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Calrec liefert die Audio-Basis für DMCs Reverse-Remote-Ü-Wagen

Calrec stellt die Audiotechnik für DMC Productions softwaredefinierte Ü-Wagen AR 1 und AR 2 – vorerst mit dem Verarbeitungskern ImPulse1, perspektivisch nativ in Grass Valleys AMPP-Plattform integriert.

Calrec Argo M-Konsole
Die Calrec Argo M-Konsole im Broadcast-Zentrum München steuert die Audiomischung der AR-1- und AR-2-Fahrzeuge remote per True Control 2.0. ©Calrec

Calrec liefert die Audiotechnik für die softwaredefinierten Ü-Wagen AR 1 und AR 2 von DMC Production. Basis ist eine 48-Fader-Konsole vom Typ Argo M im Broadcast-Zentrum München, die per True Control 2.0 mit beiden Fahrzeugen verbunden ist. Perspektivisch soll Calrecs virtualisierter DSP-Kern ImPulseV direkt in Grass Valleys AMPP-Plattform laufen – aktuell übernimmt noch der Vorgänger ImPulse1 die Verarbeitung.

DMC Production hatte das Konzept der „Reverse Remote Production" im März auf der SportsInnovation in Düsseldorf vorgestellt. Seit Anfang Juli sind beide von Broadcast Solutions gebauten Fahrzeuge im Regelbetrieb und produzieren unter anderem die 3. Liga und ein ATP-Turnier in Schweden. Das Prinzip: Video- und Audioverarbeitung bleiben im Truck am Veranstaltungsort, die Regie sitzt remote in einem der DMC-Broadcast-Zentren. Eine Multi-Kamera-Produktion kommt so mit rund 100 Mbit/s Internetanbindung aus.

DMC Production Ü-Wagen AR 1
DMC Production Ü-Wagen AR 1 – softwaredefiniertes Remote Production Vehicle, gebaut von Broadcast Solutions ©Broadcast Solutions

Warum vorerst noch ImPulse1 den Ton macht

Calrec und Grass Valley hatten die Integration von ImPulseV in AMPP am 18. April 2026 auf der NAB Show in Las Vegas angekündigt. Der Fahrplan sieht zunächst die Anbindung auf Steuerungsebene vor, bevor ImPulseV als vollständig native Anwendung in AMPP läuft. Bis dahin arbeitet DMC Production mit dem etablierten Kern ImPulse1. Über True Control 2.0 lassen sich laut Calrec bis zu fünf Konsolen oder Verarbeitungskerne gleichzeitig steuern.

Fader statt Touchscreen

Jens Envall, Chief Innovation Officer bei DMC Production, begründet die Wahl der physischen Konsole: „Die physischen Fader, das Layout und die Bedienlogik sind für Sport und schnelle Live-Events sehr wichtig. True Control 2.0 ist ebenfalls entscheidend, weil es uns erlaubt, die Audioumgebung remote zu betreiben und dabei einen vertrauten, reaktionsschnellen Workflow für den Engineer zu erhalten. Das ist ein zentraler Baustein, um dieses Produktionsmodell praxistauglich zu machen." Jeder Truck ist zusätzlich mit Calrec Type R für lokales Monitoring und In-Ear-Mixing ausgestattet.

Anthony Harrison, Regional Sales Manager bei Calrec, ordnet das Projekt als ersten Schritt zu einem wiederholbaren Konzept ein, „bei dem Software, IP-Konnektivität und Steuerung in einer praxistauglichen Live-Produktionsumgebung zusammenwirken".

Envall betont, dass es sich nicht um einen reinen Konsolentausch handelt: „Wir bauen einen neuen Workflow auf, und das erfordert einen engen Austausch zwischen Engineering, Produkt- und Betriebsteams. Calrec hat das Projekt durchgehend unterstützt. Wir brauchen Partner, die mit uns entwickeln – nicht nur Ausrüstung liefern." Der Wechsel von ImPulse1 zu einem nativ in AMPP laufenden ImPulseV ist damit als nächster Schritt bereits angelegt.

Niklas Eckstein

Niklas Eckstein

Fachjournalist in der Medien- und Broadcast-Branche mit den Schwerpunkten Live-Produktion und Medientechnik. Chefredakteur von mebucom.de.

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