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KH 310 II und KH 350: Neumann baut Monitoring-Serie aus

Neumann hat auf der IBC die Studiomonitore KH 310 II und KH 350 gezeigt. Beide Dreiwege-Modelle teilen sich wesentliche Treibertechnik, unterscheiden sich aber bei Gehäuse, Abstrahlung und Einsatzbereich.

Roman Kramer mit den neuen KH 310 II und KH 350 auf der IBC 2026
Roman Kramer, Product Manager Monitoring bei Neumann, stellte KH 310 II und KH 350 auf der IBC vor.
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Mit dem KH 310 II entwickelt Neumann seinen kompakten Dreiwege-Monitor weiter, während der neue KH 350 zwischen KH 150 und KH 420 positioniert ist. Roman Kramer, Product Manager Monitoring bei Neumann, stellte beide Modelle auf der IBC vor und erläuterte dabei vor allem, welche Teile der bisherigen Konstruktion bewusst erhalten blieben – und wo Neumann technisch nachgelegt hat.

KH 310 II – Im Detail verbessert

Beim KH 310 II bleibt der bekannte Formfaktor bestehen. Auch Mittel- und Hochtöner wurden gegenüber dem bisherigen KH 310 nicht grundsätzlich verändert. Nach Angaben von Kramer hatte Neumann insbesondere den Mitteltöner im Entwicklungsprozess erneut simuliert, sich am Ende aber dafür entschieden, dessen bestehendes Design beizubehalten.

Anders sieht es beim Tieftöner aus. Der Woofer wurde neu entwickelt und arbeitet nun mit einer Class-D-Endstufe. Damit will Neumann geringere Verzerrungen und zugleich einen höheren maximalen Pegel erreichen. Für den KH 310 II nennt das Unternehmen einen maximalen Schalldruck von 121,4 dB.

Auch beim Tiefgang legt die neue Generation etwas zu. Der KH 310 II reicht laut Neumann bei einer Toleranz von ±3 dB bis 33 Hz hinunter, bei ±6 dB bis 30 Hz. Kramer bezifferte den entsprechenden Wert des Vorgängers auf 35 Hz.

DSP, AES3 und MA 1

Deutlicher fällt der Generationswechsel bei der Signalverarbeitung aus. Der KH 310 II verfügt über einen integrierten DSP und kann neben analogen Signalen nun auch digital über AES3-BNC angesteuert werden.

Über den Netzwerkanschluss lässt sich der Monitor außerdem in Neumanns MA-1-System einbinden. Die Kalibrierungssoftware kann damit die Wiedergabe an die akustischen Bedingungen des jeweiligen Raums anpassen.

„Was unsere Nutzer an den Lautsprechern schätzen, wollten wir bewusst erhalten“, sagt Kramer. Dazu zählt Neumann beim KH 310 unter anderem das geschlossene Gehäuse mit seinem kompakten Tieftonverhalten sowie die separate Mitteltonsektion. Wer bereits mit dem bisherigen Modell arbeitet, soll deshalb auch beim KH 310 II eine vertraute tonale Abstimmung vorfinden.

Generell verfolgt Neumann laut Kramer über die verschiedenen Monitorgrößen hinweg das Ziel einer möglichst einheitlichen Tonalität. Größere Modelle unterscheiden sich demnach in erster Linie dadurch, dass sie höhere Pegel erreichen und tiefer spielen können. Für die einzelnen Lautsprecher nennt Neumann dabei eine Fertigungstoleranz des Frequenzgangs von ±0,6 dB. Aufgrund dieser engen Toleranz sei keine Auswahl spezieller Matched Pairs erforderlich.

KH 350 mit größerem Waveguide und Bassreflexgehäuse

Ganz neu in der Range der KH-Monitore ist der KH 350. Dabei handelt es sich um einen Dreiwege-Monitor, der technisch eng mit dem KH 310 II verwandt ist. Tieftöner, Mitteltöner und Hochtöner sind laut Kramer bei beiden Modellen identisch. Unterschiede entstehen vor allem durch das größere Gehäuse, die Bassreflexkonstruktion und den anders ausgeführten Waveguide.

Während der KH 310 II weiterhin geschlossen arbeitet, setzt der KH 350 auf Bassports. In Verbindung mit dem größeren Gehäuse erreicht er laut Neumann einen Frequenzgang bis 27 Hz bei ±6 dB. Der maximale Schalldruck liegt bei 122,6 dB und damit 1,2 dB über dem KH 310 II.

Auffällig ist außerdem der größere Waveguide rund um den Mitteltöner. Er sorgt laut Kramer dafür, dass sich das Frequenzspektrum auch dann vergleichsweise gleichmäßig verhält, wenn sich der Hörer seitlich aus der zentralen Achse bewegt. Neumann nennt dafür einen Bereich von etwa ±30 Grad.

Beim kompakteren KH 310 II ist ein entsprechend großer Waveguide konstruktiv nicht möglich, ohne den Formfaktor zu verändern. Gerade dieser ist aber Teil des Einsatzkonzepts: Der KH 310 II bleibt für kurze Hörabstände im Nahfeld gedacht.

Kramer nennt dafür einen Bereich von etwa 1,2 bis 2,5 Metern. Geht der Hörabstand in Richtung drei Meter oder darüber, sieht Neumann den KH 350 in seinem vorgesehenen Einsatzfeld. Das größere Gehäuse liefert mehr Tiefgang und etwas mehr Pegel, der größere Waveguide erweitert zugleich den nutzbaren Hörbereich.

Damit eignet sich der KH 350 laut Neumann auch für größere Regien und immersive Setups, in denen die Hörabstände steigen. Kramer nennt als Beispiel den Einsatz als Left-, Center- und Right-Monitor in entsprechend dimensionierten Mehrkanalinstallationen.

Wer die beiden Modelle vergleichen will, soll dazu künftig unter anderem im neuen Thomann Store Gelegenheit bekommen. Dort betreibt Neumann bereits einen Demoraum mit einem 7.1.4-System; zusätzlich sollen die neuen Monitore in einem separaten Vergleichsraum neben weiteren Studiomonitoren verfügbar werden.

Niklas Eckstein

Niklas Eckstein

Fachjournalist in der Medien- und Broadcast-Branche mit den Schwerpunkten Live-Produktion und Medientechnik. Chefredakteur von mebucom.de.

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