Die Entwicklung des offenen IPMX-Standards erreicht einen wichtigen Meilenstein. Vom 19. bis 23. Januar 2026 findet bei der EBU in Genf das erste offizielle Zertifizierungs-Event für IPMX-Produkte statt. Veranstalter sind AIMS, VSF, AMWA und die EBU. Ziel ist es, Produkte auf ihre Übereinstimmung mit den IPMX-Spezifikationen zu testen und freizugeben.
Hersteller können erstmals eine offizielle Zertifizierung erhalten. Produkte, die den Test bestehen, dürfen künftig das IPMX-Label tragen. Dieses Label steht für geprüfte Interoperabilität, verlässliche Systemabläufe und die Einhaltung der technischen Vorgaben der TR-10-Serie.
Von der Spezifikation in die Anwendung
In den vergangenen Monaten haben die beteiligten Organisationen zahlreiche technische Vorbereitungen getroffen. Dazu gehörten Plugfests, Testläufe und die Entwicklung eines gemeinsamen Testsystems. Das Event in Genf bildet nun den Abschluss dieser Arbeit.
„Zertifizierung ist ein essenzieller Schritt für jeden offenen Standard, der Interoperabilität verspricht“, sagt Sam Recine, Chair der IPMX Pro AV Working Group bei AIMS. „Dieses Event ist der Moment, in dem IPMX die Theorie verlässt und in die Anwendung übergeht.“
Das Prüfverfahren soll sicherstellen, dass IPMX-Produkte zuverlässig arbeiten und nahtlos zusammenspielen. So wird eine einheitliche Basis für professionelle AV-over-IP-Installationen geschaffen.
Offene Standards für neue Märkte
IPMX steht für „Internet Protocol Media Experience“. Die Spezifikation basiert auf bekannten Standards wie ST 2110 für die Signalübertragung und NMOS für die Steuerung. Zusätzlich bringt IPMX wichtige Erweiterungen für den AV-Markt. Dazu zählen etwa HDCP-Unterstützung, einfacheres Timing, komprimierte Videoformate und klar definierte Systemprofile.
Mit IPMX will die Branche moderne IP-Technologie auch außerhalb klassischer Broadcast-Umgebungen nutzbar machen. Zielmärkte sind unter anderem Unternehmenskommunikation, Bildungsumgebungen, Live-Events und Konferenztechnik.














