als Vorteil für Studio- und Eventproduktionen.
Noch einen Schritt weiter geht Panasonic bei der Bildrate. AW-UE200 und AW-UER200 sollen Aufnahmen mit bis zu 180 fps ermöglichen, etwa für Zeitlupen-Wiederholungen im Sport. Diese Funktion gehört allerdings nicht zum Funktionsumfang beim Marktstart. Panasonic plant, sie im September 2027 per Firmware-Update freizuschalten.
AW-UER200 erweitert die PTZ-Bewegung um eine Rollachse
Während die AW-UE200 bei der klassischen Pan-Tilt-Bewegung bleibt, ergänzt Panasonic die AW-UER200 um eine dritte Bewegungsachse. Die Kamera lässt sich um die optische Achse von minus 200 bis plus 200 Grad drehen. Dadurch kann sie die Sensorfläche sowohl für horizontale 16:9- als auch für vertikale 9:16-Aufnahmen nutzen.
Das ist vor allem für Produktionen interessant, die aus derselben technischen Umgebung klassische Live-Bilder und Hochkantinhalte für Social-Plattformen erzeugen. Die Kamera muss dafür nicht dauerhaft um 90 Grad montiert werden; die Rollbewegung lässt sich innerhalb der laufenden Produktion einsetzen.
Zur flexibleren Montage passt auch eine weitere Funktion der AW-UER200: Eine horizontale Nivellierung richtet das Bild per Knopfdruck aus, wenn die Kamera nicht exakt waagerecht installiert werden kann. Beide Serien arbeiten zudem mit einem Weitwinkel von bis zu 80 Grad und einem 22-fachen optischen Zoom.
Beim Zoom lässt Panasonic einen ungewöhnlich großen Geschwindigkeitsbereich zu. Eine Fahrt zwischen Tele- und Weitwinkelposition kann je nach Einstellung zwischen 0,5 und 120 Sekunden dauern. Damit reicht die Abstimmung von schnellen Bildwechseln bis zu sehr langsamen, kaum wahrnehmbaren Zoomfahrten.
Auto-Tracking läuft direkt auf der Kamera
Neben der mechanischen Bewegung automatisiert Panasonic auch die Motivverfolgung. Auto-Tracking und Auto-Framing sind in AW-UE200 und AW-UER200 integriert und benötigen dafür keine separate Media Production Suite. Die Einrichtung erfolgt über die webbasierte Benutzeroberfläche der Kameras.
AW-UE210 und AW-UER210 bringen ST 2110 und Dante mit
Für klassische und IP-basierte Produktionsumgebungen staffelt Panasonic die Serie in unterschiedliche Varianten. AW-UE200 und AW-UER200 unterstützen die von Panasonic für seine PTZ-Systeme vorgesehenen Steuerungsprotokolle und lassen sich damit gemeinsam mit weiteren Kameramodellen zentral bedienen.

Wer Video und Audio direkt in eine IP-Infrastruktur einbinden will, bekommt mit AW-UE210 und AW-UER210 die entsprechend ausgestatteten Varianten. SMPTE ST 2110 und Dante gehören dort zum Standardumfang. Panasonic zielt damit insbesondere auf Studios und Live-Produktionsumgebungen, in denen PTZ-Kameras nicht als isolierte Systeme arbeiten, sondern Teil einer durchgängigen IP-Signalkette sind.
Die AW-UE200 soll im ersten Quartal 2027 auf den Markt kommen, die AW-UER200 im zweiten Quartal. Preise für die neuen Modelle hat Panasonic bislang nicht genannt.