Lawo hat auf der IBC2026 die HOME Stream Share App (SSA) gezeigt, mit der sich Medienströme zwischen dezentralen Produktionssystemen freigeben lassen. Die Anwendung sitzt dabei nicht im eigentlichen Medienpfad: Sie verwaltet, welche Video-, Audio- und Metadaten-Flows anderen Systemen zur Verfügung stehen. Die Essenzen selbst laufen über dedizierte Netzwerk-Tielines.
Interessant wird das vor allem dort, wo Produktionsinfrastrukturen nicht unter einer gemeinsamen Steuerung laufen – etwa wenn ein HOME-System Streams für eine andere Plattform oder ein Orchestrierungssystem eines Drittanbieters bereitstellen soll. Statt die beteiligten Systeme enger miteinander zu verzahnen, trennt Lawo die Freigabe und Steuerung der Ressourcen von ihrer späteren Nutzung.
Eine App-Instanz erscheint als NMOS-Gerät
Grundlage der Stream Share App sind offene NMOS-Standards und die Integration in Lawos HOME Plattform. Anwender wählen aus, welche Medienströme sie freigeben wollen, und bündeln die zugehörigen Video-, Audio- und Metadaten-Flows innerhalb einer SSA-Instanz. Diese Instanz lässt sich anschließend als NMOS-Gerät bei einem oder mehreren externen NMOS-Registern anmelden.
Das Zielsystem kann ein weiteres HOME-System mit aktiviertem NMOS Importer sein, ebenso aber ein Steuerungs- oder Orchestrierungssystem eines Drittanbieters. Die Kontrolle über die freigegebenen Ressourcen verbleibt nach Lawos Konzept beim Quellsystem.
Eine Instanz unterstützt bidirektional bis zu 128 HD-, 3G- oder UHD-Videostreams, 512 Audiostreams und 128 Metadaten-Streams. Das HOME-System kann also nicht nur eigene Ressourcen nach außen bereitstellen, sondern auch Flows aus dem Zielsystem empfangen. Nicht benötigte Stream-Slots lassen sich in der Bedienoberfläche ausblenden.
Medienströme umgehen die Stream Share App
Die Stream Share App selbst transportiert keine Essenzen. Sie hält die Informationen für Auswahl, Freigabe und Steuerung der gemeinsam genutzten Flows vor, während Video, Audio und Metadaten über die Netzwerkverbindungen zwischen den beteiligten Systemen übertragen werden.
Damit bleibt die Kopplung auf der Steuerungsebene vergleichsweise schlank: Ein externes System bekommt die dafür vorgesehenen Streams über NMOS angeboten, ohne dass die Stream Share App zum zusätzlichen Verarbeitungspunkt im Medienpfad wird. Für Installationen mit mehreren Produktionsstandorten oder unterschiedlichen Steuerungssystemen lässt sich der Austausch damit gezielt auf die tatsächlich benötigten Ressourcen begrenzen.