Sony und die Berlin Phil Media GmbH (BPM), die die Konzerte der Berliner Philharmoniker produziert und verbreitet, weiten ihre Zusammenarbeit rund um Produktion und Verwertung aus. Die neue Co-Creation-Partnerschaft umfasst Produktionslösungen für Bewegtbild und Audio, die Aufbereitung vorhandener Konzertaufzeichnungen sowie neue digitale Formen, über die das Publikum die Produktionen nutzen kann.
Für künftige Aufzeichnungen wollen beide Unternehmen die technische Produktionsbasis weiterentwickeln. BPM bringt dafür seine Erfahrung bei Produktion und Distribution der Konzerte ein, Sony Bild- und Audiotechnik sowie Produktions-Know-how. Konkret genannt werden Kameras aus der Cinema Line, Live-Produktionstechnik und Audio-Systeme.
Bereits zwischen 2012 und 2014 erprobten Sony und BPM in einem Proof of Concept über die Digital Concert Hall neue Videoproduktionstechnologien. Die Plattform dient den Berliner Philharmonikern für die Verbreitung von Live- und Archivaufnahmen. Die nun vereinbarte Partnerschaft führt diese Zusammenarbeit in mehreren Bereichen weiter.
RS+ soll historische Konzertaufnahmen aufwerten
Ein eigener Arbeitsbereich gilt dem Archiv. Historisches Filmmaterial der Berliner Philharmoniker soll mit RS+ neu aufbereitet werden. Sony PCL hat den Upscaling-Service entwickelt, um älteres Material in höherer Auflösung und mit mehr Bilddetails auszugeben.
Beim Ton wollen Sony und BPM ebenfalls an bestehende Aufzeichnungen herangehen. Vorgesehen sind Technologien für Audiobearbeitung, Analyse und Wiedergabe. Hinzu kommt XYN, Sonys Technologie zur Erstellung räumlicher Inhalte. Sie soll in die Arbeit mit dem bestehenden Material einfließen und zusätzliche Darstellungsformen ermöglichen.
Damit reicht das Projekt von der aktuellen Konzertproduktion bis zurück ins Archiv. Gerade dieser Teil betrifft einen wesentlichen Bereich von BPM, denn die Digital Concert Hall bietet neben Live-Konzerten auch einen Bestand bereits produzierter Aufführungen an.
Olaf Maninger, Mitglied des Medienvorstands, Geschäftsführer der Berlin Phil Media GmbH und Solocellist der Berliner Philharmoniker, knüpft die Kooperation an die bisherige technische Entwicklung der Plattform: „Uns verbindet die Überzeugung, dass herausragende audiovisuelle Technologie entscheidend ist, um klassische Musik in höchster Qualität zu präsentieren. Die Digital Concert Hall wurde auf Grundlage dieser technologischen Vision entwickelt.“
Forschung mit Sensorik, KI und Robotik
Neben Produktion und Archiv umfasst die Partnerschaft einen Forschungsstrang, der direkt bei den Musikerinnen und Musikern ansetzt. Grundlage sind Arbeiten von Dr. Shinichi Furuya von den Sony Computer Science Laboratories. Geplant sind Vorträge und Workshops zu technologischen und ergonomischen Ansätzen für musikalische Darbietungen.
Dabei sollen Sensorik, Künstliche Intelligenz und Robotik eingesetzt werden, um körperliche Abläufe beim Musizieren zu untersuchen und Künstlerinnen und Künstler während ihrer Laufbahn zu unterstützen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse wollen Sony und BPM mit bestehender Forschung verbinden und für weitere Programme nutzen.
Hiroshi Nakamura, Senior Vice President der Sony Corporation, sieht die Zusammenarbeit breiter als ein reines Produktionsprojekt: „Indem wir die herausragende künstlerische Qualität, die die Berliner Philharmoniker über viele Jahre hinweg entwickelt haben, mit den Bild- und Audiotechnologien sowie der kreativen Expertise von Sony verbinden, möchten wir Menschen auf der ganzen Welt neue inspirierende Erlebnisse im Bereich der darstellenden Künste ermöglichen.“