Zum Inhalt springen

EU-Kommission gibt RTL-Übernahme von Sky Deutschland frei

Der Zusammenschluss soll am 1. Juni 2026 abgeschlossen werden und schafft einen deutschsprachigen Medienkonzern mit rund 12,3 Millionen zahlenden Abonnenten.

EU-Kommission gibt RTL-Übernahme von Sky Deutschland frei
Die Europäische Kommission hat den Erwerb von Sky Deutschland durch die RTL Group ohne Auflagen freigegeben.

Die Europäische Kommission hat den Erwerb von Sky Deutschland durch die RTL Group ohne Auflagen freigegeben. Beide Seiten planen den Abschluss der Transaktion für den 1. Juni 2026. RTL Deutschland hatte die Übernahme am 27. Juni 2025 angekündigt.

Mit dem Closing übernimmt die RTL Group die Sky-Geschäfte in Deutschland, Österreich und der Schweiz vollständig. Hinzu kommen die Kundenbeziehungen in Luxemburg, Liechtenstein und Südtirol. Das kombinierte Unternehmen vereint RTL+, Sky Deutschland und WOW und kommt damit auf rund 12,3 Millionen zahlende Abonnenten. RTL Deutschland bleibt in Köln, Sky Deutschland in München. Stephan Schmitter, CEO von RTL Deutschland, führt das zusammengeführte Unternehmen nach Closing.

Einordnung durch Bertelsmann und RTL

Bertelsmann ordnet die Transaktion als Meilenstein seiner Boost+-Strategie ein und positioniert RTL Deutschland als „National Media Champion“ für den deutschsprachigen Raum. Thomas Rabe, CEO der RTL Group, verweist auf die industrielle Dimension: „Durch den Zusammenschluss von RTL und Sky Deutschland werden wir unsere Möglichkeiten verbessern, in Deutschland und ganz Europa in Inhalte, Technologie und Talente zu investieren.“ Inländische Zusammenschlüsse seien notwendig, um langfristig mit globalen Plattformen zu konkurrieren.

Sportrechte und Unterhaltungsportfolio

Das neue Unternehmen bündelt die Premium-Sportrechte von Sky Deutschland mit dem Free-TV-, Pay-TV- und Streaming-Portfolio von RTL. Auf der Sportseite stehen Bundesliga, DFB-Pokal, Premier League und Formel 1. Wie sich das kombinierte Angebot konkret auf Bundling, Preisstruktur und App-Landschaft auswirkt, haben die Unternehmen zum Zeitpunkt der Freigabe nicht konkretisiert.

KEK ohne Einwände

Die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) hatte bereits im September 2025 keine medienrechtlichen Einwände gegen die Übernahme erhoben. Die KEK verwies zugleich auf das sich weiter festigende Vermarktungsduopol aus dem RTL-Vermarkter Ad Alliance und Seven.One Media (ProSiebenSat.1) und ordnete dessen wettbewerbsrechtliche Prüfung der EU-Kommission zu.

Finanzielle Eckdaten und Synergieziel

Beim Closing zahlt die RTL Group 150 Millionen Euro in bar an Comcast. Hinzu kommt eine variable Earn-Out-Zahlung, die an den Aktienkurs der RTL Group gekoppelt ist. Comcast kann sie innerhalb von fünf Jahren nach Closing auslösen, sofern der Kurs 41 Euro übersteigt. Die Zahlung ist auf insgesamt 377 Millionen Euro begrenzt. Die RTL Group hat dafür bereits 3,5 Millionen eigene Aktien zurückgekauft und will weitere rund 0,5 Millionen nach der Dividendenausschüttung für 2025 folgen lassen.

Innerhalb von drei Jahren nach Closing rechnet die RTL Group mit jährlichen Synergien von 250 Millionen Euro, überwiegend aus Kosteneffekten. Angaben zu Auswirkungen auf Standorte, Technikplattformen oder Personalstrukturen machen die Unternehmen nicht.

Eine separate Markenlizenzvereinbarung regelt die weitere Nutzung der Marke Sky in der DACH-Region sowie in Luxemburg, Liechtenstein und Südtirol. Die Streaming-Marke WOW geht vollständig an RTL Deutschland über.

Niklas Eckstein

Niklas Eckstein

Fachjournalist in der Medien- und Broadcast-Branche mit den Schwerpunkten Live-Produktion und Medientechnik. Chefredakteur von mebucom.de.

Alle Artikel

Weitere in Business & Markt

Alle anzeigen

Weitere von Niklas Eckstein

Alle anzeigen
MEET 2026 Fachmesse

MEET 2026

/

Von unseren Partnern