Qvest, Ateme und Scaleway haben eine Kooperation für souveräne OTT-Plattformen angekündigt, die vollständig auf europäischer Technologie basieren. Die Lösung richtet sich an Broadcaster, Medienunternehmen und Sportrechteinhaber, die ihre Streaming-Infrastruktur unabhängig von US-amerikanischen Cloud-Anbietern betreiben wollen. Die Partner zeigen den vollständigen Workflow auf der IBC 2026 in Amsterdam.
Drei Partner, klare Aufgabenteilung
Jeder Partner bringt einen definierten Kompetenzbereich ein. Scaleway stellt die souveräne Cloud- und KI-Infrastruktur aus europäischen Rechenzentren bereit. Ateme liefert Live-Encoding, Packaging, Origin, CDN und Server-Side Ad Insertion. Qvest übernimmt Architektur, Integration von Drittanbieter-Komponenten wie DRM, Player und Analytics und kann die Plattform als Managed Service betreiben.
Das gemeinsame Angebot deckt damit die gesamte OTT-Kette ab – von Ingest über Encoding und Packaging bis zu Content Delivery, Rechteverwaltung und Frontend-Integration. Broadcaster können damit neue Streaming-Dienste aufbauen, bestehende Plattformen von nicht-europäischen Hyperscalern migrieren oder Qvest als Betreiber einbinden.
Regulatorischer Druck als Treiber
Hintergrund der Kooperation ist ein wachsender regulatorischer und strategischer Druck auf europäische Broadcaster. Das Cloud Sovereignty Framework (CSF) der Europäischen Union und dessen SEAL-Souveränitätsmodell etablieren sich zunehmend als Referenz für die Bewertung von Souveränität in der öffentlichen Beschaffung. Qvest entwickelt jede Plattform entlang der spezifischen Ausschreibungsanforderungen und unterstützt Kunden dabei, das höchstmögliche praktische Niveau technischer Souveränität zu erreichen.
Tobias Künkel, Managing Director bei Qvest Engage, sagt: „Broadcaster brauchen heute Lösungen, die sich implementieren lassen. Gemeinsam mit Ateme und Scaleway bringen wir souveräne OTT-Plattformen, die operative Reife mit europäischer Souveränität verbinden."

Damien Lucas, CEO von Scaleway, ergänzt: „Europa verfügt über alle Fähigkeiten, die erforderlich sind, um die nächste Generation von Streaming-Services zu unterstützen. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, diese so zusammenzuführen, dass Broadcaster sie mit Vertrauen einsetzen können."