Zum 14. Mal hat Radio France am 13. Juli 2026 – in diesem Jahr ausnahmsweise einen Tag vor dem eigentlichen Nationalfeiertag – das Concert de Paris am Fuß des Eiffelturms produziert. Das Orchestre National de France, der Chœur und die Maîtrise de Radio France traten unter der Leitung von Daniel Harding gemeinsam mit international besetzten Solistinnen und Solisten auf dem Champ de Mars auf. Live übertragen wurde das Konzert auf France 2 und France Inter sowie über die Netzwerke von Eurovision und Euroradio in mehr als 70 Ländern. Wie schon 2025, als allein im französischen Fernsehen rund 2,9 Millionen Menschen zuschauten, lieferte Lawo dafür erneut die technische Grundlage.

Herzstück blieb eine vollständig redundante AoIP-Infrastruktur: drei mc²56-Produktionsmischpulte, verbunden über ein redundantes RAVENNA-Netzwerk mit einem redundanten Paar A__UHD-Core-Audio-Engines. Ein zentrales HOME-Cluster übernahm Geräteverwaltung, Verbindungssteuerung, Sicherheitsfunktionen und Monitoring der gesamten Produktionsumgebung.
Drei Teams, ein Netzwerk
Genau darin liegt der eigentliche Zweck einer solchen Infrastruktur: Statt für jede Funktion ein eigenes, fest verkabeltes System zu betreiben, teilten sich drei unabhängig arbeitende Teams dasselbe IP-Netzwerk. An der FOH-Position mischte das Team von Christophe Lukaszewski über zwei mc²56-Konsolen mit je 48 Fadern – Stéphane Thouvenin verantwortete Solisten und Chöre, Nadège Antonini den Orchester-Mix und die PA-Ausgänge, während Benoît Gaspard die technische Gesamtkoordination übernahm. Für das Bühnenmonitoring sorgten Tahar Boukhlifa und Charles Bouticourt unter Leitung von Cyprien Matheux in einer Dual-Operator-Konfiguration auf einem weiteren mc²56. Und im Ü-Wagen produzierten Julien Bourdais, Laurent Fracchia und Arnaud Moral über ein mc²66-MkII-Pult den internationalen Mix für Radio, Fernsehen und das Eurovision-Netzwerk. Alle drei Positionen griffen auf dieselben Ressourcen im Netzwerk zu, statt eigene Signalwege doppelt aufbauen zu müssen.
Neu in diesem Jahr: Dynamic EQ
Erstmals kam beim Concert de Paris die neue Dynamic-EQ-Funktion von Lawo zum Einsatz, die das EQ-Modul der mc²-Konsolen um drei dynamische Bänder je Kanal erweitert – zusätzlich zu den vier bereits vorhandenen statischen, vollparametrischen Bändern. Nach Unternehmensangaben verbessert das die Präzision im Live-Sound-Workflow, etwa beim schnellen Eingreifen in einzelne Frequenzbereiche von Orchester, Chor und Solisten. Für die Musiker auf der Bühne bedeutete das System zugleich latenzarmes Monitoring – eine wichtige Voraussetzung für sichere Live-Auftritte unter freiem Himmel.

Der Auftakt des Abends stand im Zeichen eines runden Jubiläums: Die Maîtrise de Radio France, das Nachwuchs-Vokalensemble des Senders, feierte mit einem eigens zusammengestellten Eröffnungsprogramm ihr 80-jähriges Bestehen. Zum Line-up 2026 zählten unter anderem Corinne Winters, Marina Viotti, Farrah El-Dibany, Jakub Józef Orliński, Lawrence Brownlee, Daniel Lozakovich, Gautier Capuçon, Hayato Sumino, Masaya Kamei und Adélaïde Ferrière. Den Abschluss bildeten die Marseillaise und ein Feuerwerk am Eiffelturm, das in diesem Jahr um 1.600 Drohnen erweitert wurde und nach Schätzungen von mehr als hunderttausend Menschen vor Ort verfolgt wurde.