Zum Inhalt springen

AFP und Dalet testen C2PA für News-Video

AFP und Dalet wollen C2PA Content Credentials direkt in Encoding- und Distributions-Workflows für News-Video verankern. Ein Proof of Concept soll bis zum ersten Quartal 2027 zeigen, wie Herkunft und Bearbeitung für Broadcaster nachvollziehbar bleiben.

AFP und Dalet testen C2PA für News-Video
AFP und Dalet wollen Herkunftsnachweise direkt in News-Video-Workflows verankern. ©AFP/Dalet (Logos)

C2PA Content Credentials sollen bei AFP und Dalet nicht erst am Ende an ein Video gehängt werden, sondern direkt im Encoding und in der Distribution mitlaufen. Dafür bauen beide Organisationen einen Proof of Concept, der bis zum ersten Quartal 2027 zeigen soll, wie Broadcaster die Herkunft und Bearbeitung eines News-Clips nachvollziehen können.

Der Ansatz zielt auf den operativen Pfad vom Eingang des Materials bis zur Auslieferung. Geplant ist ein funktionsfähiger Aufbau, in dem eine Nachrichtenagentur die Nachweise direkt in den laufenden Workflow einspeist. Vorgestellt wurde die Partnerschaft auf dem Media Provenance Summit in Bergen.

Vom Foto-Test in den Video-Workflow

AFP hatte C2PA bereits in einem Praxistest für redaktionelle Fotografie während der US-Präsidentschaftswahl 2024 erprobt. Jetzt wandert das Thema in den Videopfad – also dorthin, wo Encodierung, Management und Distribution ohnehin unter Zeitdruck laufen und zusätzliche Prüfschritte schnell zum Bremsklotz werden können.

Guillaume Meyer, stellvertretender AFP-Nachrichtendirektor für Video, verknüpft das Projekt klar mit der Vertrauensfrage rund um KI-Inhalte: „Wir glauben, dass alle Inhalte – KI wie Nicht-KI – von einer Kennzeichnung profitieren würden, um das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Medien zu stärken. C2PA fügt echtem Journalismus vor Ort ein verifizierbares Zertifikat hinzu.“

AFP-Nachrichtendirektor Phil Chetwynd formuliert den Anspruch breiter: „Es ist dringend, dass die Medien einen Weg finden, Menschen durch ein immer komplexeres Informationsökosystem zu führen. Das C2PA-Projekt hat das Potenzial, das Vertrauen in Qualitätsinhalte zu erhöhen, indem die Herkunft klar kenntlich wird.“

C2PA soll Teil des laufenden Betriebs werden

Dalet bringt in die Zusammenarbeit seine Workflows für Erfassung, Management und Ausspielung ein. Der gemeinsame POC soll gerade nicht neben dem eigentlichen Produktionsprozess stehen, sondern in Video-Encoding und Distribution integriert werden. Für Redaktionen heißt das nach Darstellung der Partner: mehr Kontext und Transparenz, ohne den Takt in Produktion und Auslieferung zu drosseln.

Erwan Kerfourn, Head of Product bei Dalet, sagt: „Vertrauenswürdige Nachrichten hängen nicht nur vom Journalismus selbst ab, sondern auch von der Integrität der Workflows, die Inhalte vom Einsatzort bis zum Publikum tragen. Provenance darf nicht außerhalb des Produktionsprozesses sitzen oder erst im Nachhinein behandelt werden.“ Eben deshalb solle die verifizierbare Inhaltshistorie in jene Abläufe eingebettet werden, die Redaktionen jeden Tag nutzen.

Neben der Technik wollen AFP und Dalet auch die kommerziellen und juristischen Fragen prüfen, die bei einer breiteren Einführung von C2PA auftauchen.

Niklas Eckstein

Niklas Eckstein

Fachjournalist in der Medien- und Broadcast-Branche mit den Schwerpunkten Live-Produktion und Medientechnik. Chefredakteur von mebucom.de.

Alle Artikel

Weitere in Medientechnologie

Alle anzeigen

Weitere von Niklas Eckstein

Alle anzeigen

Von unseren Partnern