Das norwegische Start-up Muybridge hat eine Series-A-Finanzierungsrunde über 16 Millionen Dollar abgeschlossen – und liefert mit einem 360-Grad-Einsatz für CBS Sports bei der PGA Tour den bislang komplexesten Beweis für seinen Ansatz.
Das Unternehmen ersetzt klassische Kamera-Schienensysteme durch ein dichtes Array aus 4K-Sensoren, die per GPU-basierter Sensor Fusion in Echtzeit zu einer nahtlosen virtuellen Kamerafahrt zusammengefasst werden. Mechanisch bewegt sich dabei nichts. Das deutsche Broadcast-Publikum begegnete dem System erstmals auf der SportsInnovation in Düsseldorf Anfang 2026, wo Muybridge einen Testaufbau mit 300 Sensoren auf zehn Metern Länge zeigte – damals noch hinter einem Fußballtor.
Golf als neuer Anwendungsfall
Der Sprung auf den Golfplatz stellt das System vor andere Anforderungen als ein Stadion: wechselnde Außenbedingungen, kein festes Installationsumfeld – und ein Bewegungsablauf, der in der Broadcast-Praxis bisher kaum aus der 360-Grad-Perspektive erfasst wurde. „Das ist das erste softwarebasierte 360-Grad-Kamerasystem, das es erlaubt, um den Spieler zu kreisen, während er seinen Schwung ausführt", sagte Håkon Espeland, Co-Founder und CEO von Muybridge.
Für CBS Sports liegt der Wert nicht nur in der Optik. Mike Aagaard, Technical Manager, sieht das System als zentrales Mittel für Kommentatoren und Produktionsteams gleichermaßen – es ermögliche „nahtlose Bilder rund um den gesamten Abschlagbereich" und mache Schwunganalysen erstmals aus jeder Perspektive zugänglich. Adam Stouter, Director Remote Tech Ops, begründete die Partnerschaft mit der generellen Ausrichtung des Senders: „Innovation hat für uns oberste Priorität – wir suchen immer nach neuen Technologien und Unternehmen wie Muybridge."

Espeland verwies auf das Wachstumspotenzial über den Abschlagbereich hinaus – Tribünen, LED-Boards, die vollständige Abdeckung des Grüns: „Es gibt endlose Möglichkeiten, wie wir das in den Golf der Zukunft weiterentwickeln können."
Finanzierung soll Wachstum beschleunigen
Die Series A wurde von Investinor, Fairpoint Capital, Idékapital und RunwayFBU getragen. Das Kapital soll laut Unternehmen in Teamausbau, kommerziellen Vertrieb und Technologieentwicklung fließen.

Muybridge ist dabei kein Prototyp mehr. Seit dem Auftritt auf der SportsInnovation war das System nach Unternehmensangaben bei mehreren europäischen Fußballligen, dem US Open und dem ATP Tour Tennis, in der NBA, der NHL, der PGA Tour, im Rugby sowie bei Premier Padel im Einsatz. Die Finanzierungsrunde kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die kommerzielle Traktion bereits sichtbar ist – was die 16 Millionen Dollar weniger wie Startkapital aussehen lässt als wie eine Beschleunigung.