Bridge Technologies erweitert seinen Waveform-Monitor VB440 um Unterstützung für den IP10-Codec von Blackmagic Design. Die Integration wird auf der IBC 2026 in Amsterdam gezeigt. Besucher können das IP10-Monitoring sowohl bei Bridge Technologies in Halle 1, Stand A71, als auch im Umfeld des Blackmagic-Auftritts sehen.
Blackmagic hat IP10 als leichtgewichtigen Codec für ST-2110-Umgebungen entwickelt. Ziel ist es, Ultra-HD-Signale mit hohen Bildraten über 10-Gigabit-Ethernet zu transportieren. IP10 unterstützt 10 Bit, 4:2:2-Farbabtastung und überträgt 2160p59.94/60-Video einschließlich Audio über eine 10GbE-Infrastruktur. Der Codec ist dabei lizenzfrei und offen ausgelegt.
Damit adressiert IP10 insbesondere Installationen, bei denen für die IP-Produktion keine Netzwerkinfrastruktur mit 25GbE oder höheren Bandbreiten zur Verfügung steht. Als Einsatzfelder nennt Bridge unter anderem Ü-Wagen, Remote-Produktionsumgebungen und kleinere Produktionsstätten.
Monitoring von IP10-Streams im VB440
Der VB440 selbst verfügt über zwei 200GbE-Schnittstellen und kann unkomprimierte ST-2110-Streams mit entsprechend hohen Datenraten verarbeiten. Durch die IP10-Unterstützung lässt sich das System nun auch für die Überwachung entsprechend codierter Streams in Netzwerken mit geringerer Bandbreite einsetzen.
Die bestehenden Analyse- und Produktionswerkzeuge des VB440 stehen dabei auch für IP10-basierte Workflows zur Verfügung. Dazu gehören Waveform, Vektorskop und Histogramm, HDR-Monitoring mit SDR-Vorschau sowie Werkzeuge für Farbmetrik und die Kontrolle von Audio-, Video- und Ancillary-Synchronisation.
Für Audio-Workflows unterstützt der VB440 64 Kanäle pro Flow und eine unbegrenzte Zahl von Flows. Hinzu kommen unter anderem LUFS- und Gonio-Meter, Dolby-Atmos-Monitoring, das Abhören einzelner Kanäle und Stereo-Downmixes.
Auf Netzwerkebene bietet das System unter anderem Packet Capture, PTP-Timing-Analyse, Monitoring der ST-2022-7-Redundanz, Signalgenerierung und Event-Logging. Über die Canvas-Oberfläche lassen sich individuelle Arbeitsbereiche aus Scopes, Audioanzeigen und Videovorschauen zusammenstellen. Der Zugriff erfolgt dann über HTML5-Browser und ist für bis zu acht Nutzer gleichzeitig möglich.
IP10-Integration als Zeichen für offene Workflows
Für Bridge ist die Codec-Unterstützung vor allem eine Erweiterung der Einsatzmöglichkeiten des VB440 in unterschiedlich dimensionierten ST-2110-Netzwerken. „Bei der Unterstützung von IP10 geht es nicht darum, sich für eine Seite zu entscheiden. Es geht darum sicherzustellen, dass der VB440 Broadcaster auf ihrem Weg zur IP-Produktion begleiten kann – unabhängig davon, wie weit sie dabei bereits sind“, erklärt Bridge-Technologies-Chairman Simen Frostad.
Bridge Technologies und Blackmagic Design wollen die Integration auf der IBC 2026 auch gegenseitig demonstrieren: Auf dem Bridge-Stand wird IP10-Monitoring gezeigt, während auf dem Blackmagic-Stand Technik von Bridge Technologies zum Einsatz kommen soll.