Curt O. Schaller und Dr.-Ing. Roman Foltyn haben für die Entwicklung des ARRI TRINITY 2 einen Engineering, Science & Technology Emmy Award erhalten. Die Television Academy zeichnete die beiden gestern im Saban Media Center in North Hollywood aus. Bereits 2025 hatte die Academy of Motion Picture Arts and Sciences ihre Arbeit am TRINITY-System mit einem Scientific and Engineering Award gewürdigt.
Das am Körper getragene System verbindet mechanische Kamerastabilisierung mit einem elektronisch stabilisierten, motorisierten Kamerakopf. Dadurch können Operatoren während einer durchgehenden Fahrt von bodennahen zu hohen Kamerapositionen wechseln und die Kamera um die Objektivachse drehen. Die elektronische Stabilisierung hält dabei den Horizont.
In ihrer Würdigung hebt die Television Academy hervor, dass sich mit TRINITY 2 Bewegungen in einer Einstellung verbinden lassen, für die zuvor mehrere Geräte und getrennte Aufnahmen erforderlich waren. Dazu zählen lange Fahrten über Treppen, durch Menschenmengen und auf engem Raum.
Vom ersten Konzept zum TRINITY 2
Schaller begann 2012 mit der Arbeit am TRINITY-Konzept; erste technische Umsetzungsschritte folgten 2013. Als Kameramann und Operator hatte er zuvor bereits die ARTEMIS-Produktlinie für Sachtler entwickelt. Ab Oktober 2014 arbeitete er gemeinsam mit Foltyn bei Sachtler am TRINITY-System weiter. Grundlage war der MAXIMA-Gimbal, dessen Hard- und Software Foltyn entwickelt hatte.
2015 wurde das serienreife TRINITY auf der IBC in Amsterdam vorgestellt. Im folgenden Jahr übernahm ARRI das Stabilisierungsgeschäft, 2022 folgte TRINITY 2. Schaller verantwortete bei ARRI von 2016 bis 2025 als Produktmanager Konzept, Design und Entwicklung der Kamerastabilisierungssysteme.
„TRINITY begann als Idee – aus dem, was ich als Kameramann und Operator über Bildgestaltung und in Jahrzehnten der artemis-Entwicklung gelernt hatte“, sagt Schaller. „Dass daraus gemeinsam mit Dr. Roman Foltyn und einem hochmotivierten Team ein System wurde, das 2025 mit dem Oscar und 2026 mit dem Emmy gewürdigt ist, erfüllt mich mit großer Dankbarkeit.“

Kamerafahrten für Kino und Live-Produktion
Das TRINITY-System hat sich über mehrere Generationen hinweg sowohl in der Filmproduktion als auch bei Live-Veranstaltungen verbreitet. Zu den Kinoproduktionen gehören „1917“, „Everything Everywhere All at Once“ und die „Mission: Impossible“-Filme von 2023 und 2025.
Auch bei den Welttourneen von Taylor Swift und Beyoncé, Super-Bowl-Halbzeitshows sowie Oscar- und Emmy-Verleihungen wurde mit TRINITY gearbeitet. Die Television Academy würdigt beim TRINITY 2 neben den Kamerabewegungen auch Schnittstellen zur gemeinsamen Steuerung, die Bereitstellung von Metadaten und den modularen Aufbau.